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Wandlitzer Ortsvorsteher tritt zur Bürgermeister-Wahl an

Bürgermeisterwahl 2019
Bochert wirft als Erster seinen Hut in den Ring

Oliver Borchert: Er will in Wandlitz am 1. September Bürgermeister werden.
Oliver Borchert: Er will in Wandlitz am 1. September Bürgermeister werden. © Foto: Hans Still
Hans Still / 11.01.2019, 06:45 Uhr
Wandlitz Der Wandlitzer Ortsvorsteher Oliver Borchert (F.Bg.W.) wirft im Wettbewerb um das Amt des Wandlitzer Bürgermeisters als erster Bewerber seinen Hut in den Ring. Am 1. September entscheiden die Wähler über die Machtposition, die derzeit Jana Radant ausfüllt.

Eine kurze Zeit des Zögerns liegt hinter dem 48-jährigen diplomierten Ingenieur für Architektur. Er habe nicht sofort entschieden, sich früh aus der Deckung zu wagen, räumt Borchert ein. Schließlich verändere sich ab jetzt die Wahrnehmung aller Wandlitzer Einwohner, die den Ortsvorsteher mit seinem Tun nun auch immer auf seine Tauglichkeit für größere Aufgaben abschätzen werden. „Was hab ich zu verlieren? Ich möchte ja, dass die Bürger mich prüfen, sie sich mit meinen Ideen für unsere Gemeinde auseinandersetzen und sie mir große Aufgaben zutrauen“, argumentiert Bochert. Er will in den Monaten bis zur Bürgermeisterwahl einen Vorschlag unterbreiten, wie er mit Weitblick und Gespür für die Wünsche der Bürger die Geschickte in der mittlerweile 22 000 Einwohner umfassenden Gemeinde leiten will.

Dass vor den Wandlitzer Ortsteilen zwischen Schönerlinde und Zerpenschleuse rasante Zeiten liegen, daran lässt er keinen Zweifel. „Wir stehen vor der Aufgabe, uns einerseits mit dem Wachstum auseinanderzusetzen, das durch den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg automatisch auf uns zukommt. Andererseits haben wir abzuwägen, wie wir trotzdem unsere Natur erhalten, ohne Einschnitte zuzulassen. Und wir müssen uns dringend um die Infrastruktur kümmern“, nennt Borchert wichtige Themen.

Gerade in Sachen Infrastruktur drängt er auf Entscheidungen, weil nämlich mangels bisheriger Weichenstellungen durchaus Handlungsdruck entstanden sei. „Wir brauchen dringend Kita- und Schulneubauten, denn wir hinken mit unseren Angeboten dem Bedarf hinterher.“ Wegen fehlender Vorplanungen und falscher Prioritäten sei es zugelassen worden, dass nunmehr die Gemeinde unter Druck stehe und beispielsweise in Basdorf freie Träger zwei Kitas errichten werden. „Die Gemeinde hat zu lange falsche Prioritäten gesetzt“, kritisiert Borchert und meint damit zuerst die vielen Bemühungen in Sachen Tourismus. „Tourismus ist absolut wichtig. Aber dabei kann es nicht nur um die Menge der Tagestouristen gehen, sondern die Qualität und die Verträglichkeit für die Bürger sollten eine Rolle spielen“, so der Bewerber.

Neue Akzente will Borchert auch im Dialog mit den Bürgern setzen. Er erinnert an den Amtsantritt von Jana Radant, als sie gegen Amtsvorgänger Udo Tiepelmann vor allem mit dem Argument „mehr Transparenz“ punkten konnte. Borcherts Reaktion darauf: „Heute erleben wir, wie die Gemeinde, ohne mit Gremien wie dem Ortsbeirat oder dem Bauausschuss zu beraten, für zwei wichtige Bauvorhaben - wie den Neubau Laue und die Kreissporthalle - gemeindliches Einvernehmen erklärt hatte. Mir fehlt an dieser Stelle die Bereitschaft der Bürgermeisterin, mit den Wandlitzern zu reden und gemeinsam Lösungen zu suchen.“

Als wichtig erachtet Bochert zudem die Flächennutzungsplanung für die Gemeinde Wandlitz. Die Planungen würden sich viel zu lange hinziehen. „Seit acht Jahren haben wir keinen Flächennutzungsplan. Bekommen haben wir aber ein Leitbild.“

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