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Wissenspreisträger um Malte Larsen suchen nach neuen Räumlichkeiten für ihre Pilzforschung / Fleischalternative nun im Fokus

Forschung
Ein Platz zum ungehinderten Wachstum

Pilzfans: Nicolas Hess (l.) und Malte Larsen mit ihren Prototypen. Die marmeladenglasgroßen Zylinder bestehen aus Holzspänen, die durch ein Pilzgeflecht zusammengehalten werden.
Pilzfans: Nicolas Hess (l.) und Malte Larsen mit ihren Prototypen. Die marmeladenglasgroßen Zylinder bestehen aus Holzspänen, die durch ein Pilzgeflecht zusammengehalten werden. © Foto: Marco Marschall
Marco Marschall / 05.09.2018, 06:02 Uhr - Aktualisiert 05.09.2018, 08:31
Eberswalde (MOZ) Erst im Juni hatten wir berichtet, dass die Pilzforscher um Malte Larsen aus Räumen des Hebewerk-Vereins im Brandenburgischen Viertel in die Labore der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung umgezogen sind. Das Team hatte für seine Arbeit an einem Plastikersatz aus Pilzen kurz zuvor den Galileo-Wissenspreis abgeräumt und in der Hochschule ein neues Zuhause gefunden, in dem es nun aber nicht mehr aktiv ist.

„Ein Problem war, dass das komplette Team nicht mit hineindurfte“, sagt der 31-jährige Larsen, der an der HNE seinen Bachelor für International Forest Ecosystem Management gemacht hat und weiterhin als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule tätig ist. Zur dreiköpfigen Gruppe gehört auch der 50-jährige Nicolas Hess, Master für  Forest Information Technology und freiberuflich tätig. Hinzukommt ein breites Netzwerk aus Forschern im Bereich alternativer Materialien, das Larsen den Zugang zum Projekt ermöglichen wollte und dabei auf Hürden stieß. „Unser Projekt lebt einfach vom Austausch“, erklärt der Pilzfan, der sich zwar weiterhin im Gespräch mit der Hochschule  befindet, aber auch nach Alternativen sucht. Diverse Objekte sind im Visier. Noch aber ist keine Entscheidung gefallen.

Klar ist: Malte Larsen und Nicolas Hess brauchen Platz. 200 bis 300 Quadratmeter wären ideal. Am besten Keller oder Bunker – Räume, in denen ein gleichmäßiges Klima herrscht. „Damit simulieren wir den kühlen schattigen Wald“, sagt Nicolas Hess. Strom, Wasser, Zu- und Abluft – das alles müsste in der neuen möglichst preisgünstigen Forschungsstätte vorhanden sein. Im Raum Eberswalde wollen die Pilzfreunde gern bleiben. Ihr Schwerpunkt aber dürfte sich verlagern.

Grund dafür ist das Unternehmen Ecovate aus den USA. Das habe sich, wie Larsen berichtet, die Herstellung von Material aus Pilz-Substrat-Verbindungen patentieren lassen. „Das ist so, als würde man sich Brotbacken patentieren lassen“, meint Larsen. Denn in der Pilzzucht entstünden solche Verbindungen seit jeher. Forschung sei weiterhin erlaubt. Sobald es aber um kommerzielle Verwendung geht, wird es problematisch. Das kleine Team aus Eberswalde stünde rechtlich dann einem mächtigen Global Player gegenüber.

Deshalb wollen sich Larsen und Hess nun auf einen zweiten Zweig konzentrieren: die Herstellung einer Fleischalternative aus Pilzen. Schmackhafte Erfolge hätten sie bereits erzielt. Der Vorteil gegenüber Tofu: ihr Erzeugnis basiert nicht auf Soja, sondern auf etwas, das in der Region wachsen kann – das damit klimafreundlicher und nachhaltiger ist. (mm)

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