Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jens Gröger (56) ist seit Juli Bezirksgeschäftsführer der Dienstleistungsgewerkschaft für Nord-Ost Brandenburg. Und schon voll gefordert.

Gewerkschaft
Rückkehrer voller Tatendrang

Sven Klamann / 11.07.2019, 20:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Für heute, 12.30 Uhr, sind die Beschäftigten des Werner-Forßmann-Krankenhauses zu einer weiteren Protestaktion aufgerufen. Am Donnerstag hatte es die nächste Runde der Tarifverhandlungen gegeben. Für Ver.di war da wieder Ivo Garbe dabei, der den Landesbezirksfachbereich Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen leitet. In der gleichen Position hat sich Jens Gröger bisher um den Fachbereich Verkehr gekümmert und war wie sein Kollege für ganz Brandenburg und Berlin zuständig. Zum Monatsbeginn aber hat der 56-Jährige als neuer Bezirksgeschäftsführer der Dienstleistungsgewerkschaft für Brandenburg-Nordost seinen Vorgänger Uwe Erschens abgelöst, der auf eigenen Wunsch gegangen ist.

Der Zuständigkeitsbereich von Jens Gröger ist damit auf die Stadt Frankfurt (Oder) und ihr Umland sowie die Kreise Uckermark und Barnim geschrumpft, in denen es aktuell insgesamt knapp 13 000 ver.di-Mitglieder gibt. Tendenz: wieder steigend. Und aus dem auf Verkehrsthemen fokussierten Experten ist ein Strippenzieher geworden, dessen wichtigste Aufgabe es ist, alle Fäden zusammenzuhalten.

Tarifbaustelle GLG

Der neue Bezirksgeschäftsführer steht den Beschäftigten des Werner-Forßmann-Krankenhauses in deren langwierigem Arbeitskampf in jeder Hinsicht bei. "Dass es in den elf Tochterfirmen der  Gesellschaft für Leben und Gesundheit immer noch unterschiedliche Tarifverträge gibt, gehört zu den größten Baustellen, um die sich ver.di kümmern muss", betont Jens Gröger.

Für den verheirateten Familienvater aus Britz, der zwei Kinder und vier Enkelkinder hat und nach seiner KfZ-Schlosser-Lehre zunächst bei der Barnimer Busgesellschaft beschäftigt war, ist der Wechsel von Berlin nach Frankfurt (Oder) und Eberswalde eine Rückkehr. Von 1997 bis 2002 war er schon einmal als Geschäftsführer tätig. Für den damaligen Bezirk Barnim-Uckermark. Und bis 2001 für die Einzelgewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), die in Barnim und Uckermark allein rund 12 000 Mitglieder zählte und mit anderen Einzelgewerkschaften zu ver.di verschmolz.

"Ich habe eine neue berufliche Herausforderung gesucht und gefunden", begründet Jens Gröger seinen Wechsel. So ganz hat er sich von seinen bisherigen Aufgaben allerdings nicht getrennt. In seinem Arbeitsvertrag hat der Britzer festschreiben lassen, dass er die Tarifverhandlungen für die Nahverkehrsunternehmen in Brandenburg auch künftig begleiten wird. Mit einem Einstiegsgehalt für Busfahrer von 2100 Euro brutto sei Brandenburg bundesweit Schlusslicht. "Da brauchen wir uns doch nicht zu wundern, dass junge Leute nach Berlin ziehen, wo sie gleich 500 Euro mehr im Monat bekommen", sagt der ver.di-Geschäftsführer. Und sieht jede Menge Nachholbedarf.

Einsatz im Landratswahlkampf

Das allgemeine Wiedererstarken der Gewerkschaften sei eine Reaktion vor allem der Beschäftigten auf die brüchiger werdende Solidargemeinschaft, urteilt Jens Gröger, der auf weitersteigende Mitgliedszahlen auch bei ver.di setzt. "Nur dann können wir dauerhaft unseren im Grundgesetz verankerten Auftrag erfüllen, die Arbeits- und Lebensverhältnisse zu verbessern", sagt er.

Skeptikern hält der 56-Jährige einen seiner Lieblingssprüche entgegen. "Gewerkschaften und Parteien verändert man nur von innen", sagt Jens Gröger gern und oft. Und lebt als langjähriges SPD-Mitglied selbst diese Maxime. Vor 25 Jahren ist er dieser Partei beigetreten – und ihr treu geblieben, obwohl ihm dies manchmal schwer gefallen sei. Zuletzt hat der Britzer die Landratskandidatur seines Partei­freundes Daniel Kurth unterstützt, von dem er auch nach dessen gewonnener Wahl viel hält. Ob er sich auch im anstehenden Landtagswahlkampf engagieren werde, sei noch ungewiss.

In seiner knappen Freizeit bastelt Jens Gröger gern mit Holz. Und er ist bekennender Anhänger des Forstfaschings.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG