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Lange vor "Fridays for future" haben Eberswalder begonnen, für eine lebenswertere Zukunft zu streiten. Jetzt kommt es zu einer Zäsur.

Öko-Vorreiter
Namen für fünf Lastenräder

Sven Klamann / 23.06.2019, 21:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Nur noch bis Ende August wird das von der Energie- und Kulturwendebewegung wandelBar und dem Hebewerk-Verein getragene Projekt "Transition Thrive – Wachstumsschub für Klimaschutz von unten" durch das Bundesumweltministerium gefördert. Zwei Jahre lang haben Anja Neumann (29) und Ulrike Gatz (28), zuletzt in der Thinkfarm an der Puschkinstraße 15, lokale Initiativen gefördert und vernetzt. Sie hätten in der Barnimer Kleinstadt nicht bei Null anzufangen brauchen, hob Ingo Frost vom Hebewerk-Verein am Freitagabend hervor, an dem ein rauschendes Abschlussfest gegeben wurde. "Überall in Eberswalde, nicht zuletzt an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, gibt es zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für eine intakte Umwelt stark machen", betonte er.

Die beiden hauptamtlichen Klimaschützerinnen können auf das von ihnen Erreichte stolz sein. "Wir sind mit offenen Armen empfangen worden und fanden viel kreatives Potential und Engagement vor", sagte Anja Neumann, die einen Master in Europäischer Kunstgeschichte hat. Ihre wichtigste Aufgabe sei es gewesen, das Miteinander der einzelnen Aktivisten zu fördern, ergänzte Ulrike Gatz, die auf Bachelor Unternehmensmanagement studiert hat.

Höfe-Laden folgt Abholstation

Weil Klimaschutz mit kurzen Wegen  und regionalem Wirtschaften zu tun hat, wurde umgehend damit begonnen, ein Gemüsekisten-Abo aufzubauen. Anfangs diente das Büro der Klimaschützerinnen, zunächst an der Breiten Straße, später in der Thinkfarm, als wöchentliche Abholstation. Im Frühjahr konnte an der Eisenbahnstraße 89 in Eberswalde der erste Höfe-Laden eröffnet werden. "Wir haben uns damit ein Stück weit überflüssig gemacht. Die solidarische Landwirtschaft nutzt Konsumenten und Produzenten gleichermaßen", sagte Anja Neumann.

Repair-Café auch im Zentrum

Zur Erfolgsgeschichte der Klimaschützerinnen gehört auch, dass die Zahl der Lastenräder stetig wächst. An fünf Ausleihstationen in Eberswalde stehen die umweltfreundlichen Transportwunder bereit. Details dazu gibt es unter www.lastenrad-eberswalde.de im Internet. Beim Abschlussfest wurden fünf der Räder getauft. Alle Namen hatten etwas mit Wald zu tun: als Verbeugung vor der Waldstadt: Waldgurke, Waldschrat, Onkel Waldtraut, Waldameise und Waldmeester.

Das Repaircafé, die ideale Möglichkeit, defekte Geräte vor dem Wegwerfen zu bewahren, gibt es mittlerweile an zwei Standorten: beim Hebewerk-Verein an der Havellandstraße 15 und in der Thinkfarm. Außerhalb der Ferien jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr an der Puschkinstraße und jeden Freitag von 15 bis 18 Uhr im Hebewerk.

Den Klimaschützerinnen ist es überdies gelungen, mit Verbündeten den Gemeinschaftsgarten im Brandenburgischen Viertel wiederzubeleben. "Überhaupt waren wir vor allem vermittelnd tätig", erklärte Ulrike Gatz.

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