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Mitreißender Soul-Jazz im Vormittagsprogramm: Matti Klein Soul Trio aus Berlin im Paul-Wunderlich-Haus

Konzert
Gute Laune, Eberswalde!

Voll drin: Matti Klein haut für „Guten Morgen, Eberswalde“ in die Tasten. Gemeinsam mit André Seidel (Hintergrund) und Lars Zander heizt er den Gästen mit feinstem Soul-Jazz ein.
Voll drin: Matti Klein haut für „Guten Morgen, Eberswalde“ in die Tasten. Gemeinsam mit André Seidel (Hintergrund) und Lars Zander heizt er den Gästen mit feinstem Soul-Jazz ein. © Foto: Andreas Gora
Julia Lehmann / 04.03.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 04.03.2019, 09:28
Eberswalde (MOZ) Immer wieder um halbelf und doch immer wieder anders. Veranstalter Udo Muszynski versprach für die nun mehr 608. Folge „Guten Morgen, Eberswalde“ ein Konzert mit „Hitze“. „Zündstoff“ lieferte das „Matti Klein Soul Trio“, die musikalischen Gäste an diesem Sonnabendvormittag. Das Publikum ließ nahezu keinen Sitzplatz frei. Es war bereit, sich erneut mitnehmen zu lassen in unbekannte Anblicke, Töne, Welten.

Wem Jazz und Soul bislang eher unbekannt waren, der fand mit dem Matti Klein Soul Trio einen überzeugenden Einstieg. Neben dem namengebenden Matti Klein gehören auch André Seidel am Schlagzeug und Lars Zander an Saxophon und Bassklarinette mit zur Formation. Matti Klein lebt so seine Vorliebe für Vintage-Instrumente wie das Fender Rhodes Bass Piano aus. Ein instrumentales Überbleibsel aus den 1960er-Jahren, das einzigartige Basssounds erzeugt. Auf der Bühne spielt der 34-Jährige neben dem Rhodes Bass auch E-Piano, nicht selten gleichzeitig.

Das Publikum begriff schnell, dass man sich dem unwirschen Takt – 11/4-Takte sind keine Seltenheit – des Soul-Jazz’ besser nicht entzieht und ihm stattdessen mit Kopf, Füßen oder gleich dem ganzen Körper, wie es der am Zuschauerrand tänzelnde Udo Muszynski tat, einfach nachgibt. Einer Musik, die vollkommen ohne vokale Begleitung funktioniert. Stattdessen erzählt meist das Saxophon die Geschichte des Songs. Dabei plappert es mal aufgeregt daher, dann säuselt es leiser, träumt gar vor sich hin. Lars Zander überzeugt an seinem Instrument auch in langen Soloparts, die ihm und dem Publikum fast den Atem rauben. Auch sein Spiel der Bassklarinette überrascht. Das Instrument zeigt sich auch dank technischer Verzerrung während des mehr als einstündigem Konzerts facettenreich: Von wabernd-weich über spitz und eindringlich. Es ist Musik, die seinen Hörer permanent antippt wie ein Kleinkind, das nach Aufmerksamkeit lechzt. Mal gleiten Piano und Saxophon, getragen von einer weichen Wolke aus Bass, dahin, mal wird der Rhythmus hastig und quirlig.

Stücke wie „Ray“, dem Soulsänger Ray Charles gewidmet, oder „River Journey“ sind vollständig Eigenkompositionen von Matti Klein. Bei Konzerten sind diese allerdings nur kompositorischer Rahmen. „Etwa 60 Prozent sind improvisiert“, sagt Matti Klein nach dem Konzert. Das gegenseitige sich Wahrnehmen der Musiker spielt eine zentrale Rolle. Das Trio gründete sich vor ein paar Jahren. André Seidel und Matti Klein spielten zuvor schon einmal gemeinsam mit der Gruppe Mo’Blow im Studentenclub in Eberswalde. Die Gruppe existiert heute nicht mehr.

Programmänderung 9. März: Guten Morgen Eberswalde mit Marion Brasch, Lesung „Lieber woanders“, 10.30 Uhr

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