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Veganes
Alles mit Leidenschaft

Lust aufs Besondere: Zora Pepita Pitz (23) und Sebastian Weiß (35) stehen in ihrem zukünftigen Café „KoBaMugasmus“, dessen Aufbau dem Paar noch jede Menge Einsatz abverlangt. Im Oktober will das Paar die ersten Gäste begrüßen. Anfangs wird montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein.
Lust aufs Besondere: Zora Pepita Pitz (23) und Sebastian Weiß (35) stehen in ihrem zukünftigen Café „KoBaMugasmus“, dessen Aufbau dem Paar noch jede Menge Einsatz abverlangt. Im Oktober will das Paar die ersten Gäste begrüßen. Anfangs wird montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein. © Foto: Sven Klamann
Sven Klamann / 04.08.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 04.08.2018, 12:45
Eberswalde (MOZ) Zora Pepita Pitz (23) und Sebastian Weiß (35) sind gerade dabei, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen: Im Oktober will das Paar in der Barnimer Kreisstadt das erste vegane Café eröffnen. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg dorthin haben die Wahl-Eberswalder bereits geschafft.

Noch ist das zukünftige Café eine  Baustelle. Zora Pepita Pitz und Sebastian Weiß schwingen den Pinsel und ziehen Trennwände ein. Demnächst wird die Küche geliefert. Es gehört Phantasie dazu, sich den Gastronomiebetrieb im Cafe „KoBaMugasmus“ schon jetzt vorzustellen. Der Name, das geben seine Schöpfer gern zu, mag beim ersten Hören irritieren und unter Umständen sogar zu leicht frivolen Gedanken verführen. „KoBaMugasmus steht für Kochen, Backen und Musik mit Hingabe und Leidenschaft“, verrät die gelernte Köchin, die ihre ersten beruflichen Erfahrungen in einem veganen Restaurant in Berlin gesammelt hat, das so anerkannt ist, dass es sogar in den Guide Michelin aufgenommen wurde. „Wer das geschafft hat, steht kurz vor seinem ersten Stern“, zollt die 23-Jährige ihrem ehemaligen Arbeitgeber Respekt. Danach hat die gebürtige Berlinerin unter anderem für den Landwirtschaftsbetrieb Brodowin gekocht und den Eberswalder Regionalladen mit Törtchen beliefert. Da war sie mit ihrem Herzallerliebsten, den sie seit fast sechs Jahren kennt, längst nach Eberswalde gezogen. Ihr Studium des Unternehmensmanagements, das sie vor drei Semestern an der Hochschule aufgenommen hatte, wird sie nicht beenden, weil ihr der Aufbau ihres Cafés wichtiger ist.

„Eigentlich wollten wir nur eine Freundin zum Studium an der Hochschule begleiten“, blickt Sebastian Weiß zurück. Doch das Paar habe sich auf Anhieb in Eberswalde verliebt. „Wir waren vor allem vom vielen Grün und von den zahlreichen Badeseen begeistert“, sagt der Altenpfleger, der ursprünglich aus Stuttgart kommt, jahrelang in Berlin gelebt hat und inzwischen im Pflegeheim am Drachenkopf arbeitet.

Beide sind überzeugte Vegetarier. Sie verzichtet seit 14 Jahren, er seit fünf Jahren darauf, Fleisch zu essen – für die Gesundheit und für das Tierwohl. Dies habe auch den Ausschlag dafür gegeben, im „KoBaMugasmus“ konsequent allein vegetarische und vegane Kost aufzutischen, betont Zora Pepita Pitz, deren größter Wunsch es immer gewesen ist, ihre kulinarische Kreativität und ihre Begeisterung fürs Kochen und Backen im eigenen Restaurant ausleben zu können.

In seiner Vermieterin hat das Paar beinahe so etwas wie eine Verbündete gefunden. „Wir haben die 110 Quadratmeter, von den 70 Quadratmeter die eigentliche Gaststube sind, zu wirklich fairen Konditionen überlassen bekommen“, berichtet Sebastian Weiß. Auch mit zwei Crowdfunding-Kampagnen waren die angehenden Café-Betreiber erfolgreich. Das erste Mitfinanzierungsersuchen im Internet hat die erhofften 2000 Euro erbracht. Die zweite Runde soll 5000 Euro einbringen, die schon fast zusammen sind. „85 Leute haben sich an der Aktion beteiligt, darunter nur drei Verwandte“, erzählt Zora Pepita Pitz. Die Geldgeber können zum Beispiel zwischen Genussgutscheinen und Kochworkshops als Gegenleistung wählen.

Beim Gespräch mit der Bank habe es enorm geholfen, dass die Crowdfunding-Kampagne auf eine so große Resonanz gestoßen sei. „Wir haben die Zusage in der Tasche“, sagt Sebastian Weiß. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstütze den Café-Aufbau mit einem Gründerdarlehen über 32 500 Euro.

Es sieht also gut aus für das Café „KoBaMugasmus“, das möglichst am 1. Oktober eröffnen soll. „Wir machen uns deswegen aber keinen Druck. Wenn es ein paar Tage länger dauern sollte, ist das auch nicht schlimm“, findet Zora Pepita Pitz. Auf der Karte werden neben Kuchen und Torten auch herzhafte Tagesgerichte stehen.

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