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Verein Kulturlinien wird 15 Jahre alt / Mit Umzug zieht mehr kulturelles Leben nach Oderberg

Vereinsjubiläum
Kulturlinien feiert 15. Jubiläum

Lebendiges Oderberg: Mit Oderberger Hortkindern entsteht im vergangenen Jahr eine große Karte der Stadt, die in Johanna Martins (hinten, links) Atelier Platz gefunden hat. Unterstützung bekommt die Bildhauerin von Künstlerin Dorota Tołłoczko (hinten, rechts).
Lebendiges Oderberg: Mit Oderberger Hortkindern entsteht im vergangenen Jahr eine große Karte der Stadt, die in Johanna Martins (hinten, links) Atelier Platz gefunden hat. Unterstützung bekommt die Bildhauerin von Künstlerin Dorota Tołłoczko (hinten, rechts). © Foto: privat
Julia Lehmann / 21.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 22.01.2019, 08:17
Oderberg (MOZ) Seit Beginn ist Johanna Martin Teil des von ihrer Mutter gegründeten Vereins. Seit der Uckermärkische Mythengarten vor 15 Jahren ins Leben gerufen wurde, ist viel geschehen. Zentral war der Umzug nach Oderberg, mit dem auch ein Namenswechsel einherging.

Wenn ein Verein Jubiläum feiert, schaut man besonders intensiv auf das, was hinter einem liegt und noch intensiver auf das, was folgen soll. In vielerlei Hinsicht hat sich das erklärte Ziel auch nach 15 Jahren nicht verändert. Kunst und Kultur sollen in den Köpfen der Menschen Einzug halten und gleichzeitig aufarbeiten, was in Vergessenheit geraten ist. Der einstige Uckermärkische Mythengarten, heute mit 25 Mitgliedern, entstand aus dieser Idee heraus.

Brigitte Martin, Schriftstellerin und Filmemacherin, gründete den Verein am 24. Januar 2004. Zentrum des kulturellen Geschehens war zunächst die Region um das uckermärkische Gersdorf. „Meine Mutter hat sich immer für die Geschichten der Orte interessiert“, sagt Johanna Martin. Und ihre Mutter ist der Überzeugung, dass Kinder doch die Sagen aus der Region kennenlernen sollten. Die Idee war geboren, die Uckermark als Garten zu begreifen. Es entstand eine Infrastruktur aus Rastplätzen, die gemeinsam mit Kindern, Dorfbewohnern und Künstlern Sagen wie die von Sabine und dem Teufel aufarbeiteten und vor Ort künstlerisch umgesetzt wurden. Skulpturen und Stelen greifen die entsprechende Geschichte auf. „Durch viele Brüche in der Geschichte ist einfach viel verloren gegangen“, sagt Johanna Martin. Dieses Bewusstsein wiederzuerwecken, ist Kernaufgabe des Vereins.

Dieses Ziel weiter vor Augen zog Johanna Martin 2017 nach Oderberg – und mit ihr der Verein, für den sie inzwischen als Vorsitzende fungiert. Der Ortswechsel und Johanna Martins Wirken als Bildhauerin beeinflussen die Stadt. Mit ihrem Atelier in der alten Seilerei ergänzt sie das schon existierende kulturelle Leben. Der Verein ist seitdem um die Zielsetzung Musik und Literatur gewachsen. Zu den ersten Veranstaltungen zählte ein Auftritt der Sängergruppe „Die Findlinge“, die in ihren Liedern ebenfalls alte Sagen aufgreifen. „Das passte wunderbar“, sagt Johanna Martin rückblickend. Ihr Atelier sei „knackend voll gewesen“. Und schon da lernte sie etwas Wesentliches über die Gewohnheiten der Oderberger: „Sie gehen nicht gern abends aus.“ Intuitiv hat Johanna Martin mit ihren Veranstaltungen am Nachmittag den Geschmack der Einwohner getroffen.

Es folgte eine Ausstellung von Daniel Rocher, eine Lesung mit Karsten Krampitz und vieles mehr. Als Höhepunkt im vergangenen Jahr kam der Tag der offenen Höfe hinzu, bei dem sich viele lokale Akteure beteiligten. Zentral für die Vereinsarbeit seien Kooperationen mit den Menschen im Ort. Im Rahmen des geförderten Projekts wirkt Johanna Martin etwa zusammen mit Kindern des Oderberger Horts. In „Lebendiges Oderberg“ arbeitet die 50-Jährige mit ihnen die Sagen und Geschichten Oderbergs künstlerisch auf. Auch wenn sich die Bildhauerin und so auch der Verein nun in Oderberg angesiedelt haben, Projekte allein auf die Stadt zu beschränken, sei nicht das Ziel.

In diesem Jahr kehrt Johanna Martin in die Uckermark zurück. In der Angermünder Klosterkirche soll eine Künstlerwerkstatt unter dem Motto „Verortung der Vertikalen“ entstehen. Im Mai folgen in Oderberg Filmvorführungen. Im September öffnen erneut die Höfe der Stadt. Zunächst aber soll das Vereinsjubiläum gebührend gefeiert werden. Am 24. Januar lädt Johanna Martin in ihr Atelier. Ab 19.30 Uhr will sie mit Interessierten und Unterstützern anstoßen.

www.kulturlinien.de

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