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Eberswalde will Besucher und Gäste mit interaktiven 3-D-Aufnahmen der Altstadt und der Sehenswürdigkeiten locken.

Virtueller Rundgang
Die Vermessung der Stadt

Susan Hasse / 12.06.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 12.06.2019, 08:02
Eberswalde (MOZ) Eberswalde wird digital. Zusammen mit dem IT-Dienstleister VR Easy hat die Verwaltung die Waldstadt virtuell erfassen lassen. Das vorläufige Ergebnis dieser Vermessung der Stadt ist bereits auf www.vr-easy.com/1728 zu sehen.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, der Bahnhof und die restaurierte Altstadt sind nun per virtuellem Stadtrundgang im Internet zu bestaunen. Der Betrachter kann dabei am heimischen Computer ganz ohne Bewegung einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt unternehmen. Eberswalde aus der Luft zeigt ungewohnte Ansichten der Waldstadt. Von innen sind sogar die Maria-Magdalenen-Kirche, das Museum der Stadt und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung zu sehen. Die  Besucher können  zudem virtuell über den Marktplatz schlendern.

"Am Donnerstag haben wir das Projekt übergeben", freut sich vr-easy-Geschäftsführer Waldemar Wegner. Es sei eines der besten überhaupt geworden. Nach ein paar Anpassungen auf Wunsch der Stadt Eberswalde, die Auftraggeber des Projektes ist, könne nun die zweite Phase beginnen, so Wegner. Georg Werdermann, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung in Eberswalde, hat das Projekt initiiert und vonseiten der Stadt begleitet.

Der virtuelle Rundgang solle nun von den Einzelhändlern, Kulturschaffenden und anderen Interessierten weiter mit Leben gefüllt werden. So kann etwa ein Restaurant eine Speisekarte hinterlegen oder ein Fleischer auf Sonderangebote verweisen. Bäckerei Wiese und das Restaurant Mundtshof gehören zu den Ersten, die das Angebot bereits nutzen. Gemeinsam mit der Stadt Eberswalde sollen nun weitere Vermarktungskonzepte erarbeitet werden. "Das Projekt sei eine gute Basis, für andere Akteure anzudocken", erklärt Waldemar Wagner. Die Gewerbetreibenden und Einzelhändler sollen in den kommenden Wochen ins Boot geholt werden.

Das cloudbasierte Projekt macht es möglich, quasi unendlich viele Informationen zu hinterlegen. So können Speisekarten, Theaterprogramme und anderes mehr hinterlegt werden. Rund 300 Euro kostet es für die Unternehmer, sich an das Angebot anzudocken und eine Innensicht ihres Ladens zu zeigen und Informationen zu hinterlegen. Für etwas mehr kann auch die gesamte Homepage eingebunden werden.

Das digitale Angebot soll vor allem für Touristen und Besucher der Stadt interessant sein. Sie können mit ihrem Smartphone Näheres  erfahren: Öffnungszeiten, Sonderangebote oder sogar die Funktion der Zimmerbuchung könnten eingebunden werden. Ausflügler informieren sich gern vorab, so Wegner. Die wenigsten fahren schließlich aufs Geratewohl irgendwohin.

Doch auch für die Einheimischen soll das Angebot einen Mehrwert bieten. So könnten sie etwa über die Plattform Brötchen bestellen oder einen Friseurtermin vereinbaren. Auch als Plattform für den Online-Handel sei sie denkbar. Voraussetzung: Die jeweiligen Händler spielen mit.

Die Befürchtung, dass künftig weniger Menschen in die Innenstadt kommen könnten, sei unbegründet, so Wegner. Die Erfahrungen in anderen Städten, etwa Angermünde oder Bernau, belegen dies nicht. Viele Besucher würden das Angebot zudem direkt vor Ort nutzen,  erklärt Waldemar Wegner bei der Präsentation des Projekts vor wenigen Wochen. Laut Wegner ist der virtuelle Rundgang durch die Stadt auch bei schwächerer Internetverbindung nutzbar. Die Daten seien so komprimiert, dass sie auch bei langsamer Verbindung funktionieren, versichert er. Schließlich sei die Netzabdeckung innerhalb der Stadt je nach Mobilfunkanbieter teils schlecht, wohnt man vor den Toren der Stadt ereilen die Nutzer rasch Funklöcher.

Auch Probleme mit dem Datenschutz sieht Wegner nicht: Die Gesichter und Autokennzeichen auf den Bildern seien gepixelt und die zufällig aufgenommenen Menschen bei der Erfassung der Daten können nicht erkannt werden, heißt es. Sollte etwa ein gefilmter Bürger oder ein Hausbesitzer ein Problem mit dem Datenschutz haben, könne er sich gern melden, heißt es vonseiten der IT-Experten aus Angermünde. Ähnlich wie bei Google Earth ist auch bei VR easy ein Kamerawagen durch die Stadt gefahren. Die Aufnahmen von oben wurden von einer Hightech-Drohne gemacht. Um möglichst schöne Bilder zu bekommen, startete die Drohne bei klarem Himmel und Sonnenschein. So zeigt sich die Stadt im Internet von ihrer sonnigen Seite.

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