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Weltfriedenstag prägt 582. Ausgabe von Guten-Morgen / Konzert und Kundgebung auf Marktplatz

Weltfriedenstag
Klare Botschaften und mitreißende Musik

Von „Kleine weiße Friedenstaube“ bis „99 Luftballons“: Die Kinder der Klasse 4 b aus der Grundschule Britz steuern ein besonders erfrischendes Programm bei. Ihre Klassenlehrerin Marietta Knoll begleitet sie auf der Gitarre.
Von „Kleine weiße Friedenstaube“ bis „99 Luftballons“: Die Kinder der Klasse 4 b aus der Grundschule Britz steuern ein besonders erfrischendes Programm bei. Ihre Klassenlehrerin Marietta Knoll begleitet sie auf der Gitarre. © Foto: Andreas Gora
Sven Klamann / 03.09.2018, 06:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der Weltfriedenstag hat am Sonnabendvormittag die 582..Ausgabe von Guten-Morgen-Eberswalde geprägt. Bei den knapp 100 Besuchern auf dem Marktplatz kam das Programm bestens an, das eher Kundgebung als Konzert war, obwohl auch die Musik nicht fehlte. Die Macher der Veranstaltungsreihe für kulturelle Interventionen im Zentrum der Barnimer Kreisstadt hatten sich mit dem Bündnis für Frieden in Eberswalde zusammengetan, das es seit 2001 gibt.

Gleich drei Redner traten ans Pult. Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski erinnerte in seiner Ansprache an das Schicksal vieler Älterer, die Krieg und Vertreibung noch selbst erlebt hätten, und schlug einen Bogen zu seinem Enkelsohn, der just am Antikriegstag sechs Jahre alt geworden sei. „Ich möchte nicht, dass der Junge in einer Welt aufwächst, die von Gewalt und Hass dominiert wird“, sagte er. Die Probleme überall auf der Erde dürften nicht kleingeredet werden. Es gelte, gemeinsam Lösungsansätze zu suchen, anstatt Konflikte zu schüren.

Als Gründungsmitglied des Bündnisses für Frieden in Eberswalde rief Albrecht Triller dazu auf, den Aufruf „Abrüsten statt aufrüsten“ zu unterschreiben, in dem unter anderem der Verzicht der Bundeswehr auf alle Auslandseinsätze, eine drastische Reduzierung des Rüstungsetats und ein Stopp aller Rüstungsexporte gefordert werden. Der Stadtpolitik unterbreitete Albrecht Triller den Vorschlag, über die Möglichkeit zu diskutieren, Eberswalde zur „Freien Flüchtlingsstadt“ zu erklären und damit eine Initiative aufzugreifen, die es bundesweit bereits seit 1886 gebe. „Der positive Umgang mit Flüchtlingen in Eberswalde unterstützt diesen Gedanken“, betonte der Redner.

Und Martin Appel, Finower Pfarrer im Ruhestand, nahm die Zuhörer zunächst auf eine Zeitreise in den Herbst 1981 mit, als ihm im Jugendkeller der evangelischen Kirche von den Heranwachsenden der Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ geradezu aus den Händen gerissen worden sei. Mit der Aufnäher-Aktion habe die staatsunabhängige Friedensbewegung in der DDR ihren Anfang genommen. Und das Bibelwort gelte noch immer. „Man kann nicht Frieden schaffen mit Waffen. Man kann nicht Frieden herbeibomben, weder in Syrien noch im Gaza-Streifen, weder in Afghanistan noch sonst wo. Und wir in Deutschland sind verwickelt in viele dieser Kriege, denn unser Land ist der drittgrößte Waffenexporteur weltweit“, sagte Martin Appel. Dies sei beschämend, dies sei ein Skandal, dies sei eine Sünde gegen Gott.

Den musikalischen Reigen hat die Liedermacherin Merle Weißbach aus Biesenthal eröffnet, die sich am Cello begleitete. Zwölf Kinder aus der Klasse 4 b der Grundschule Britz und elf Mitglieder des Eberswalder Chores Iwuschka  rundeten das ebenso mitreißende wie nachdenklich stimmende Programm ab.

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