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Haushalt
Vereinsförderung wird zur Verhandlungssache

Auf Unterstützung angewiesen: Das Oderberger Museum ist durch seinen stillgelegten, begehbaren Seitenraddampfer bekannt.
Auf Unterstützung angewiesen: Das Oderberger Museum ist durch seinen stillgelegten, begehbaren Seitenraddampfer bekannt. © Foto: Patrick Pleul/ZB
Julia Lehmann / 20.02.2019, 06:00 Uhr
Oderberg (MOZ) Nur knapp haben die Oderberger Stadtverordneten dem Binnenschifffahrtsmuseum einen Zuschuss gewährt. Die schlechte Haushaltslage lässt die Stadtvertreter mit ihren Ausgaben hadern. Mit vier Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen war der Antrag dann aber doch für das Museum mit dem Museumsdampfer Riesa entschieden worden. Der Förderverein des Binnenschifffahrtsmuseum hatte einen Zuschuss in Höhe von 5628 Euro für die Betriebskosten des vergangenen Jahres beantragt. Neben Kosten für Gas und Strom fallen auch Zahlungen für Schornsteinfeger, Wasser und Abwasser, Müllabholung und mehr an, wie der Verein tabellarisch dargelegt hat.

Stadtverordneter Ben Mix äußerte Bedenken darüber, dass die Stadt die gesamten Betriebskosten übernehmen solle. „Wir haben auch andere Vereine“, sagte Mix. Er fürchtet eine Ungleichbehandlung. Eine genauere Auflistung der Ausgaben aus dem vergangenen Jahr würde besser ersichtlich machen, wie das Museum wirtschafte, so Ben Mix.

Amtsdirektor Jörg Matthes intervenierte. Man müsse unter den Vereinen in der Stadt unterscheiden. Er sprach dem Binnenschifffahrtsmuseum eine Sonderstellung zu. Es sei das „Leuchtturmprojekt“ weit über Oderberg hinaus, beherbergt zudem die Touristinformation. Außerdem mache es keinen Gewinn und sei stets bemüht auch über andere Quellen Förderung zu erlangen. Zudem leisten die Mitarbeiter und vielen ehrenamtlichen Helfer einen hohen Eigenanteil, stellte Matthes klar. Auch Bürgermeisterin Martina Hähnel sprach den Museumsunterstützern einen überdurchschnittlichen Einsatz zu.

Auf Nachfrage erklärt Hartmut Zepp, Vorsitzender des Fördervereins Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg, dass Fördermittel und Zuwendungen die Voraussetzung für einen durchgängigen und ordnungsgemäßen Betrieb seien. Entscheidend dabei sei auch eine Förderung des Landkreises Barnim und eben der nun zum zweiten Mal beantragte Betriebskostenzuschuss der Stadt.

Neben diesen würden auch Kosten für Personal und Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Sonderausstellungen und Reparaturen anfallen, rechtfertigt sich Hartmut Zepp. Trotzdem der Verein stets wirtschaftlich und zukunftsorientiert plane, allein aus den Mitgliedsbeiträgen und der ehrenamtlichen Hilfe könne der Verein den Betrieb aber nicht stemmen. Im vergangenen Jahr konnten 4529 Gäste begrüßt werden, berichtet Hartmut Zepp weiter.

Der Verein Kulturlinien hatte für seine Projekte „Offene Höfe“ und „Lebendiges Oderberg“ um Zuschuss gebeten. Die beantragten 2300 Euro zu gewähren, lehnten die Stadtverordneten ab. Man einigte sich auf einen Zuschuss von 1000 Euro. Die Konzertreihe i-Klassik wird mit 300 Euro unterstützt. (jle)

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