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Garten
Alte Sorten, junges Gemüse

Viola Petersson / 13.05.2019, 20:03 Uhr - Aktualisiert 13.05.2019, 20:22
Eberswalde (MOZ) Rote Zora, Berner Rosen, Sweet, Ochsenherz Findling, Tamina, Green Zebra, Gott der Liebe oder Veni Vidi Vici.

So klangvoll die Namen, so alt die Sorten. Allesamt Tomaten. Das rote Gemüse war am Sonntag beim Tag der Sortenvielfalt im Forstbotanischen Garten der Renner schlechthin. Halt: Rot ist nicht korrekt. Denn es gibt auch Variationen in Gelb, Grün und Violett bzw. fast schwarz. Etwa bei der Black Plum. Die war um die Mittagszeit denn auch schon restlos ausverkauft. Am Stand des VERN, des Vereins zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg.

Leer ging trotzdem niemand aus. So groß die Resonanz (Hunderte Hobbygärtner nutzten die Gelegenheit, um sich mit Grünem für die neue Saison einzudecken), so riesig auch die Auswahl, das Sortiment. Allein der VERN, einer der Hauptakteure, bot um die 50 bis 60 Tomatensorten auf, dazu anderes Gemüse.

Tomaten sind der Renner

Noch üppiger war das Repertoire bei der Kräutergärtnerei helenion. Mit etwa 240 Sorten. "An unserem Stammsitz in Grünow, in der Uckermark haben wir sogar um die 1000 verschiedene Sorten. Schwerpunkt sind natürlich Kräuter", so Gartenbauingenieurin Ilka Gold. Viele alte Sorten, Bio-zertifiziert, samenfest. "Keine Hybriden", so die Fachfrau.

Qualität, die bei vielen Hobby-Gärtnern gefragt ist. "Über die Jahre haben wir schon sehr viele Stammkunden hier", so Gold. Etwa Anja Wallmann aus Eberswalde und deren Mutter. Die Zwei haben Tomaten, Gurken und Paprika im Korb. "Meine Mutter hat einen Garten", so die junge Frau. Die eigene Ernte schmecke einfach besser. "Und mein kleiner Sohn hat was zum Naschen."

Die alten Sorten seien zum Teil robuster, findet Marion Stiebenz, ebenfalls aus Eberswalde. "Und geschmacklich sind sie auch besser." Weshalb sie für ihren Schrebergarten Tomaten geholt habe. Und Lilien. Also auch etwas fürs Auge. Enkelin Lenja (5) bastelte am Stand der Stiftung Waldwelten derweil. Unter Anleitung von Ole Hastenteufel, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr dort absolviert.

Über großes Interesse konnte sich ebenso Andreas Speer vom Gemüsewerk Hohenfinow freuen. Eigentlich, so verriet der Inhaber, sei "Endproduktion" das Kerngeschäft. Also der Anbau von Tomate, Gurke, Kohlrabi und Co. und die Vermarktung am Standort. Beim Tag der Sortenvielfalt biete man auch Pflanzen an. "Wir sind jetzt das fünfte Mal dabei", so Speer. Das Geschäft laufe gut. Bio und samenfest, darauf lege er Wert in seinem kleinen Betrieb, der über eine Anbaufläche von einem Hektar verfügt. "Freiland und unter Glas."

Übers Internet war indes Petra Bergmann auf die Veranstaltung in Eberswalde aufmerksam geworden. Die Berlinerin hatte sich bei VERN mit Tomatenpflanzen für den eigenen Garten versorgt. "Und für einen Kollegen war ich auf der Suche nach etwas Exotischem, etwas Seltenem." Und sie war fündig geworden: Wasabino. Ein Salat mit würziger Note. "Etwas an Meerettich erinnernd", wie die Kundin erfahren hat.

Feste Größe im Kalender

Hobby- und Profi-Gärtner, Händler und Kunden waren gleichermaßen zufrieden. "Eine tolle Atmosphäre", lobten vielfach die Besucher, fast alle mit vollen Körben oder Tüten in der Hand. Die Veranstaltung sei über die Jahre gewachsen und habe offensichtlich immer mehr an Attraktivität gewonnen, bestätigte Dirk Seifert, Vorstandsmitglied bei VERN. Der Verein habe seinen Sitz mit der Schaugärtnerei in Greiffenberg (Uckermark), aber Eberswalde sei eine feste Größe im Terminkalender. Um alte Nutzpflanzen-Sorten und vor allem deren Vielfalt zu erhalten, unterhalte der Verein ein eigenes Saatgutarchiv und kooperiere mit einer Genbank. Zudem arbeite man mit einer Gärtnerei in Oderberg zusammen.

"Die Eisheiligen sind fast vorbei, das Wetter ist perfekt", frohlockte Professor Harald Schill, Waldwelten-Präsident, und sprach von der vermutlich höchsten Resonanz in der zehnjährigen Geschichte der Veranstaltung. Auch einige Neulinge präsentierten sich, etwa das städtische Wohnungsunternehmen WHG in Sachen Klimaschutz und "essbare Stadt".

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