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Kanaltheater bietet im Finower Domizil außergewöhnlichen Tanz und ein Videomusikprojekt.

Tanz und Spiel
Eberswalder Kanaltheater lädt ins Wohnzimmer Finow ein

Ausdrucksstark: Polyxeni Angelidou und Sofia Karagiorgou tanzen "The Glory Of Decay".
Ausdrucksstark: Polyxeni Angelidou und Sofia Karagiorgou tanzen "The Glory Of Decay". © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 13.08.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 13.08.2019, 09:06
Finow (MOZ) Gleich zwei Vorstellungen hat es diesmal für die Gäste im "Wohnzimmer Finow" gegeben, wohin die Akteure des Eberswalder Kanaltheaters wieder geladen hatten. Den Anfang machte "The Glory of Decay" (Die Herrlichkeit des Zerfalls), ein Tanzprojekt von Polyxeni Angelidou und Sofia Karagiorgou. "Unserer Performance liegt die Idee des Gegensatzes zwischen der Natur und der vom Menschen geschaffenen Umgebung zugrunde", erklärte Polyxeni Angelidou, die schon seit einiger Zeit unter anderem choreografisch für das Kanaltheater arbeitet.

Bei ihrem Stück stelle der Verfall gewissermaßen das verbindende Glied der Antipole dar, so die Künstlerin. In ihm zeige sich, dass die Natur sich ihr Recht stets zurückerobere. "Wir wollen gleichsam zeigen, dass das Bestehen auf feste Strukturen ohne Wechsel langfristig keine Aussicht auf Erfolg hat", ergänzte Sofia Karagiorgou.

Mit Musik in die Psyche

In der zweiten Hälfte schloss sich "Tuesday Travel" an, ein Videomusikprojekt, bei dem sich die Künstler in die Seelenzustände unterschiedlicher Persönlichkeitsstrukturen hineingedacht hatten und dies in Wort, Bild und Musik darstellten. Sebastian Halle war dabei für den textlichen Teil verantwortlich, Marcel Krömker griff in die Saiten seines Kontrabasses und Cristina Lelli lieferte die Bilder. Inspiriert wurden die drei durch das Buch "Ihr Persönlichkeitsporträt" des amerikanischen Psychiaters John M. Oldham, der darin 13 verschiedene Persönlichkeitsstrukturen beschreibt. Dabei spielen beispielsweise Charakterzüge wie Gewissenhaftigkeit, Moral und Sentimentalität eine Rolle.

Durch die Lektüre und deren künstlerische Umsetzung habe man einen wesentlich tieferen sowie echteren Zugang zu der Thematik bekommen, beschrieb Sebastian Halle "Das Menschenskind". So habe er sich selbst zum Beispiel als exzentrisch-kreativen Typ erkannt, verriet er. Das Ergebnis auf der Bühne kam wie der hintergründige Tanz beim Publikum gut an. "Ich finde die kulturelle Vielfalt, die uns hier in Eberswalde geboten wird, wunderbar", meinte Vivien Zippel, die zu den Besuchern zählte.

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