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Die Linken-Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck tritt am 1. September an und kann schon jetzt mit parteiübergreifender Unterstützung planen.

Bürgermeisterwahl
Bündnis gegen die Amtschefin

Tritt an: Gabriele Bohnebuck (Linke) stellt sich zur Bürgermeisterwahl.
Tritt an: Gabriele Bohnebuck (Linke) stellt sich zur Bürgermeisterwahl. © Foto: privat
Hans Still / 13.06.2019, 07:00 Uhr
Wandlitz (MOZ) Das könnte eine große Überraschung geben: Die Linken-Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck (60) bewirbt sich um den Stuhl der Macht im Wandlitzer Rathaus und will am 1. September zur Bürgermeisterin gewählt werden. Damit tritt sie gegen die Amtsinhaberin Jana Radant (58) an, die vor acht Jahren noch mit der Unterstützung der Linken gewählt worden war und ebenfalls antreten wird. Von dieser früheren Liebe ist allerdings wenig geblieben, wie Gabriele Bohnebuck bestätigt. "Das wichtigste Argument bei der Abwahl von Udo Tiepelmann war damals dessen fehlende Bürgerfreundlichkeit. Bürger fühlten sich als Bittsteller, die Verwaltung war wenig auf Service orientiert. Leider müssen wir jetzt feststellen, dass aus der versprochenen Bürgerfreundlichkeit der Bürgermeisterin wenig geworden ist. Das wollen wir nicht länger hinnehmen."

So argumentiert Gabriele Bohnebuck beispielsweise mit einer Anweisung aus dem Rathaus zur Eingrenzung des Rederechtes in den Ausschüssen. Auslöser war ursprünglich der Klandorfer Arno Gielsdorf, der im Wandlitzer Ordnungsausschuss mehrfach auf die Umweltbelastung eines Feldweges von Zerpenschleuse nach Klandorf hingewiesen hatte. Nur seiner Hartnäckigkeit war es schließlich zu verdanken, dass sich die Gemeindeverwaltung und der Landkreis mit dem Thema beschäftigten – das belastete Material musste wieder ausgebaut werden. Unterstützung bekam Gielsdorf in Wandlitz vom stellvertretenden Ortsvorsteher Jörg Striegler (Grüne), der in der Gemeindevertretung die Bürgermeisterin aufforderte, ihre Einschränkungen beim Rederecht zurückzunehmen.

Und auch die Mitarbeit der berufenen Bürger soll nun offenbar zurückgedrängt werden. Die Verwaltung möchte, laut Bohnebuck, deren Zahl reduzieren. "Welchen Grund kann es denn geben, interessierte Bürger vor den Kopf zu stoßen", fragt die Linken-Kandidatin.

Weitere Themen haben Gabriele Bohnebuck bewogen, als Kandidatin anzutreten. Sie will endlich mehr Bewegung beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und in den Bereichen Kita und Schulen sehen. Beides sind "große Themen", die wirkungsvoller angefasst werden müssen. "Die Bildung mit den Investitionen in neue Kitas und in die Schulen wird das Bauamt in besonderer Weise fordern. Deshalb sehe ich die Notwendigkeit zur vollen Konzentration und schlage deshalb vor, eine kommunale Wohnungsgesellschaft zu gründen. Mit knapp 500 Wohnungen wäre das auch berechtigt."

Beim ÖPNV dringt sie darauf, endlich eine Art Bäderbus ins Leben zu rufen, der Lanke, Prenden und Klosterfelde berücksichtigt und im Sommer den Touristen und den Einwohnern in den Ortsteilen die Möglichkeit gibt, die Badeseen und auch Wandlitz zu erreichen. "In den Ferien ist das für einige Ortsteile ausgenommen schwer", erklärt sie dazu. Auch seien Gespräche mit dem Kreis nötig, der das Wandlitzer Busnetz durch Studenten der Dresnerer Verkehrshochschule überprüfen lassen wollte.

Schließlich spricht die Schönwalderin noch die Wandlitzer Ehrenamtsagentur an, von deren Arbeit nach Meinung von Gabriele Bohnebuck die Vereine wenig profitieren würden. "Das Ehrenamt fühlt sich eher zurückgedrängt, den Vereinen bringt die Agentur nichts."

Borchert ist dritter Bewerber

Interessant dürften die Machtkonstellationen sein, mit denen die Linken-Kandidatin ihren Angriff auf das Rathaus startet. Sicher sind ihr bereits die Unterstützung der Grünen und der Unabhängigen Wählergemeinschaft Wandlitz (UWG). Es laufen weiter Gespräche mit der SPD und der CDU. Beide Parteien wollen noch im Juni darüber befinden, ob Bohnebuck unterstützt wird. Dazu will CDU-Chef Olaf Berlin eine Delegiertenkonferenz einberufen, dort soll über die Wahl diskutiert werden. Der dritte Bewerber für das Bürgermeisteramt ist Oliver Bochert (F.Bg.W.), Ortsvorsteher in Wandlitz.

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Bohnebuck Oliver Bochert Amtschefin Olaf Berlin Bürgermeisterin

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Niels Neudeck 04.07.2019 - 00:51:40

Dafür gibt es doch das Heidekrautjournal

Früher mal unabhängig (vor Radant) heute seit 8 Jahren Sprachrohr der Bürgermeisterin, bzw . ehrlich gesagt Familie Schumann Inhaber des Heidekrautjounal waren diejenigen die Frau Radant entdeck und auf den Postengebracht haben. Also Waffengleichheit würde ich mal sagen.

Thomas Müller 18.06.2019 - 12:13:29

Hr. Still

Ich bin gespannt ob Herr Still auch solch Werbeartikel für die Bürgermeisterin schreibt, so wie er dies bereits für die anderen Kandidaten getan hat. Zumindest hätte man von einem Journalisten erwartet, dass er sich mit den Aussagen von Frau Bohnebuck beschäftigt oder diese hinterfragt. Aber das scheint leider zuviel des guten. Passt aber natürlich in das Qualitätsbild, welches vorher durch Herrn Still bereits verbreitet worden ist. Schade.

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