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Investitionen
Millionenbeschluss im Mini-Format

Mehrgenerationenhaus erweitert: Planer Siegfried Wollenberg steht am Dienstag im Durchbruch zwischen neuem Anbau (vorn) und dem Raum in der unteren Etage, der von den Senioren genutzt wird. Sie und die Jugendlichen sollen im nächsten Jahr wieder in ihr Domizil ziehen. Seit der Planung wurde das Projekt stetig teurer.
Mehrgenerationenhaus erweitert: Planer Siegfried Wollenberg steht am Dienstag im Durchbruch zwischen neuem Anbau (vorn) und dem Raum in der unteren Etage, der von den Senioren genutzt wird. Sie und die Jugendlichen sollen im nächsten Jahr wieder in ihr Domizil ziehen. Seit der Planung wurde das Projekt stetig teurer. © Foto: Marco Marschall
Marco Marschall / 05.12.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 06.12.2018, 06:57
Joachimsthal (MOZ) Sieben von 15 Stadtverordneten haben auf der jüngsten Sitzung der Joachimsthaler den Haushalt für 2019 verabschiedet. Die Arbeiten am Mehrgenerationenhaus dauern an. Doch mit dem Umbau der Schulküche zur sportlichen Nutzung wartet bereits das nächste Großprojekt.

Wenn alle Fördermittel fließen, stehen in Joachimsthal Investitionen von 2,3 Millionen Euro an. Das hatte Bürgermeister René Knaak-Reichstein kurz vor einstimmigem Beschluss des Haushalts angemerkt. Der Hauptausschuss hatte den Plan zuvor wohl in dreistündiger Sitzung ausgiebig erörtert. Eingetütet wurde er nun von sieben gewählten Vertretern auf der Stadtverordnetenversammlung. Mehr als die Hälfte fehlten. Beschlossen wurde dennoch – nur ein Drittel braucht die Versammlung, solange keines ihrer Mitglieder die Beschlussfähigkeit anzweifelt.

Einige der Investitionen wurden vor der Entscheidung noch einmal angerissen. Den mit Abstand größten Posten wird der Umbau der Schulküche darstellen. 758 000 Euro soll die Maßnahme kosten, die laut Kämmerei, allerdings komplett durch Fördermittel von Land und Landkreis Barnim bezahlt wird.

Vorausgesetzt die Stadt erlebt keine bösen Überraschungen wie beim laufenden Anbau ans Haus der Generationen. Weil die Baupreise gestiegen waren und niemand die Arbeiten für die geplanten 137 000 Euro übernehmen wollte, packte Joachimsthal 50 000 Euro obendrauf. Später mussten weitere 15 000 Euro zusätzlich angefasst werden, weil im Zuge des Baus festgestellt wurde, dass der Fußboden im unteren Bereich des alten Gebäudes verfault ist.

Nun werden noch einmal 15 000 Euro zusätzlich gebraucht, weil die Elektrik im alten Gebäude nicht den aktuellen Standards entspricht. Diese Hiobsbotschaft hatte Bürgermeister René Knaak-Reichstein zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung überbracht. Das Geld soll wie die anderen Beträge auch aus einer Deckungsreserve von 120 000 Euro genommen werden, die die Stadt aufgelegt hatte, um Baukostensteigerungen von geförderten Projekten aufzufangen.

Um viel Geld geht es auch bei den Straßenausbaumaßnahmen, die Joachimsthal 2019 angehen will. 326 000 Euro wird, laut Kämmerei, die Triftstraße verschlingen. Zur Hälfte finanziert vom Kreis, zur anderen durch Anliegerbeiträge. Angepackt wird auch der Paradiesweg. Er schlägt mit 105 000 Euro zu Buche. 73 500 Euro bezahlen die Anlieger, den Rest die Stadt.

Wenn geplante Fördermittel in Höhe von knapp 200 000 Euro fließen, könnte auch der Radweg nach Leistenhaus in Angriff genommen werden. Insgesamt soll er 213 700 Euro kosten. Abhängig von Fördermitteln ist außerdem die Errichtung der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz, die mit 80 000 Euro zu Buche schlägt. Ein weiterer größerer Posten ist darüber hinaus die Anschaffung einer Kehrmaschine für den Bauhof für 50 000 Euro.

Das Geld, das die Stadt zur Verfügung hat, speist sich zum einen Teil aus den Schlüsselzuweisungen in Höhe von knapp zwei Millionen Euro sowie aus Steuern. Erwartet werden 800 000 Euro Einkommenssteuer, 327 000 Euro Grundsteuer B und 215 000 Euro Gewerbesteuern. Etwa eine halbe Million Euro summieren sich aus weiteren Steuern und Ausgleichszahlungen.

Ein großer Teil des eingenommen Geldes muss für die Umlagen aufgewendet werden. Knapp 1,3 Millionen Euro zahlt die Stadt ans Amt und mehr als 1,5 Millionen Euro an den Landkreis Barnim. Joachimsthal bleibt zudem mit 2,4 Millionen Euro verschuldet, die weiterhin Schritt für Schritt aus Grundstücksverkäufen getilgt werden.

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