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In der Sparte „Zur Sonne“ steht ein Garten leer, obwohl es mehrere Interessenten gibt

Rauschgift
Nach Cannabis-Anbau Streit um Pacht

Tatort hinter Planen: In diesem Gewächshaus soll Cannabis angebaut worden sein.
Tatort hinter Planen: In diesem Gewächshaus soll Cannabis angebaut worden sein. © Foto: Sven Klamann
Sven Klamann / 31.07.2018, 06:15 Uhr
Eberswalde Tatort Kleingarten: In einem Gewächshaus in einer Parzelle der Anlage „Zur Sonne“ soll illegal Cannabis angebaut worden sein. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Dass Manfred Eichstädt, der Vorsitzende des Vereins, das Areal noch immer nicht neu verpachten kann, obwohl die Interessenten Schlange stehen, hat offenbar jedoch andere Gründe.

Der Vereinsvorsitzende ist alles andere als ein Streithansel. „Ich will keinen Ärger“, sagt der Ruheständler, der seit 2013 ehrenamtlich die Sparte „Zur Sonne“ leitet, in der es 94 Parzellen gibt. Doch Manfred Eichstädt liegt viel daran, dass alles in geordneten Bahnen läuft. Und so war er verwundert, als ihm im Sommer vorigen Jahres die zahlreichen Kurzbesuche von jungen Leuten in dem knapp 360 Quadratmeter großen Garten auffielen. Die Unbekannten kamen immer erst in den Abendstunden, verschwanden in einem winzig kleinen Gewächshaus und waren schon bald wieder weg. Dem Vereinsvorsitzenden kam dies nicht geheuer vor. Er bat einen Spartenfreund, ihm als Zeuge zur Verfügung zu stehen, und verschaffte sich eines Tages Zugang zu dem Garten. Im Gewächshaus hätten sein Begleiter und er viele Pflanzen sowie einen tragbaren Heizkörper gesehen und einen süßen Geruch wahrgenommen. „Ich habe dann einen weiteren Kleingärtner zu Rate gezogen, der früher bei der Kriminalpolizei gearbeitet hat und meinen Verdacht bestätigt hat, es könne sich um Cannabis handeln“, berichtet Manfred Eichstädt.

Im Namen des Vorstandes habe er umgehend den Bezirksverband der Kleingärtner für Eberswalde und Umgebung in Kenntnis gesetzt und Anzeige bei der Polizei erstattet, blickt der Vereinsvorsitzende zurück.

Ende des Jahres sei durch eine turnusmäßige Kontrolle überdies herausgekommen, dass der Pächter des Kleingartens seine Pachtzahlungen nicht geleistet habe, fügt Manfred Eichstädt hinzu. In der Konsequenz sei dem säumigen Zahler gekündigt worden.

„Die Angelegenheit ist noch nicht durch“, sagt Horst Kleiner, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes der Kleingärtner, in dem 67 Vereine organisiert sind, die über 3600 Parzellen verfügen. Zu den Details der Pachtsache will sich Horst Kleiner mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht äußern. Der Bezirksverband habe auch keine Kenntnis darüber, wie weit die Ermittlungen wegen des Cannabis-Anbaus gediehen seien und ob die Polizei den Kleingarten schon wieder freigegeben habe.

„Die Staatsanwaltschaft hat den Fall schon Anfang des Jahres wieder an uns zurückgegeben. Es galt also, weitere offene Fragen zu klären“, sagt Bärbel Cotte-Weiß, Sprecherin der Polizei-Direktion Ost in Frankfurt (Oder). In den Streit um den Pachtvertrag mische sich die Ermittlungsbehörde nicht ein.

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