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Brandenburger Grünenpolitiker in Lunow-Stolzenhagen zu Gast

Kommunalwahl
Ländlicher Raum unter der Lupe

Ausflug: Die Landtagsgrünen besuchen mit Bürgern unter anderem das Gut Stolzenhagen.
Ausflug: Die Landtagsgrünen besuchen mit Bürgern unter anderem das Gut Stolzenhagen. © Foto: Bündnis 90/Die Grünen
Julia Lehmann / 09.03.2019, 06:15 Uhr
Lunow-Stolzenhagen (MOZ) Wie kann der ländliche Raum eine starke Stimme bekommen, um sich positiv zu entwickeln? Ideen gibt es. Landespolitiker von Bündnis 90/Die Grünen haben am Mittwoch auf ihrer Dialog-Tour Stopp in Lunow-Stolzenhagen gemacht, um ihre den Bürgern und potenziellen Wählern zu präsentieren. Benjamin Raschke, Spitzenkandidat für die diesjährige Landtagswahl, hatte einen dicken Packen Papier dabei, der Empfehlungsentwurf der Enquete-Kommission "Zukunft der ländlichen Regionen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels". Dieser sollte im abgelegenen Lunow dem Praxistest unterzogen werden. "Von Potsdam aus werden wir keine Idee vom ländlichen Raum bekommen", so Benjamin Raschke.

Wie es auf dem Land vorangehen kann, diese Frage stellt sich auch der Dörferstammtisch, regelmäßige Treffen unter den Ortschaften Lunow, Stolzenhagen, Lüdersdorf und Parsteinsee. Im Gemeindesaal in Lunow war man am frühen Abend zum Austausch zusammengekommen. Vorab besuchten Raschke, Vogel, Parteimitglieder und Anwohner lokale Akteure vom Hof "Stolze Kuh", vom Gut Stolzenhagen und vom Packeselhof. Gesprochen wurde auch mit der Initiative zur Wiederbelebung der Dorfschule in Lunow, die diese als eine wichtige Grundlage für Zuzug ansieht. Sie alle kamen abschließend zu einem Gesprächskreis zusammen.

Zweierlei macht nach Ansicht der Anwesenden das Vorankommen auf dem Land schwer: Zum einen finden die Dörfer nach Ansicht der Grünenfraktion bei der Kommunal- und Landespolitik kaum Gehör, was unter den Bürgern wiederum zu Politikverdruss führe. Was zum anderen wiederum zur Folge habe, dass nur wenige politische Ämter bekleiden wollen, hat beispielsweise Maren Buhmann vom Dörferstammtisch festgestellt. Aber: eine Handvoll der Anwesenden habe sich für die Gemeinde zur Wahl im Mai aufstellen lassen. "Wir wollen, dass Aktive die Ortsgremien besetzen", forderte Grit Körmer von der Dorfbewegung Brandenburg. Der Verein versucht Erfahrungen der Dorfbewegung aus anderen Ländern in Brandenburg anzuwenden.

Was sich darüber hinaus in der Landespolitik ändern muss, dazu bezog Benjamin Raschke klar Position. "Man muss die Dörfer so fördern, dass sie sich selbst entwickeln können. Das ist auf der Ministeriumsebene noch nicht angekommen", sagte er. Dazu gehöre, den Fokus nicht nur auf die Landwirtschaft zu legen, sondern umweltpolitischer zu arbeiten.

Mit der Änderung der brandenburgischen Kommunalverfassung, insbesondere zur Beteiligung von Jugendlichen und die Stärkung von Ortsvorstehern, seien gesetzliche Grundlagen geschaffen. Eine weitere Empfehlung der Enquete-Kommission, die ihren Bericht in ein paar Wochen an die Landespolitik übergeben wird, lautet, die Entschädigung für Kommunalpolitiker anzuheben, um die ehrenamtlichen Positionen attraktiver zu machen. Vonnöten sei außerdem eine Überarbeitung der Gesetzesgrundlage, die häufig veraltet sei. Innovation sei mit Blick auf fehlende Förderung gar nicht erst möglich. Maren Buhmann zeigte sich zufrieden mit dem Besuch der Grünen. "Die Basis versteht so, was die Politik eigentlich macht."

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