Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Millionen-Projekt
Debatte um Neubau-Vorhaben

Viel Grün fürs Zentrum: Dieser Blick aus der Hochschulbibliothek hinunter in die Friedrich-Ebert-Straße zeigt, dass aus der Kriegsbrache auf der südlichen Straßenseite eine beachtliche Grünfläche geworden ist.
Viel Grün fürs Zentrum: Dieser Blick aus der Hochschulbibliothek hinunter in die Friedrich-Ebert-Straße zeigt, dass aus der Kriegsbrache auf der südlichen Straßenseite eine beachtliche Grünfläche geworden ist. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 03.05.2019, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das Wichtigste vorweg: Entschieden ist noch nichts. Darauf haben Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski und Baudezernentin Anne Fellner mehrfach hingewiesen.

Vor allem aus der Einwohnerschaft gibt es Kritik an dem Ansinnen der Schomaker-Baugruppe aus Dörpen, Niedersachsen, auf dem seit dem Zweiten Weltkrieg brachliegenden 8000 Quadratmeter großen Grundstück sieben mehrstöckige Häuser zu errichten, von denen sechs einen Block bilden. Das Erdgeschoss soll einer Ladenzeile vorbehalten sein, eine Etage höher könnten Autos geparkt werden.

Start für Planungsmarathon

"Die Stadtverordneten haben darüber zu befinden, ob ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Gibt es eine Mehrheit dafür, hat der Investor nur die erste rechtliche Hürde genommen", hob Anne Fellner hervor. Bis zur Entwurfsplanung und erst recht bis zum Baubeschluss sei noch ein weiter Weg zu bestreiten. Es gebe für die Stadtpolitik und auch für die interessierte Öffentlichkeit noch mehrfach Gelegenheit, Einfluss zu nehmen. Und der Bürgermeister erklärte, erst der Aufstellungsbeschluss würde eine groß angelegte Diskussion über Für und Wider der Investition ermöglichen. "Ich freue mich, dass das Interesse daran ungemein groß ist", sagte das Stadtoberhaupt.

Bereits in der Einwohnerfragestunde hatte sich Selena Dami von der offenen Gruppe "Recht auf Stadt" zu Wort gemeldet. "Wir haben erhebliche Einwände gegen die bisher vorgestellten Pläne", sagte sie. Ihrem Protest hätten sich innerhalb von nur zwei Tagen schon 155 Eberswalderinnen und Eberswalder angeschlossen. Die Unterschriftensammlung werde fortgesetzt. Die angestrebte Blockbebauung stehe im Widerspruch zum Klimaschutzkonzept der Stadt. Das vorgesehene Parkdeck werde zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen im Zentrum führen.  Des Weiteren sei der Bedarf an zusätzlichen Einzelhandelsflächen nicht ersichtlich, zumal gleichzeitig Läden leer stehen würden. "Recht auf Stadt" fordere, dass an der Friedrich-Ebert-Straße mindestens Zweidrittel der Grünfläche und des Baumbestandes als öffentlicher Park erhalten bleibe. Und es müssten für wenigstens die Hälfte der Wohnungen sozialverträgliche Mieten garantiert werden, führte Selena Dami aus.

Wettbewerb der Ideen erbeten

In der Debatte hob Monique Schostan (CDU) hervor, dass die Händlerschaft nahezu geschlossen der Ansicht sei, dass in der Innenstadt zusätzliche Kaufanreize dringend benötigt werden. "Zusätzliche Konkurrenz könnte die Geschäfte beleben", sagte sie. Die Eberswalder Kundschaft allein reiche nicht aus.

Es wäre ein fatales Signal, wenn die Stadtverordneten das Verfahren gar nicht erst in Gang setzen würden, warnte Jürgen Wolff (Linke). "Dann dürfte irgendwann kein Investor mehr sein Interesse bekunden, sich in Eberswalde zu engagieren", gab er zu bedenken.

Die Baudezernentin versprach den Kritikern des Vorhabens, dass es neben dem im Baugesetzbuch vorgeschriebenen formellen Beteiligungsverfahren weitere Möglichkeiten geben wird, Meinungen kundzutun. "Wir entwickeln die Stadt gemeinsam weiter. Das gelingt am besten, wenn es einen Wettstreit der Ideen gibt", sagte Anne Fellner.

Am Ende hat sich eine klare Mehrheit der Stadtverordneten dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan aufstellen zu lassen.

Infotitel

Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal⇥Autor XXX

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG