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Die Welt wartet auf ihre Fähigkeiten. 61 junge Handwerksgesellen sind in der Eberswalder Kirche am Freitag freigesprochen worden.

Junggesellen
Auf in eine unfertige Welt

Bäckers Bester: Vincent Tavernier – ein Name, der nach italienischer Konditorenkunst klingt. Und in der Kreation von Süßem hat der frischgebackene Bäckergeselle aus Eberswalde wohl auch seine Bestimmung gefunden. Gabriele Glänzel-Greulich (von hinten) und Kerstin Rehfeldt (r.) gratulieren zum Abschluss mit Auszeichnung.
Bäckers Bester: Vincent Tavernier – ein Name, der nach italienischer Konditorenkunst klingt. Und in der Kreation von Süßem hat der frischgebackene Bäckergeselle aus Eberswalde wohl auch seine Bestimmung gefunden. Gabriele Glänzel-Greulich (von hinten) und Kerstin Rehfeldt (r.) gratulieren zum Abschluss mit Auszeichnung. © Foto: Sören Tetzlaff www.barnim-foto.
Marco Marschall / 14.09.2018, 21:02 Uhr - Aktualisiert 15.09.2018, 15:14
Eberswalde (MOZ) 64 waren zur Prüfung angetreten. 61 Handwerksgesellen aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Barnim haben sie geschafft und dürfen nun unter anderem als Elektroniker, Bäcker oder Tischler arbeiten. Wie ihnen Kreishandwerksmeister Uwe Manke versicherte, gibt es viel zu tun.

Es ist seit Langem Tradition, dass die Gesellen der Kreishandwerkerschaft Barnim nach erfolgreicher Ausbildung am Ende des Sommers in der Maria-Magdalenen-Kirche von Eberswalde freigesprochen werden. Doch nicht nur Barnimer Gesellen freuen sich nach der Zeremonie über Sekt und Eberswalder Spritzkuchen. Das Territorium der Handwerkerschaft geht über die Kreisgrenzen hinaus. So waren auch diesmal wieder Junggesellen aus Märkisch-Oderland, dem Landkreis Oder-Spree, vereinzelt auch aus Frankfurt und der Uckermark bei der Übergabe der begehrten Briefe dabei.

Es ist mittlerweile auch Tradition, dass Pfarrer Hanns-Peter Giering zu allen spricht und der Handwerkerwitze nicht müde wird. Er bettet sie in seine Rede ein, die auch das feierliche Ambiente selbst jedes Jahr wieder thematisiert. Die Kirche als Zeugnis großer Handwerkskunst, die Jahrhunderte überdauert hat. „Mauern, die seit 700 Jahren hier stehen und Dachbalken, die seit 700 Jahren hier aufliegen“, betont der Pfarrer dann und wünscht den jungen Handwerkern einen „Blick dafür, ob das, woran ihr arbeitet, den Menschen gut tut“.

Neu sind in jedem Jahr die Gesichter derer, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. 61 von 64 haben diesmal die Prüfung bestanden. Im vergangenen Jahr waren es 51 von 60 Lehrlingen. Auffällig ist die enorm hohe Zahl von Friseurinnen, die ihren Gesellenbrief erhalten. 20 sind es insgesamt, unter ihnen nur drei Friseure. Das Geschäft mit Kamm und Schere bleibt also fest in Frauenhand.

Die Gesellenbriefe in allen anderen Berufen gingen zum überwiegenden Teil an Männer. Doch es gibt auch immer wieder Ausreißer. In Sachen Qualität stehen die Damen den Herren in nichts nach. So gehörte Désirée Kosel aus Wandlitz zum Beispiel zu den Jahrgangsbesten Tischlern. „Bestnoten in allen Bereichen“, bescheinigte ihr Kerstin Rehfeldt von der Kreishandwerkerschaft. „Wenn ich etwas mache, dann richtig und mit meiner ganzen Energie“, zitierte sie die erfolgreiche Junggesellin, die seit einem Besuch der Komischen Oper Bühnenbildnerin werden möchte.

Gleich mehrere Tischlergesellen konnten in diesem Jahr Auszeichnungen einheimsen. Voraussetzung dafür ist mindestens die Note 2 in der Fertigkeitsprüfung. Zu den Geehrten zählte auch Kai Haseloff aus Groß Schönebeck, der mit dem Erlernen des Tischlerhandwerks eine Familientradition fortführt, die bis ins 19. Jahrhundert reicht.

Bei den Bäckern wurde Vincent Tavernier für seine Leistung hervorgehoben. Er lernte bei den Eberswalder Brot- und Feinbackwaren und kreiert, wie die Laudatio von Kerstin Rehfeldt verriet, gern Torten.

Musikalisch versüßt wurde den Junggesellen und ihren Familien der Vormittag vom Trio „Kosh & Friends“, deren Cover-Versionen von Andreas Bouranis WM-Hit „Auf uns“ und Leonard Cohens Schmusesong „Hallelujah“ mittlerweile fest zum Ablauf einer jeden Gesellenfreisprechung in Eberswalde gehören.

Ebenso wie die Image-Filmchen, die über die Leinwand flimmern und für die Bedeutung des Handwerks werben sowie die aufbauenden Worte in der Ansprache von Kreishandwerksmeister Uwe Manke. „Die Welt war noch nie so unfertig wie jetzt“, bescheinigte er auch diesem Jahrgang. Auf die 61 Junggesellen würden genug sichere Arbeitsplätze warten.

Freispruch für 24 Barnimer

■Metallbauer: Matthias Braun (Eberswalde)

■Bäcker: Vincent Tavernier (Eberswalde)

■ Kfz-Mechatroniker PKW: Christoph Lange (Eberswalde), Ivan Redkov (Bernau), Fritz Schulz (Joachimsthal)

■ Elektroniker: Kevin Gohde (Eberswalde), Nadine Hoffmann (Werneuchen)

■ Kfz-Mechatroniker Nutzfahrzeuge: Christoph Retschlag (Eberswalde)

■ Tischler: Fabian Buckow (Rüdnitz), Kai Haseloff (Groß Schönebeck), Désirée Kosel (Wandlitz), Julian Kuhlmann (Eberswalde), Pascal Seibt (Panketal), Edgar Sternberg (Eberswalde), Moritz Alexander Weber (Panketal), Hannes Wendland (Melchow)

■ Friseur: Julia Hamann (Panketal), Sophie Karnstedt (Basdorf), Lorina Petrich (Britz), Linda Vogler (Ahrensfelde)

■ Maler, Lackierer: Paul Arndt (Liepe), Stefan Peters (Bernau), Justin Rückheim (Hohenfinow)

■ Zimmerer: Tim Köhler (Bernau)

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