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Panketaler Gemeindevertreter entscheiden sich für neue Grundschule / Standortsuche folgt

Schule und Bildung
Seltene Einmütigkeit

Mächtig eng: Nicht nur auf dem Parkplatz am Schulcampus Schönerlinder Straße in Panketal, dessen Turnhalle und Mensa sich die Grundschule Zepernick, die Grundschule An der Panke und die Gesamtschule teilen, ist der Platz knapp. Eine neue Grundschule muss her. Dafür wurde der Beschluss am Mittwoch gefasst.
Mächtig eng: Nicht nur auf dem Parkplatz am Schulcampus Schönerlinder Straße in Panketal, dessen Turnhalle und Mensa sich die Grundschule Zepernick, die Grundschule An der Panke und die Gesamtschule teilen, ist der Platz knapp. Eine neue Grundschule muss her. Dafür wurde der Beschluss am Mittwoch gefasst. © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 11.01.2019, 07:00 Uhr
Panketal (MOZ) Panketal. Nach gut einstündiger Präsentation der Kita- und Schulbedarfsplanung bis 2030 sowie halbstündiger ungewohnt sachlicher Diskussion war der Beschluss gefasst. Panketal bekommt eine neue Grundschule.

Selten einmütig bemühten sich alle Gemeindevertreter auf ihrer eigens dafür einberufenen Sondersitzung am Mittwochabend, wenig Emotionen aufkommen zu lassen. Schließlich ist das Thema seit 2012 der Aufreger schlechthin. Der Riss der Befürworter und Gegner prägt seither viele kommunalpolitischen Diskussionen.

Dieses Mal aber überzeugten sowohl die Zahlen aus der Studie der Complan Kommunalberatung als auch die aktuellen Ergänzungen von Schul-Fachbereichsleiterin Cassandra Lehnert. Der Zuzug werde in den kommenden Jahren anhalten, jährlich wachsen pro Lebensjahr im Kita- und Schulalter bis zu zwölf Jahren zehn Kinder nach. Wohngebiete wie Alpen- und Gehrenberge mit überwiegend alten Bewohnern auf großen Grundstücken dürften auch in Zukunft zu weiteren Verdichtungen führen. Der Zuzug ließe sich von der Gemeinde kaum steuern, so Bürgermeister Maximilian Wonke (SPD).

In knapp zehn Jahren, so ergab die Studie, dürften etwa 350 Mädchen und Jungen von sechs bis zwölf Jahren zusätzlich zu beschulen sein. 18 Klassen mehr als die aktuell 48 in den vorhandenen Grundschulen seien bis 2030 dann nötig. Das entspräche einer dreizügigen Grundschule, so der Diplom-Geograf Armin Busch. Über statistische Rechenmodelle und Analysen verschiedener Institutionen konnten diese Hochrechnungen demnach erstellt werden. Die Schallmauer der 21 000 Einwohner wird Panketal bald erreichen. Auf 22 000 könnte die Kommune sogar wachsen, sagen einige Prognosen.

Dabei bleibt die Geburtenzahl unbekannt, betonte Lehnert. Denn man könne nicht vorhersagen, welche Schule gewählt werde. Aktuell würden sogar viele Grundschüler, die ihre Zuckertüten an Privatschulen erhielten, wieder an kommunale Grundschulen zurückkehren. Diese Erfahrung bestätigte auch Susanne Dahlke von der Grundschule Zepernick. Dass dieser Standort ausgereizt sei und sowohl für Anwohner, Lehrer als auch Schüler kein weiteres Wachstum vertrage, stellten neben dem Bündnisgrünen Hendrik Wendland auch andere Gemeindevertreter fest. Christel Zillmann (Linke) und Matthias Horbank (Bündnis Panketal), die den Antrag auf Einrichtung einer weiteren kommunalen Grundschule gemeinsam mit den Bündnisgrünen eingebracht hatten, betonten, dass es nicht um den Standort oder die Finanzierung, sondern um die Entscheidung an sich gehe. „Wir sollten nicht lange auf die Vergangenheit schauen“, mahnte Horbank. Sowohl von der CDU-Bank als auch aus SPD-Reihen wurde breite Unterstützung signalisiert. Obwohl der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Uwe Voß (SPD), auch durchblicken ließ, dass er sich strukturierte Vorschläge von der Verwaltung erhofft hätte. „Wir sollten keine Zeit verlieren“, mahnte der für ausschweifende Diskussionen bekannte Heinz-Joachim Bona (BVB/Freie Wähler/Unabhängige/Grüne). „Wir wollen uns kein Denkmal errichten“, so Wonke. Stattdessen zwinge die Entwicklung dazu. „Es ist keine Kür, sondern unsere Pflicht.“

Der Landkreis Barnim habe laut Lehnert für den Übergang Unterstützung zugesichert. 239 Kinder für neun Klassenzüge sind aktuell für 2019/20 gemeldet. Schwanebeck könnte anstatt der drei zeitweise vier Züge eröffnen.

Für den neuen Schulstandort wurde schließlich namentlich abgestimmt. Alle Gemeindevertreter sagten dabei laut und deutlich Ja.

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