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Zwischenstand zur Anerkennung für den Arzt und Nobelpreisträger Werner Forßmann.

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Mehrheit bislang für Ehrenbürgerwürde

So sieht Ioan Blahm die aktuelle Debatte.
So sieht Ioan Blahm die aktuelle Debatte. © Foto: Hans Blahm
Viola Petersson / 03.05.2019, 06:15 Uhr
Eberswalde (MOZ) Er könnte, so es einen entsprechenden Beschluss durch die Stadtverordnetenversammlung gibt, die Nummer 23 auf der Liste sein. Und zugleich der Erste. Der erste Nobelpreisträger im erlauchten Kreis der Eberswalder Ehrenbürger. Bei der MOZ-Online-Umfrage hat sich bislang (Stand 30. April) eine klare Mehrheit dafür ausgesprochen, dem Arzt Werner Forßmann (1904-1979) posthum die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Nämlich gut 70 Prozent.

Selbstversuch vor 90 Jahren

Mehr als 260 Leser haben sich bereits an der Abstimmung beteiligt. Etwa 16 Prozent halten eine Straßenbezeichnung oder einen Gedenkstein für eine angemessene Würdigung seiner Leistung. Und elf Prozent finden, dass Forßmanns Wirken bereits entsprechende Anerkennung erfährt, indem das Krankenhaus seinen Namen trägt. Wir hatten, nachdem sich die Fraktion Bündnis Eberswalde noch einmal mit einem offenen Brief an alle Stadtverordneten gewandt hatte, die Leser gefragt, welche Form der Anerkennung für Werner Forßmann sie sich wünschen.,

MOZ-Leser Ioan Blahm aus Westend hat sich mit einer Karikatur an der Debatte um eine etwaige Ehrenbürgerschaft Forßmanns beteiligt. Mit Blick auf die beinahe endlos erscheinende Debatte und das Zögern vieler Parlamentarier wegen der politischen Vergangenheit des Arztes, vor allem seiner Haltung in der NS-Zeit,  hatte der Eberswalder schon 2017 von einer "Provinzposse" gesprochen und davon, dass "wir uns mit der Gnade der späten Geburt erdreisten, die Moralkeule zu schwingen" Blahm verwies darauf, dass auch Erwin Strittmatter, Ardenne, Günter Grass Mitglied der NSDAP waren und heute "ihr Werk höher bewertet" wird als ihr "politischer Danebengriff".

Für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ist laut Brandenburgischer Kommunalverfassung eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament nötig. In Eberswalde wären dies bei 36 Sitzen mindestens 25 Abgeordnete, die zustimmen müssten. Das Bündnis Eberswalde versucht, die Debatte in die Öffentlichkeit, in die Stadtgesellschaft zu tragen. Mit dem Ziel, möglichst noch in diesem Jahr eine Entscheidung herbeizuführen. 2019 jährt sich nämlich der spektakuläre Selbstversuch Forßmanns der Herzkatheterisierung, für den er 1956 den Nobelpreis erhielt, zum 90. Mal.

An der Umfrage können Sie teilnehmen unter www.moz.de/eberswalde

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