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Das Landeskompetenzzentrum Forst, das Thünen-Institut für Waldökologie und die Materialprüfanstalt Eberswalde haben zur Zweiten Langen Nacht der Waldwissenschaften eingeladen.

Aktionstag
Europa schaut aufs grüne Eberswalde

Sven Klamann / 17.09.2018, 13:15 Uhr - Aktualisiert 17.09.2018, 18:33
Eberswalde (MOZ) Das grüne Herz der Barnimer Kreisstadt schlägt auf dem Waldcampus. Drei seiner Schrittmacher, das Landeskompetenzzentrum Forst, das Thünen-Institut für Waldökosysteme und die Materialprüfanstalt, haben sich am Freitag bei der zweiten Langen Nacht der Waldwissenschaften präsentiert.

Deutschlandweit ist die Waldbrandgefahr noch immer nicht gebannt. Seit fast drei Jahren wird auf dem Grünen Hügel an der Alfred-Möller-Straße 1 an einem Frühwarnsystem geforscht, das zuverlässig helfen könnte, bereits schwelende Feuer zu erkennen, bevor sie mit voller Wucht aufflammen. „Gemeinsam mit der Humboldt-Uni in Berlin, dem Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt/Oder und der Umwelt-Geräte-Technik GmbH in Müncheberg haben wir einen Sensor entwickelt, der die Wasserstoffkonzentration misst“, hat Jürgen Müller gesagt, der die Forschungen auf der vier Hektar großen, seit 1972 bestehenden Versuchsfläche verantwortet, die das Thünen-Institut bei Britz unterhält. Das Wirkprinzip des Sensors sei denkbar einfach. Es beruhe darauf, dass Wasserstoff entstehe, wenn organische Stoffe zu schwelen begännen. Zu seinen Zuhörern gehörte Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD), der direkt um Hilfe gebeten wurde. Denn das Forschungsprojekt zur Früherkennung von Waldbränden läuft im kommenden Frühjahr aus. „Wir brauchen aber ein weiteres Jahr, um unsere Entwicklungsarbeit abzuschließen und einen risikofreudigen Mittelständler zu finden, der die Serienproduktion übernimmt“, betonte Jürgen Müller. Pro Quadratkilometer Wald würden 25 bis 30 Sensoren genügen, um entstehende Brände rechtzeitig bemerken zu können, führte der Leiter der Versuchsfläche aus.

„Welche Schäden Waldbrände anrichten, haben wir in diesem Sommer in Brandenburg leidvoll erfahren“, sagte der Minister, der versprach, das Anliegen der Projektverlängerung zu prüfen.

Das Landeskompetenzzentrum Forst, das Thünen-Institut für Waldökologie und die Materialprüfanstalt Eberswalde haben auf dem Waldcampus in Eberswalde die zweite Lange Nacht der Waldwissenschaften ausgerichtet.
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Zweite Lange Nacht der Waldwissenschaften

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Die Lange Nacht der Waldwissenschaften war voll und ganz dazu geeignet, bei den zahlreichen Besuchern Lokalstolz zu schüren. Denn im Landeskompetenzzentrum Forst und im Thünen-Institut mit jeweils etwa 60 Beschäftigten sowie in der Materialprüfanstalt mit rund 20 Mitarbeitern wird buchstäblich Bahnbrechendes geleistet. So blickt das Landeskompetenzzentrum mit seinen Fachbereichen Waldressourcenmanagement, Waldökologie und Monitoring, Waldschutz und Wildökologie brandenburgweit auf den Klimawandel, um die Forstpraktiker mit den Ergebnissen seiner angewandten Forschung zu versorgen. „Wir erstellen jährlich den Waldzustandsbericht für Brandenburg und verantworten die Waldinventur, bei der alle zehn Jahre, das nächste Mal 2023, nach einem vorgegebenem Raster Aussagen zum Baumbestand gesammelt werden“, sagte Michael Luthardt, der Leiter des Landeskompetenzzentrums.

Im Thünen-Institut werden sogar die Walddaten aus 42 Ländern Europas zusammengefasst und ausgewertet. Die für den Laien unfassbar vielen Informationen fließen zum Beispiel in Waldzustandsberichte und Bodenzustandserhebungen und werden fürs intensive forstliche Umweltmanagement herangezogen. „In Eberswalde betreiben wir das Programmkoordinierungszentrum für Europa“, erklärte Tanja Sanders, die den Bereich für Waldökologie und Biodiversität leitet.

Und in der Materialprüfanstalt nehmen die Beschäftigten im Kundenauftrag europaweit Hölzer, Holzwerkstoffe und Holzschutzmittel unter die Lupe. Überdies wird unter anderem die Wirksamkeit von Holzschutzmitteln begutachtet.

Schon jetzt stehe fest, dass die Trockenheit Brandenburgs Wälder erheblich zugesetzt habe. „Im nächsten und im übernächsten Jahr werden wir es verstärkt mit Schädlingsbefall zu tun bekommen“, prognostizierte Michael Luthardt bei der Langen Nacht der Forstwissenschaften.

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