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Firmenjubiläum
Gold und Pläne geschmiedet

Viola Petersson / 16.04.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 16.04.2019, 08:49
Eberswalde (MOZ) Handwerk hat goldenen Boden. Für Andreas und Anke Elling im wahrsten Sinne des Wortes. Gleichwohl waren die Zeiten keineswegs stets goldig. Seit Gründung des Betriebs Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Inhaber-Familie so manche Krise, Kriege und wirtschaftliche Engpässe zu überwinden. Jetzt feierte das Eberswalder Ehepaar, das das Unternehmen in siebter Generation führt, 270. Firmenjubiläum.

Mit Gürtlerwaren fing alles an

Juwelier Elling, das namhafte Eberswalder Unternehmen, hat längst Geschichte geschrieben. Bundesweit. Schon vor etlichen Jahren war in der Fachzeitschrift "Der Juwelier" zu lesen, dass dies das älteste immer noch in Familienbesitz befindliche Juweliergeschäft Deutschlands sei. Gleichzeitig, so verriet Uwe Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder), bei der kleinen Firmenfeier, seien Ellings der älteste Handwerksbetrieb im Kammerbezirk überhaupt. Vor dem Friseurgeschäft Schwefel aus dem Oderbruch.

Das Geschäft mit Gold und Co., 1749 vom Gürtlermeister Johann Moritz Elling gegründet, es hat die Jahrhunderte überdauert. Und sich im Laufe der Zeit, bei aller Wertbeständigkeit des Materials, doch gewandelt. Denn: Angefangen hat es mit Ziergegenständen, etwa für Pferdegeschirr und Zunftzeichen, weiß Andreas Elling (63), der das Geschäft 1992 von seinem Vater Werner übernommen hatte und es 2001 an seine Frau Anke übergab. Damit ist die heute 56-Jährige die erste (alleinige) Inhaberin der Firma.

Den größten Sprung habe der Betrieb unter Julius Elling, Andreas Ellings Urgroßvater, gemacht. Der habe das Geschäftshaus, damals am Markt, umgebaut. Es wurden zwei große Schaufenster geschaffen, der Handel hielt Einzug. Und die frühere Goldschmiede firmierte um zu "Juwelier Elling", jenem Namen, den das Unternehmen noch heute trägt. Wie oft der Standort wechselte, das vermag Andreas Elling nicht genau zu sagen. Zumal Laden und Werkstatt früher zumeist noch getrennt waren. Mehrfach zog der Betrieb um, etwa in die Eisenbahnstraße und die Kreuzstraße, im Krieg war das Geschäft völlig zerstört worden. Weshalb es auch kaum alte Gerätschaften gibt. Seit 2000 sind Laden und Werkstatt im Eberswalder Altstadtkarree an der Steinstraße vereint.

Ein Platz, von dem Andreas Elling, studierter Schmuckdesigner, zwar sagt, dass es keine 1A-Lage sei, aber ein Platz im Zentrum Eberswaldes. Unweit der Ursprünge. Der Einzelhandel, so befand Bürgermeister Friedhelm Boginski bei dem Festakt, erlebe bundesweit gerade schwierige Zeiten. Das Beispiel Elling, das Ehepaar engagiert sich stark für die Revitalisierung der Eberswalder Innenstadt, mache indes Mut.

Technik hält im Handwerk Einzug

"Früher war die Nachfrage groß und das Angebot begrenzt. Jetzt ist es umgekehrt", pflichtet Anke Elling, ebenfalls studierte Designerin, bei. Auf diese Veränderungen müsse und wolle man reagieren. So werde der Werkstattbetrieb ausgebaut. Gerade wurde neue Technik angeschafft: ein Laserschweißgerät sowie eine CNC-Maschine.  Im Herbst soll, unter Mitwirkung der Jung-Meisterin Anika Krause und  des Gesellen Kay Schmidt, die erste größere Schmuck-Kollektion (nach Goldschatz-Variationen und einer kleinen Silber-Serie) herausgegeben werden. Auch eine  eigene Trauringkollektion sei in Arbeit. Ellings sind also voller Pläne.

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