Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Plattenbauten leer gezogen
Ab Januar sollen die Bagger rollen

Komplett leer gezogen: die Cottbuser Straße 25-31. Anfang 2019 wird die Platte abgerissen. Bevor die Bagger rollen, wollen sich Vermieter und Mieter vom Block verabschieden.
Komplett leer gezogen: die Cottbuser Straße 25-31. Anfang 2019 wird die Platte abgerissen. Bevor die Bagger rollen, wollen sich Vermieter und Mieter vom Block verabschieden. © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 05.12.2018, 06:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Er ist nicht ganz unumstritten in Eberswalde. Gleichwohl halten ihn der Eigentümer und die Stadt für notwendig: den Abriss der Platten Cottbuser Straße 25-31 und Brandenburger Allee 27-35. Im Januar soll es mit dem Rückbau losgehen. Die Finanzierung ist gesichert. Soeben hat die Wohnungsbaugenossenschaft Eberswalde-Finow für das Vorhaben im Brandenburgischen Viertel Fördermittel erhalten: rund 340 000 Euro. Dies entspreche einer etwa 95-prozentigen Zuwendung, so WBG-Vorstand Guido Niehaus. Je nach Wetter sind für den Abriss drei bis acht Wochen veranschlagt.

Beide Blöcke sind bereits leer gezogen. Zuletzt musste noch für etwa 30 Mietparteien eine Alternative gesucht werden. Im April/Mai habe man mit dem Wechsel begonnen. „Alle betroffenen Genossenschaftsmitglieder haben von uns ein Angebot erhalten“, so Niehaus. Viele seien im Quartier geblieben, einige seien auch nach Finow umgezogen.  Mit dem Abriss reduziert sich der Wohnungsbestand der Genossenschaft im Viertel um 90 Wohnungen. Wohnungen, für die es laut Vorstand keinen Markt gibt und deren Sanierung betriebswirtschaftlich keinen Sinn macht. Der Beginn des Abrisses soll „kulturell eingebettet“ werden. „Wir wollen uns von den Häusern ,standesgemäß’ verabschieden“, kündigt Niehaus an und macht zugleich neugierig.

Gleichzeitig habe die WBG große Anstrengungen zur Modernisierung ihrer Wohnungen unternommen.  Der Vorstand verweist etwa auf das Projekt „Heimathafen“, mit dem man auch neue Mieter gewonnen habe. Für Westend, Nordend, das Leibnizviertel und die Altstadt spricht Niehaus inzwischen von einer „Vollvermietung“. Im Laufe des Jahres sei es so gelungen, die Leerstandsquote von 17,5 auf 15,5 Prozent zu senken. „Vor zwei Jahren waren es noch 20 Prozent“, so Niehaus‘ Hinweis. Mittelfristig wolle die Genossenschaft die Zehn-Prozent-Marke erreichen.

Stadtweit liegt die Quote verwaister Wohnungen derzeit bei elf Prozent. „Mein Ziel zum Ende der Amtszeit sind sechs Prozent“, formuliert Bürgermeister Friedhelm Boginski seinen Anspruch. Im Wissen darum, dass dies nur mit der WBG gelingen kann. Denn sie ist im Brandenburgischen Viertel der größte Vermieter. Mit immerhin mehr als 1600 Wohnungen, von denen fast ein Drittel keinen Mieter hat.

90 nimmt die WBG nun also vom Netz. Gleichzeitig nimmt sie 2019 mit der Modernisierung der Havellandstraße 24-30 ein Projekt zur Aufwertung in Angriff. „Wir wollen eines der modernsten Wohngebiete schaffen“, so das Ziel der Genossenschaft. Dabei hat die WBG auch das Image im Fokus. Mit dem Slogan „Brand.Vier.“ soll ein frischer Wind wehen.(vp)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG