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Zur Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Eberswalde und der Bäderstadt fehlen nur die Unterschriften

Bahnverkehr
Für 6,90 Euro nach Templin

Bahnhof in Lauerstellung: Noch ist am Bahnhof Templin Stadt kein Zug aus Eberswalde eingetroffen. Das soll sich mit dem Fahrplanwechsel im Dezember ändern. Bislang ist das nicht offiziell, ein Scheitern des Probebetriebs aber kaum noch denkbar.
Bahnhof in Lauerstellung: Noch ist am Bahnhof Templin Stadt kein Zug aus Eberswalde eingetroffen. Das soll sich mit dem Fahrplanwechsel im Dezember ändern. Bislang ist das nicht offiziell, ein Scheitern des Probebetriebs aber kaum noch denkbar. © Foto: Marco Marschall
Marco Marschall / 12.10.2018, 11:15 Uhr
Eberswalde Die Verträge sind noch nicht unterzeichnet, doch der Slogan steht schon. „Von der Waldstadt zur Bäderstadt“ soll der Werbespruch für den Probebetrieb der Bahnstrecke Eberswalde-Templin lauten. Das twittert die Tourismus Marketing Uckermark GmbH (TMU).

Nein, noch ist nichts offiziell. Die Verträge seien noch immer nicht geschlossen, lässt Steffen Streu, Sprecher im Infrastrukturministerium des Landes, auf Nachfrage der Zeitung wissen. Bei der TMU mit Sitz in Prenzlau ist man dafür mehr als zuversichtlich. „Ab Fahrplanwechsel Anfang Dezember 2018 fährt die RB63 von Templin über Joachimsthal nach Eberswalde“, verkündet die Gesellschaft via Twitter. Und auch einen Namen hat das Kind bereits: „Schorfheidebahn“ soll es laut TMU heißen. Bahnsteige auf der Strecke wurden extra dafür hergerichtet. „Von der Waldstadt zur Bäderstadt“ soll der Slogan für den dreijährigen Probebetrieb lauten.

Damit ist die Marketingabteilung offenbar schon ein Stück weiter als die Verantwortlichen in Ministerium und Kommunen. Ein Rückzieher des Landes, welches mit zuletzt vermeldeten knapp zwei Millionen Euro pro Jahr die Hauptlast am Vorhaben trägt, wäre angesichts der Vorbereitungen allerdings auch eine große Überraschung.

Die Finanzierungsvereinbarung liege im finalen Entwurf vor, heißt es von Wirtschaftsförderin Dana Schöttler aus dem Templiner Rathaus. Die Stadt, die das Vorhaben federführend mitvorangetrieben hat, gibt grünes Licht. Zuletzt hatte der Amtsausschuss von Joachimsthal zugestimmt, den Probebetrieb trotz Mehrkosten zu bezuschussen.

Strenggenommen geht es nämlich  um die Wiederbelebung der Bahnstrecke zwischen Joachimsthal und Templin. Zwischen Joachimsthal und Eberswalde ist der Zugverkehr nie eingestellt worden. Um mehr Fahrgäste für die Reise mit dem Zug zu begeistern, soll diese nun von Eberswalde bis nach Templin ohne Umsteigen ermöglicht werden. Sieben Mal geht es von der Waldstadt direkt in die Bäderstadt. Sieben Mal geht es auch wieder zurück. Dana Schöttler kennt die Details des Fahrplans, die, wie sie betont, bislang aber noch nicht verbindlich seien. Während bereits früher am Morgen Züge von Eberswalde nach Joachimsthal rollen, peilt der erste um 5.56 Uhr den Templiner Bahnhof an und ist eine knappe Stunde später am Ziel. Um 17.56 Uhr führe, Stand jetzt, der letzte Zug des Tages in die Uckermark.

In neun Ortschaften zwischen Start und Ziel soll die Schorfheidebahn Halt machen: Britz, Golzow, Althüttendorf, an beiden Joachimsthaler Bahnhöfen, Friedrichswalde, Ringenwalde, Götschendorf, Milmersdorf und Ahrensdorf. Der Preis für die Fahrkarte von Eberswalde nach Templin beziehungsweise in umgekehrter Richtung soll nach Informationen von Dana Schöttler 6,90 Euro betragen.

Den Zuschlag für den Betrieb hat die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) bekommen. Die Hanseatische Eisenbahn, welche die Gleise nach neuen Informationen nicht gekauft, sondern gepachtet haben soll, ist in Sachen Bahnfahren als Subunternehmer der NEB mit im Boot.

Gemeinsam sollen alle Kommunen, auch Eberswalde als neuer Partner, die Werbetrommel rühren. Wie bereits berichtet, sind wochentags 300 Fahrgäste das Ziel. Wann es die offizielle Meldung für den Start des Probebetriebs gibt, ist noch unklar. Laut TMU werde allerdings schon an einem Pressetermin für eine Probefahrt kurz vor Fahrplanwechsel gearbeitet.

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