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Kulturhaus Heidekrug in Joachimsthal für bundesweiten Nachbarschaftspreis nominiert

Nominierung
Kultur von nebenan

Nächste Veranstaltung schon im Anschlag: Fast jede Woche ein anderer Film, dazu Konzerte und mehr. Gabriele Hinz (v. l.), Jens-Tilo Weise, Ruth Butterfield und Tommy Krause vom Verein Heidekrug Joachimsthal 2.0 planen die nächsten Termine. Im Hintergrund der große Saal des Heidekrugs.
Nächste Veranstaltung schon im Anschlag: Fast jede Woche ein anderer Film, dazu Konzerte und mehr. Gabriele Hinz (v. l.), Jens-Tilo Weise, Ruth Butterfield und Tommy Krause vom Verein Heidekrug Joachimsthal 2.0 planen die nächsten Termine. Im Hintergrund der große Saal des Heidekrugs. © Foto: Andreas Gora
Julia Lehmann / 07.08.2018, 08:45 Uhr
Joachimsthal (MOZ) Fast jeder Joachimsthaler dürfte das Kulturhaus Heidekrug  2.0 für seine regelmäßigen Kinoabende kennen. Dahinter steckt ein gut 30 Leute starker Verein. Auf Empfehlung eines bisher Unbekannten ist das Haus nun für den diesjährigen Nachbarschaftspreis nominiert worden.

Wem auch immer es zu verdanken ist, dass die Stiftung nebenan.de auf das Joachimsthaler Kulturhaus aufmerksamen geworden ist. Ruth Butterfield, Jens-Tilo Weise und Gisbert Amm, alle Mitglied des Vorstands, haben das Angebot, sich dafür zu bewerben, gern angenommen. Um den bundesweiten Publikumspreis zu ergattern, müssen Stimmen gesammelt werden. Am frühen Montagnachmittag hatten 698 Menschen für den Heidekrug gestimmt. Für die Veranstalter ganz klar ein Zeichen: der Bekanntheitsgrad wächst. Insgesamt sind mehr als 19 000 Stimmen für die 104 bundesweit nominierten Projekte abgegeben worden. Bis 22. August ist das noch möglich.

Mit seiner Stimmenanzahl belegt der Heidekrug derzeit den dritten Platz. Zum Vergleich: Das Ickerner Bürgerpicknik liegt mit mehr als 1300 Stimmen auf Platz eins. Eine Fachjury bestimmt außerdem je einen Sieger der 16 Bundesländer und zwei Bundessieger. Verliehen werden die Preise unter Vereinen oder Projekten, bei denen sich die Menschen für ihren Ort, ihre Nachbarn, einsetzen und ein Gemeinschaftsgefühl stärken.

Vor acht Jahren gründeten Ruth Butterfield und ihre Mitstreiter den Verein. Seither ist viel passiert. Jens-Tilo Weises Frau Gabriele Hinz, ebenfalls Vereinsmitglied, kaufte das 1899 errichtete Gebäude mit dem großen Veranstaltungssaal nach 15-jährigem Leerstand. Von da an hat es nicht nur eine Wiederbelebung erfahren, sondern auch eine Schönheitskur. Mithilfe von Fördergeldern und vielen ehrenamtlichen Händen konnte saniert werden. Das Dach war undicht, eine Heizung gab es nicht. An der Bar können heute Gäste mit Getränken versorgt werden, es gibt eine Bühne und eine Grundausstattung für Licht und Sound. Die 50 000 Euro Eigenanteil gilt es noch abzustottern. „Es ist Utopie zu glauben, man könne mit Kultur was erwirtschaften“, sagt Jens-Tilo Weise (48).

Ums Geld geht es also nicht. „Es ist ein Ausgleich“, so der Anwalt. Man wolle kulturelle Veranstaltungen in einem Ort anbieten, in dem es so etwas kaum gibt. „Ich finde klasse, dass man etwas bewegen kann. Ein gutes Gefühl“, sagt Weise. „Wir wollen aber etwas zeigen, dass uns selbst auch gefällt“, sagt Ruth Butterfield (50). Vielleicht auch eine Belohnung für sich selbst. Schließlich wirken alle – bishin zum13-jährigen Tommy Krause, der die Technik steuert – ehrenamtlich. Zu den besonders gut besuchten Abenden zählen Auftritte von Gerhard Schöne. Da sind dann gern mal alle 200 Stühle besetzt.

„Es ist schwierig, an die Leute ranzukommen“, sagt Jens-Tilo Weise. Man passe sich also auch der Nachfrage an. So gibt es jährlich auch eine Geflügelschau. Man wolle offen bleiben. Seit mehreren Jahren spielt jedes Jahr vor Weihnachten das Salonorchester des Brandenburgischen Konzertorchesters. Und für den Oktober habe man erstmals eine Tanzveranstaltung mit ins Programm genommen. Eine Live-Band spielt Stücke aus den 70er- bis 90er-Jahren. Gerechnet wird immer so: 20 Prozent der Einnahmen aus dem Eintritt sowie die Einnahmen der Bar bleiben beim Heidekrug, 80 Prozent bekommt der Künstler.

Während sich bei der Mehrzahl an Konzerten und Kinoabenden vor allem ein Publikum im Alter 40 plus einfindet, kommen bei den Outdoor-Veranstaltungen „Draußen unterwegs“ gern alle Generationen zusammen. Über mehrere Tage wird ein Überlebenscamp organisiert. Man sei in Joachimsthal durchaus der Kultur-Hotspot, findet Jens-Tilo Weise. Man pflege aber dennoch immer Kooperationen zu anderen Akteuren. Auch etwas, das zur Nachbarschaftlichkeit zählt.

www.nachbarschaftspreis.de

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