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Demonstration
Lautstarker Gegenprotest

Susan Hasse / 11.02.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 13.02.2019, 11:02
Eberswalde (MOZ) Am Sonnabend fanden in Eberswalde gleich zwei Kundgebungen statt: Zum einen hatte das Bündnis „Heimatliebe Brandenburg“ zur Kundgebung auf dem Marktplatz aufgerufen, zum anderen traf sich das Bündnis „Unteilbar“ auf dem benachbarten Kirchplatz.

Ein großes Polizeiaufgebot sorgte am Sonnabend dafür, dass die Demonstrationen in der Eberswalder Innenstadt friedlich verliefen. Insgesamt mehr als 16 Mannschaftswagen zäunten das Areal weiträumig ab. Laut Angaben der Polizei hatte das Bündnis Heimatliebe rund 150 Teilnehmer bei zunächst sonnigen Wetter auf den Marktplatz gelockt. Viele von ihnen schwenkten schwarz-rot-goldene Fahnen.

Kundgebung des AfD-nahen Vereins "Heimatliebe Brandenburg "  mit 150 Teilnehmern und Gegendemo mit etwa 300 Teilnehmern von Die Linke, SPD, B90/ Die Grünen und weiteren Gruppen am  9.02.2019  auf dem Eberswalder Marktplatz.  Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und trennte die beiden Lager.
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Kundgebungen auf Marktplatz

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Das Aktionsbündnis „Unteilbar“ war mit rund 300 Demonstranten deutlich stärker vertreten und hatte sich am Kirchhang versammelt. „Wir wollen zeigen, dass Eberswalde für Solidarität und Toleranz steht“, so Sebastian Walter, Linken-Politiker und DGB-Funktionär der die Veranstaltung initiiert hatte. Viele Aktivisten hatten bunte Plakate dabei: „Nazis raus“ und Forderungen nach einem weltoffenen Eberswalde waren darauf zu lesen. Erklärtes Ziel der Gegendemo: „Der AfD den Tag versauen.“ Lautstark versammelten sich die Demonstranten am Kirchhang und wurden dabei von der Polizei streng getrennt von der Kundgebung auf dem Marktplatz. Das offene Mikrofon wurde dabei von einigen bekannten Eberswaldern Gesichtern genutzt. Sebastian Walter nutzte die Gelegenheit, um klare Worte gegen die AfD und ihre Ressentiments gegen Migranten zu erheben.

Besondere Aufmerksamkeit erregte indes eine Performance drei junger Frauen am Rande des Marktes. Der Bund draller Mädels wollte mit ihrer sarkastischen Inszenierung  auf das in ihren Augen rückwärtsgewandte Frauenbild der AfD aufmerksam machen. Verkleidet und ausstaffiert im Stil der 30er Jahre trugen sie Plakate, auf denen sie „Frauen zurück an den Herd“ und „Mallorca jetzt eingemeinden“ forderten. Als sie mit Akkordeon und lauten Liedern zu stören begannen, griffen die Ordnungshüter ein und baten sie den Platz zu verlassen. „Wir setzen das Recht auf Versammlungsfreiheit für alle durch“, so Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß. Insgesamt verlief der Tag für die Einsatzkräfte friedlich, so das Fazit der Polizei. Nach knapp einer Stunde lösten sich die Versammlungen mithilfe eines heftigen Regenschauers auf.

Die Demonstranten vom Bündnis Heimatliebe bekamen von der Performance der drallen Mädels kaum etwas mit. Vielmehr traten in rascher Folge zahlreiche AfD-Vertreter ans Mikrofon Für die Kundgebung waren unter anderem der Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré, Christoph Berndt und Steffen John angereist. John, der das Gesicht der AfD in Eberswalde ist, zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung, obwohl weniger als erwartet kamen. „Wir wollen ein Zeichen setzen“, so John. Das Land brauche Veränderung. Laut wurde es nicht auf dem Marktplatz, lediglich als ein Politikwechsel gefordert wurde, erklangen „Merkel muss weg“-Rufe. Grundsätzlich dominierte weniger die Flüchtlingsfrage die Reden. Vielmehr stand die soziale Frage im Fokus: Fehlende Pflegekräfte, Lohndumping und die zunehmende Armut wurde angeprangert.

Soziale Probleme in der Gesellschaft sieht auch Sebastian Walter. Diese könnten allerdings nicht von der AfD gelöst werden, ist er überzeugt.

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