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Heidenheim an der Brenz ist gut 700 Kilometer entfernt und trotzdem lassen sich viele Vergleiche zu Eberswalde ziehen. Zu Gast in einer grünen Kleinstadt.

Reportertausch
Vertraute Fremde

Vor dem Heidenheimer Rathaus: Witzig daran: das Gebäude hat ein Piercing (schräg rechts über meinem Kopf). Gestochen wurde es mal im Rahmen eines Künstlersymposiums. In der Tourist-Info hab ich mich mit einem Stadtplan ausgestattet.
Vor dem Heidenheimer Rathaus: Witzig daran: das Gebäude hat ein Piercing (schräg rechts über meinem Kopf). Gestochen wurde es mal im Rahmen eines Künstlersymposiums. In der Tourist-Info hab ich mich mit einem Stadtplan ausgestattet. © Foto: Christian Thumm
Marco Marschall / 24.05.2019, 06:30 Uhr
Heidenheim Es ist irgendwie vertraut, das kleine Heidenheim. Die kleinstädtische Struktur wie ich sie aus Eberswalde kenne, in Baden-Württemberg, etwa 600 Kilometer entfernt, begegnet sie mir wieder. Das haben vier Tage Reportertausch in Heidenheim an der Brenz gezeigt. Während meine Kollegen Unterstützung aus Wuppertal bekommen haben, bin ich für fünf Tage bei der Heidenheimer Zeitung zu Gast. Eine fremde Stadt, neue Kollegen und eine mir fremde Umgebung. Wie ist das wohl so?

Die Redaktion der Heidenheimer Zeitung sitzt im Zentrum in modernen, hellen Räumen mit gutem Kaffee. Ich fühle mich dank offener und herzlicher Kollegen schnell wohl. Mein erster Auftrag lautet, die Stadt aus dem Blick einer Touristin erkunden. Kein Problem, schließlich bin ich ja Touristin. Für die ersten Wege durch die Stadt musste ich stets die Karte im Handy aufschlagen. An Tag zwei klappt die Orientierung besser. Verlaufen ist in der kleinen Stadt bei Ulm fast unmöglich. Das meiste ist fußläufig erreichbar, die Stadt dazu gut strukturiert.

Auch hier in Heidenheim sind die Kollegen zurzeit sehr durch die bevorstehende Kommunalwahl eingebunden. Schwerpunktthemen sind denen aus der Waldstadt sehr ähnlich. Und es gibt noch andere Parallelen, die dazu führen, dass ich mich schnell verbunden fühle. Wobei der ein oder andere Vergleich natürlich unsauber ist.

Hochschule, Amateurtheater und Tierpark erinnern auffallend an die Waldstadt. Das Pendant zu Eberswalder HNE, Kanaltheater und Zoo heißt hier Duale Hochschule Baden-Württemberg, Naturtheater und Wildgehege. Über der Stadt thront auf einem Hügel unübersehbar das Schloss Hellenstein. Und unweigerlich muss ich an unser Choriner Kloster denken. Beide sind jedes Jahr Schauplatz für Opernabende. Die Brenz, der etwa 55 Kilometer lange natürliche Fluss durchquert die Stadt im Nord-Süd-Verlauf und erinnert doch sehr an den Finowkanal, wenngleich die Brenz deutlich schmaler und nicht schiffbar ist. Heidenheim ist von dichtem Grün umgeben und bei Rad- und Wandertouristen äußerst beliebt. Kommt Ihnen das bekannt vor? Große Städte wie Ulm und Stuttgart sind in der Nähe. Und auch Heidenheim ist Kreisstadt und wird im November einen neuen Landrat wählen. Der Wechsel an der Spitze des Landeskreises Barnim ist mir noch überaus präsent. Offenbar wirken vertraute Dinge identitätsstiftend.

Dabei hat Heidenheim durch viele, große Wirtschaftsunternehmen ganz andere Voraussetzungen und Möglichkeiten, sich zu entwickeln. In Eberswalde wird gefühlt mehr mit Eigeninitiative und Ehrenamt gestemmt. Das ist bemerkenswert und soll ermutigen. Es geht eben auch mit etwas weniger in der Stadtkasse. Die Lebensqualität ist ohne Frage in beiden Städten hoch. So viel haben drei Tage Heidenheim gezeigt.

Über die Deutsche Bahn zu schimpfen, kommt einem viel zu häufig wiederholten Mantra gleich. Aber auch mich hat es erwischt. Bei meiner Anreise komme ich erst mit zwei Stunden Verspätung an. Es ist bereits dunkel. Aber der Weg zum Hotel nicht weit. Nichts ist in Heidenheim wirklich weit voneinander entfernt. An Tag eins erlaufe ich mir die Stadt, zunächst gemeinsam mit Fotograf Christian. Inzwischen ist mir die Stadt vertraut. Viele Wege bin ich bereits mehrfach gegangen. Wie ich mir meine Füße am ersten Tag wund gelaufen habe, werde ich deshalb noch lange in Erinnerung behalten.

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