Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Auftragsbücher bei Finow Automotive gut gefüllt / Unternehmen ist Sonnabend Gastgeber für Neujahrsempfang

Wirtschaft
Zwischen A-Säule und Schweller

Produktionshalle 4: Früher wurden Teile für den Land Rover hergestellt. Jetzt läuft hier eine hochmoderne Rohrprofilierungsanlage. Am Sonnabend wird die Halle zur Kulisse für den Eberswalder Neujahrsempfang. Dabei wird auch ein Rundgang durch Bereiche des Werkes angeboten.
Produktionshalle 4: Früher wurden Teile für den Land Rover hergestellt. Jetzt läuft hier eine hochmoderne Rohrprofilierungsanlage. Am Sonnabend wird die Halle zur Kulisse für den Eberswalder Neujahrsempfang. Dabei wird auch ein Rundgang durch Bereiche des Werkes angeboten. © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 11.01.2019, 07:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Eberswalde. Ob Cabrio, SUV oder Limousine, ob VW Tiguan, Mercedes C-Klasse, der Z4 von BMW oder Opel Insignia. In vielen Wagen stecken Teile von Finow Automotive.  Am Sonnabend ist das Zuliefer-Werk Gastgeber für den Eberswalder Neujahrsempfang.

Noch steht die Halle 4, in der früher Teile für den Land Rover produziert wurden, voller Maschinen, Automaten, Materialboxen und Technik. Ein Teil davon muss weichen. Beziehungsweise vorübergebend Platz machen. Denn: Halle 4 mit der großen Rohrprofilierungsanlage wird am Sonnabend die Festhalle sein. „Hier vorn wird die Bühne installiert“, zeigt Geschäftsführer Hagen Hänelt auf den geplanten Umbau. Und die Herausforderungen für sein Unternehmen. Vor allem unter dem Aspekt der Sicherheit.

Selbstverständlich wolle der Betrieb den Empfang auch nutzen, um den Gästen den Betrieb zu zeigen. Und zwar zum Teil bei laufender Produktion. Der Empfang sei eine gute Möglichkeit,  für das Unternehmen zu werben, die hochmoderne Arbeit zu präsentieren. Und vielleicht junge Leute für eine Ausbildung in Finow zu begeistern.

Seit nunmehr fast 20 Jahren – 1999 war das Unternehmen gegründet worden - werden an der Mühlenstraße in Finow Autoteile hergestellt. Teile für die Karosserie, wie Dachrahmenteile, Schweller und Windlauf. Sogenannte Strukturteile, aber auch einige Elemente für das Fahrwerk, den Achsbereich. Und in kleinem Umfang Motorenelemente. Derzeit ein Kühlwasserrohr für einen Benzinmotor. Dieses Produktionsprofil mit dem Schwerpunkt Strukturteile sei auch der Grund, warum die aktuelle Diesel-Krise bzw. Diskussion für Finow Automotive „eigentlich kein Thema“ ist, wie Hagen Hänelt sagt.   „Wir haben nur eine Motor-Komponente im Programm.“ Und die Struktur sei ziemlich „unabhängig vom Antriebskonzept“.

Gleichwohl habe sich in den vergangenen Jahren viel verändert in den Hallen. Technischer Fortschritt und ein Wandel in der Branche, verändertes Kundenverhalten haben Auswirkungen, zwingen immer wieder zu Umstellungen und zum Umdenken. Das Unternehmen, das jahrelang im Schatten des inzwischen insolventen Walzwerkes stand, habe etliche Millionen investiert, der Automatisierungsgrad habe sich enorm erhöht. Immer mehr Hightech-Produktionsmaschinen haben Einzug gehalten, womit die Herstellung effektiver und der Job für die Mitarbeiter körperlich leichter wird. Anfangs, so Hänelt, dominierte das sogenannte Hydro-formen, inzwischen ergänzen Laserschneiden und -schweißen die Technologien. Um die Fahrzeuge leichter zu machen, werden immer mehr „hochfeste Stähle verarbeitet“. Was Einfluss auf die Produktion habe. Zudem sei das Anforderungsniveau in puncto Qualität in den vergangenen 20 Jahren gestiegen. „Und der Wettbewerb hat sich natürlich verändert.“ Was auch mit Globalisierung zu tun habe.

Das Werk in Finow, dies sei ein Standortnachteil, liege weit entfernt von Kunden und den Märkten. Unter anderem aus diesem Grund habe das Unternehmen 2017 eine Niederlassung in Haynrode (Thüringen) eröffnet. Um den Fachkräftebedarf zu decken, habe das Werk die Ausbildung verstärkt. 14 Azubis seien aktuell beschäftigt, absolvieren eine Lehre als Mechatroniker, Industriemechaniker sowie Laborant für Werkstoffprüfung. Künftig wolle man voraussichtlich auch Industriekaufleute ausbilden, so Hänelt.  Dabei setzt das Unternehmen auf Nachwuchs aus der Region. Weshalb es auch mit den Schulen und der Eberswalder Hochschule HNE kooperiert.

Finow Automotive zählt 230 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt aktuell bei etwa 32 Millionen Euro. Hauptkunden sind BMW und Mercedes. Daneben VW, Opel und Ford. Auch wenn die Erzeugnisse aus dem Hause Finow Automotive zumeist nicht zu sehen sind, ohne sie kommt kein Wagen aus. Ob der 3er BMW oder die E-Klasse von Mercedes,  Querträger und A-Säule brauchen sie alle. In der Garage von Hagen Hänelt, der seit 2007 die Geschäfte in Finow führt, steht zwar ein bayrisches Automodell. Den Weg zur Arbeit – von Berlin nach Eberswalde – legt er aber zumeist mit deutlich weniger PS, dafür mit Beinkraft zurück. Denn der Unternehmenschef pendelt oft per Rad. „Zumindest ab März.“ Das mache den Kopf frei und halte fit.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG