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Marcin Dymek will auch Abwehrchef auf dem Platz bleiben

Fußball
Doppelaufgabe für neuen Preussen-Trainer

In Doppelfunktion: Neu-Trainer Marcin Dymek beim Hallenturnier in Eberswalde
In Doppelfunktion: Neu-Trainer Marcin Dymek beim Hallenturnier in Eberswalde © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 08.01.2019, 11:39 Uhr
Eberswalde (MOZ) Überraschend war vor dem Fußball-Hallenturnier um den arxes-torlina-Cup der Brandenburgliga-Mannschaft von Preussen Eberswalde mitgeteilt worden, dass zur Rückrunde Abwehrchef Marcin Dymek neuer Trainer sein wird. Der bisherige Coach Obrad Marjanovic wird Sportlicher Leiter.

Man hatte bei Preussen Eberswalde in der Winterpause mit einigem gerechnet – mit einem Trainerwechsel wohl nicht. Platz 11 mit 17 Punkten ist zwar fernab von allen Wünschen, doch noch ist Anschluss an das breite Mittelfeld der Tabelle. Um so verwunderlicher, dass man bei Preussen Handlungsbedarf sah. Eher hätte man intensives Treiben bei Neuverpflichtungen vermutet, das aber trotzdem auf Hochtouren laufen soll.

„Obrad Marjanovic und ichhaben uns ergebnisoffen in Berlin getroffen, um über die Hinrunde zu reden und darüber, was wichtig für die Rückrunde ist“, berichtete Preussen-Präsident Danko Jur. Der Vorschlag sei im Gesprächsverlauf vom Trainer selbst gekommen, dass er zukünftig die sportliche Leitung der Mannschaft übernehmen möchte, erklärte Jur. Über-schrieben war die Aktion: Preussen fit machen für die Zukunft.

Erster Gedanke der beiden war: Abwehrchef Marcin Dymek soll das Training übernehmen. In Polen hatte er die UEFA-Lizenz abgelegt, die der A-Lizenz des DFB nahekommt. Erste Erfahrungen hatte Dymek bereits als Co-Trainer der U 19 von Pogon Szczecin gesammelt. „Ich bin heiß auf diese Aufgabe, habe nur ein paar Sekunden überlegt“, sagte der 32-Jährige lachend auf die Frage, ob er sofort zugesagt habe.

Bei Pogon Szczecin hatte Dymek mit elf Jahren das Fußballspielen begonnen und dort alle Nachwuchsbereiche durchlaufen. Später war er bei den Aufstiegen in die dritte und zweite polnische Liga als Spieler dabei. In der zweithöchsten Liga absolvierte er sechs Spiele für Pogon. Danach wechselte er in die NOFV-Oberliga Nord zum Torgelower FC Greif, und seit nunmehr etwa vier Jahren spielt Dymek bei den Preussen.

Der neue Preussen-Trainer wohnt auch weiterhin in Szczecin und sieht keine Probleme, Freundin, zwei Kinder, Arbeit und seine sportlichen Aufgaben unter einen Hut zu bekommen. „Meine Familie unterstützt mich dabei und meine Arbeit lässt mir viel Spielraum, auch kurzfristige Termine wahrnehmen zu können“, sagte Dymek. Dreimal in der Woche wird er zum Training bitten, dazu ein Spiel am Wochenende – wenn da noch etwas Unverhofftes dazukommt, da kommt der Pole aus dem Pendeln kaum noch heraus.

Einiges wird unter seiner Regie anders laufen, kündigte Dymek bereits an. Konkret wollte er jedoch noch nicht werden, das soll als erste die Mannschaft zum Trainingsauftakt am 17. Januar erfahren. Verstärkt möchte er jedoch auf die Jugend setzen, was auch dem unlängst geäußerten Vereinsziel entspricht. Doch bis dahin werden noch Jahre ins Land ziehen, bis ausreichend eigener Nachwuchs nachrückt. Dymeks Vertrag läuft auch erstmal nur bis zum Ende dieser Saison.

Obrad Marjanovic versteht seine künftige Tätigkeit als Sportlicher Leiter darin, den Kontakt zwischen Vorstand und Mannschaft zu halten sowie beratend zur Verfügung zu stehen. „Ich werde sicher meine Meinung äußern, aber es sind lediglich Ratschläge, mehr nicht“, sagte der Ex-Trainer.

Auch wenn zukünftig verstärkt der eigene Nachwuchs zum Zuge kommen soll, aktuell kann er noch nicht helfen. Arafa El-Mograbi hört definitiv auf. Auf Gerüchte, dass sein Sturmpartner Chinonso Solomon Okoro ebenfalls das Handtuch werfen könnte, reagierte Danko Jur so: „Bisher liegen mir keine Abmeldungen vor.“ Trotzdem ist man in der Winterpause auf der Suche nach Verstärkungen, fügte er hinzu. Doch dabei ist er sich auch im Klaren, dass zwischen Hin- und Rückserie nur schwer Wunschspieler zu bekommen sind. Aber man arbeite daran, sagte Jur.

Richtig gearbeitet wird bei Preussen wieder ab dem 17. Januar, dem Trainingsauftakt nach der Winterpause. Gespannt blicken die Spieler dann auf ihren neuen Trainer, der auch weiterhin die Abwehr auf dem Feld zusammenhalten wird. „Es gibt einige Vereine, wie den BSV Guben Nord, bei denen es so auch gut läuft. Warum bei uns nicht“, sagte Jur zur Doppelaufgabe für Dymek. Ganz so unproblematisch sehen es einige Preussen selbst nicht, aber man will dem neuen Trainer ohne Vorbehalte begegnen. „Schauen wir einfach mal, was dabei herauskommt“, sagte Mittelfeldstratege Steven Zimmermann.

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