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Albtraum an der Weser: „Unvergessen“

Frank Rohde: „Wir wussten nach dem ersten Spiel, dass wir nicht durch sind.“
Frank Rohde: „Wir wussten nach dem ersten Spiel, dass wir nicht durch sind.“ © Foto: Uli Gelmroth
Stefan Zwahr / 11.10.2018, 00:15 Uhr - Aktualisiert 11.10.2018, 09:16
Bremen (MOZ) Eberswalde. Um dieses Spiel ranken sich viele Mythen. Am 11. Oktober 1988 war der BFC Dynamo im Europapokal der Landesmeister beim SV Werder Bremen zu Gast – und verlor nach dem schier sensationellen 3:0-Hinspielerfolg mit 0:5. Was ist damals wirklich passiert? 30 Jahre danach schildern der damalige Trainer Jürgen Bogs und sein langjähriger Abwehrspieler Frank Rohde ihre Erinnerungen. Beide waren später in der Region tätig.

Lange überlegen müssen die beiden Clublegenden nicht, wenn sie auf die Ereignisse von damals angesprochen werden. „Eigentlich bleibt so etwas immer in Erinnerung“, sagt Ex-Preussen-Trainer Rohde – zeigt sich dann aber doch verwundert: „30 Jahre ist das schon her? Wahnsinn!“

In der Partie selbst sei die Welt zur Pause noch in Ordnung gewesen. Dynamo lag mit 0:1 zurück. „Dann hat sich Bremen in einen Rausch gespielt. Was die in der Offensive hatten, war aber auch sensationell. Über ,Kalle’ Riedle müssen wir nicht sprechen. Und auch Norbert Meier, Mirko Votava und Manfred Burgsmüller waren dabei. Die waren genial und haben das Ding so umgebogen.“ Rohde erinnert sich daran, dass Frank Pastor eine Riesenchance zum 1:3-Anschlusstreffer gehabt habe. „Dann wären wir wieder im Rennen gewesen.“ Letztlich sorgten Michael Kutzop (22.), Günter Herrmann (55.), Karl-Heinz Riedle (62.), Manfred Burgsmüller (70.) und Thomas Schaaf (90.) für den Endstand.

„Eine einzige Katastrophe“ sagt Jürgen Bogs rückblickend. „Im Spiel lief alles quer. Angefangen in der 22. Minute. „Rune Bratseth wäre mit Ball ins Aus gelaufen, aber ,Wuschi’ verschuldete einen Elfmeter. In der zweiten Halbzeit ging gar nichts mehr. Da sind die Tore gefallen, und eins war besser als das andere.“ Nach vier Jahrzehnten im Trainergeschäft sagt Bogs: „Es war die spektakulärste Niederlage in meiner Laufbahn. Die bitterste war es nicht.“ In dieser Kategorie führe eindeutig ein Ergebnis von 1978. Nach dem 5:2-Hinspielsieg musste der BFC bei Roter Stern Belgrad in der Nachspielzeit das 1:4 hinnehmen. „Durch die Auswärtstor-Regelung waren wir damit raus.“

Ganz einfach war die Verarbeitung laut Frank Rohde aber nicht. „Die Enttäuschung war bei allen riesengroß. Es war Totenstille im Bus.“ Am Ende danach trafen sich die Spieler bei Rohde. „Wir haben ein bisschen was für den Mannschaftsgeist getan, weil wir nicht in eine Negativserie wollten.“ Das gelang: Am Sonnabend danach gelang ein 5:1 gegen den FC Karl-Marx-Stadt. Vergessen war das Bremen-Spiel damit nicht.

Ausführlich und mit Video: FuPa Brandenburg

 

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