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Wie Eberswalder Europa und die Europäische Union sehen / Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lädt zum Bürgerdialog

Polit-Debatte
Von Fördermittelgeber bis Bürokratiemonster

Votum per Farbkarte: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (M.) und Nadine Kreutzer, Moderatorin des Bürgerdialogs, machen bei den Abstimmungen zu Europa-Themen mit.
Votum per Farbkarte: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (M.) und Nadine Kreutzer, Moderatorin des Bürgerdialogs, machen bei den Abstimmungen zu Europa-Themen mit. © Foto: Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 11.07.2018, 21:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Europa steckt in der Krise. Das ist nicht erst seit dem Brexit und dem Streit ums Asylrecht so. Doch wie denken die Deutschen über das organisierte Miteinander der Nationen, das immerhin ein  Garant für Frieden zwischen diesen ist? Um das zu erfahren, hat die Bundesregierung entschieden, dazu das Volk zu befragen. Eine weitere Möglichkeit dazu, die erste in Brandenburg, gab es am Dienstagabend in Eberswalde – beim Bürgerdialog „Sprechen wir über Europa, zu dem Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, eingeladen hatte. Knapp 70 Interessierten hat der getreue Weggefährte von Kanzlerin Angela Merkel im Saal des Bürgerbildungszentrums fast zwei Stunden lang Rede und Antwort gestanden. Dass der Polit-Promi Eberswalde viel später als vorgesehen wieder verließ, lag am riesigen Gesprächsbedarf des Publikums.

Europa - das sind zwei Seiten einer Medaille, wie Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski und seine Stellvertreterin, die Baudezernentin Anne Fellner, deutlich machten. Das Stadtoberhaupt verwies bereits in seinen Begrüßungsworten darauf, dass von der Europäischen Union bisher 28 Millionen Euro an Fördergeldern nach Eberswalde überwiesen worden seien. „Auch im 2014 eröffneten Bürgerbildungszentrum steckt davon Geld. Nur so konnten wir eine ziemlich heruntergekommene Schule in einen viel genutzten Ort der Begegnung verwandeln“, sagte der Bürgermeister. Und die Baudezernentin erklärte später, dass die Europäische Union ihre letzten Prüfungen zur Fördermittelvergabe eben für dieses Bürgerbildungszentrum noch immer nicht abgeschlossen habe. „Der Eindruck verstärkt sich, dass die Bürokratie in Brüssel immer mehr Überhand nimmt“, betonte sie.

Der Bundesminister gab sich zutiefst bodenständig und leutselig. Mehrfach erwähnte er seine 89 Jahre alte Mutter – unter anderem mit Verweis auf die neue Europäische Datenschutzverordnung, die er vom Grundsatz her gut findet. „Meine Mutter ist Mitglied in mehreren Vereinen. Und von allen wird sie jetzt über die veränderte Richtlinie informiert. Sie glaubt bei jedem Schreiben, das sie zu diesem Thema öffnet, etwas falsch gemacht zu haben“, sagte der Politiker, der sich überdies zwar nicht als wichtigster, aber als schwergewichtigster Minister der Bundesregierung bezeichnete. „Ich habe mir jedes Kilogramm zu viel hart erarbeitet – durch den dienstlichen Besuch von diversen Festen und Empfängen, bei denen ich gern die Spezialitäten der jeweiligen Region verkoste“, betonte er.

Auch in Eberswalde wurde Peter Altmaier am Ende von Bürgermeister Friedhelm Boginski mit einem schmackhaften Geschenk belohnt: Er konnte Eberswalder Würstchen, Bockwürste und Bratwürste mit nach Hause nehmen. „Die werde ich gleich heute Abend noch probieren“, kündigte der Minister an.

www.dialog-ueber-europa.de

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