Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Miete
Brandmelder erhöhen die Kosten

Feueralarm: Starker Qualm rief am 19. Januar die Feuerwehr Eberswalde in der Eberswalder Straße auf den Plan. Brandmelder in den Wohnungen sollen künftig rechtzeitig vor Feuer warnen. Für Bestandsbauten gibt es eine Übergangsfrist zur Nachrüstung bis zum 31. Dezember 2020.
Feueralarm: Starker Qualm rief am 19. Januar die Feuerwehr Eberswalde in der Eberswalder Straße auf den Plan. Brandmelder in den Wohnungen sollen künftig rechtzeitig vor Feuer warnen. Für Bestandsbauten gibt es eine Übergangsfrist zur Nachrüstung bis zum 31. Dezember 2020. © Foto: Thomas Burckhardt
Susan Hasse / 11.02.2019, 19:41 Uhr - Aktualisiert 11.02.2019, 20:12
Eberswalde (MOZ) Im kommenden Jahr werden Rauchwarnmelder Pflicht in allen Wohnungen im Land Brandenburg. Auf die Mieter kommen dadurch weitere Kostensteigerungen zu. Vermieter sollten sich frühzeitig über das Thema informieren, denn sie sind für Installation und Wartung zuständig.

Rauchmelder sollen Leben schützen: Als letztes Bundesland macht auch Brandenburg die Rauchmelder daher zur Pflicht. Zehntausende Wohnungen im Barnim müssen in den kommenden Monaten mit den kleinen weißen Sensoren ausgestattet werden, schätzt der VermieterVerband Haus & Grund. Die brandenburgische Regelung ist sehr weitgehend: In allen Wohnräumen sowie im Flurbereich, der im Notfall als Fluchtweg dient, müssen ab Ende 2020 Rauchmelder installiert werden.

Einbau und Wartung der Rauchmelder liegen laut Landesregelung in der Verantwortung der Eigentümer. „Es reicht nicht, wenn der Vermieter den Mietern die Rauchmelder in die Hand drückt. Er sollte sich von der ordnungsgemäßen Installation überzeugen“, rät Wolfram Hey, Geschäftsführer von Haus & Grund in Eberswalde.

Grundsätzlich können Vermieter die Kosten zur Installation der Rauchwarnmelder als Modernisierungsmaßnahme auf die Mieter umlegen, erklärt Wolfram Hey. Nach vorheriger schriftlicher Ankündigung können so nach dem Gesetz 80 Prozent der Kosten über zehn Jahre auf die Mieter umgelegt werden. Schließlich handele es sich bei den Rauchmeldern um eine Verbesserung der Mietsache. Mieter müssen dabei den Einbau der Geräte dulden.

Rechnet man die Kosten auf eine 3-Raum-Wohnung hoch, ergibt sich eine Mieterhöhung von ein paar Euro pro Monat. Ob private Vermieter oder auch Wohnungsbaugesellschaften dies tatsächlich tun, wird sich noch zeigen. Die WHG, größter Vermieter in Eberswalde, legt die Kosten auf ihre Mieter um. Es handelt sich pro Wohnung dabei in der Regel um ein paar Euro mehr Kaltmiete pro Monat.  Insgesamt installiert die WHG derzeit 20.000 Rauchmelder in ihren Wohnungen.

Doch die jährliche Wartung der Geräte wird künftig als Betriebskosten, auch Nebenkosten genannt, von den Mietern zu zahlen sein. Dienstleister bieten diesen Service für rund 40 Euro im Jahr an. Das macht bei einer 4-Zimmer Wohnung immerhin eine Erhöhung der Nebenkosten von rund 3,50 Euro pro Monat aus.

Im Gegensatz zu Berlin sind in Brandenburg die Vermieter für die Wartung verantwortlich und würden im Schadensfall haftbar gemacht. Von daher rät der Verband Haus & Grund den Vermietern, sich einmal im Jahr davon zu überzeugen, dass die Rauchmelder noch an ihrem Ort hängen und funktionieren, erklärt Wolfram Hey. Haus & Grund rät den privaten Vermietern sich bereits frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Es sollten mehrere Angebote von Dienstleistern eingeholt werden. Stichproben des Verbandes haben ergeben, dass die Spannbreite groß ist.  Es gebe auch einige völlig überteuerte Anbieter am Markt, so Hey. Er hat für die Verbandsmitglieder in der vergangenen Woche eine Beratung eigens zu dem Thema veranstaltet. Denn selbst wer den entsprechenden Passus in der Bauordnung liest, könne nicht abschätzen, was da auf ihn zukomme. Zahlreiche Vermieter in Eberswalde nutzten die Chance, um sich bei Haus & Grund über die Materie näher zu informieren. Falls sich Vermieter entscheiden, die Installation und Wartung allein zu übernehmen, sollte man auf jeden Fall gute Brandmelder kaufen und bei der jährlichen Wartung unbedingt ein entsprechndes Protokoll zum Nachweis erstellen. Auf der sicheren Seite sei man allerdings nur, wenn man einen Dienstleister beauftragt, ist er überzeugt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG