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Tischtennis
"Jungspund" siegt in der Ü 80

Mit Edelmetall geschmückt: Siegfried Lemke und Bernhard Thiel
Mit Edelmetall geschmückt: Siegfried Lemke und Bernhard Thiel © Foto: Johannes Gohlke
Johannes Gohlke / 09.07.2019, 05:30 Uhr
Eberswalde Mit drei Medaillen kehrte am Montag der Großteil der neunköpfigen Delegation des TTC Finow  aus Budapest zurück. Als einer der erfolgreichsten Teilnehmer avancierte dabei erneut Siegfried Lemke. Auch Bernhard Thiel blieb nicht ohne Edelmetall.

Nach Zielen für den Sommerurlaub suchen die tischtennisverrückten Senioren des TTC Finow schon lange nicht mehr. Denn sie verlassen sich seit langer Zeit auf die Turnieransetzungen der ITTF bzw. ETTU. Denn in jedem Jahr findet jeweils im Wechsel eine Europa- oder Weltmeisterschaft statt, bei der sich jeder, der es sich zeitlich und finanziell leisten kann, anmelden darf.  So fanden knapp 4000 Europäer in diesem Jahr den Weg nach Budapest zur Europameisterschaft für Tischtennisspieler ab dem 40. Lebensjahr. Darunter auch eine relativ große Delegation von neun Finowern und Anhang.

Neun Eberswalder am Start

Anka Mutke, Katrin Dornemann, Gabriele Kirsten, Holm Kirsten, Erik Kirsten, Torsten Will, Marcus Pauli, Siegfried Lemke und Bernhard Thiel tauschten für eine Woche Sonnenbrille und Cocktailglas gegen Schläger und Ball. Die Zielsetzungen waren dabei völlig unterschiedlich.

Für die Newcomer Pauli und Will war das Sammeln von internationaler Erfahrung die oberste Priorität. Das schafften beide auch erfolgreich im Einzel sowie im Doppel und hatten dabei sogar vereinzelte Erfolgserlebnisse.Nicht ganz zufrieden mit seinem Abschneiden wird Holm Kirsten bei seinem letzten Start in der AK Ü 50 sein. Der 59-Jährige schied nach zwei knappen Niederlagen bereits in der Vorrunde aus dem Einzelwettbewerb aus und kam nach erfolgreicher Vorrunde im Doppel, zusammen mit seinem Bruder Erik, nicht über die erste K.o.-Runde hinaus. Erik Kirsten spielte ein gutes Einzelturnier. Nach Platz zwei in der Gruppenphase meisterte er die Runde der letzten 512 Teilnehmer durch einen knappen 3:2 Sieg gegen den Schweden Kassman, ehe er in der folgenden Runde mit 2:3 gegen den Italiener Bisi das Nachsehen hatte.

Drei Damen im Team

Die drei Damen im TTC-Aufgebot starteten geschlossen in der Altersklasse Ü 50. Während Dornemann durch den ersten und Mutke durch den zweiten Platz in der Gruppe die K.-o.-Runde erreichten, schied Kirsten als Gruppendritte aus. In der K.-o.-Phase überstand Dornemann zwei Runden durch Siege über die Türkin Dundar und die Engländerin Collier. Gestoppt wurde sie erst in der Runde der letzten 32 von der Deutschen Hillmer. Für Mutke kam nach einem Auftaktsieg über die Griechin Zerdila in der Runde der letzten 64 gegen die Dänin Polk das Aus.

Um Medaillen wollten die beiden TTC-Haudegen Lemke und Thiel spielen. Beide gewannen bereits bei den Weltmeisterschaften in Las Vegas im vergangenen Jahr Medaillen im Einzel- und Doppelwettbewerb und wollten dies in Budapest gerne wiederholen.

Böse Überraschung für "Berni"

Für Thiel, der in der Altersklasse Ü 65 startete, begann das Turnier allerdings mit einer negativen Überraschung. Denn sein erstes Einzel in der Gruppenphase gegen den Tschechen Kozeluh verlor er hauchdünn mit 10:12 im Entscheidungssatz und musste sich nach zwei deutlichen Siegen gegen die anderen Gruppengegner mit dem zweiten Gruppenplatz zufriedengeben. Seine Setzposition, die er aufgrund seines Vizeweltmeistertitels vom Vorjahr innehatte, war nun verspielt. Dies hatte zur Folge, dass er bereits in der Runde der letzten 128 Spieler auf den starken Ukrainischen Meister Leonid Segal traf. Gegen ihn entwickelte sich ein spannendes Match, in dem "Berni", wie der 65-Jährige liebevoll von seinen Vereinskameraden genannt wird, schon Matchbälle hatte. Doch am Ende setzte sich tatsächlich der Osteuropäer durch, sodass Thiel seine Medaillenträume im Einzel begraben musste.

Im Doppel hatte er an der Seite seines tschechischen Partners Petr Polak bis zum Halbfinale keine Probleme. Doch dann war die Paarung Segal/Lindmäe aus der Ukraine/Estland für die amtierenden Weltmeister zu stark. Mit einer Bronzemedaille im Doppel verabschiedete sich die Nummer drei der 1. Finower Herrenmannschaft aus dem Turnier.

Erstmals in der Altersklasse Ü 80 starten durfte der 79-jährige Siegfried Lemke. In dieser neuen Altersklasse fühlte sich "Egon", wie er seit Jahrzehnten genannt wird, als Jungspund pudelwohl.

Aufholjagd wird belohnt

In den sieben Einzeln bis ins Finale gab er keinen einzigen Satz ab. Erst dann wurde er vom Schweden Thorinsson ernsthaft gefordert. Mit 2:1 führte der Skandinavier bereits im Finale, ehe der Finower seine letzten Kräfte mobilisierte und die Sätze vier und fünf deutlich für sich entschied.Nach seinem Europameistertitel im Einzel 2017, durfte sich der Abwehrspieler nun über seinen zweiten Europameistertitel freuen.  Im Doppel kam an der Seite von Dimitrije Bilic noch eine Bronzemedaille dazu. Da Bilic noch zur Altersklasse Ü 75 gehört, starteten beide in dieser Altersklasse und hatten bis zum Halbfinale einige schwere Hürden zu meistern. In der Vorschlussrunde kam dann, nach einem 5-Satz-Krimi gegen zwei Landsmänner, das Aus.  Somit durfte das Finower Urgestein, das im Oktober bereits seinen 80. Geburtstag feiert, einem anschließenden Kurzurlaub in Slowenien, die Heimreise mit einer bronzenen und goldenen Medaille im Gepäck antreten.

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