Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Lunower Junglandwirte und Politiker der Linken diskutieren über wünschenswerte Agrarstrukturen.

Zukunftsdialog
Landwirtschaft soll ursprünglicher sein

Eigenproduktion: Landwirtin Anja Hradetzky (2. v. r.) erklärt den Politikerinnen Isabell Czok-Alm, Kirsten Tackmann und Anke Schwarzenberg (v. l. n. r.), wie aus Milch Käse wird.
Eigenproduktion: Landwirtin Anja Hradetzky (2. v. r.) erklärt den Politikerinnen Isabell Czok-Alm, Kirsten Tackmann und Anke Schwarzenberg (v. l. n. r.), wie aus Milch Käse wird. © Foto: matthias wagner
Matthias Wagner / 14.08.2019, 08:00 Uhr
Lunow-Stolzenhagen (MOZ) Im Rahmen ihrer Agrar-Dialog-Tour haben die Bundestagsabgeordnete und Agrarexpertin Kirsten Tackmann (Linke) und Anke Schwarzenberg, Sprecherin für Landwirtschaft der Linkspartei im Landtag, den Bauernhof "Stolze Kuh" von Anja und Janusz Hradetzky in Lunow-Stolzenhagen besucht. "Wir wollen nicht über, sondern mit den Menschen reden", so Kirsten Tackmann. Dazu gesellt hatten sich Ralph Wittwer vom Kreisbauernverband Oberhavel-Barnim und Isabell Czok-Alm, Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis Barnim III.

In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, von landwirtschaftlicher Arbeit zu leben, weil etwa der Zugang zu Boden aufgrund der Eigentumsverhältnisse teuer ist und zugleich die Wertschätzung der Arbeit der Landwirte sinkt, müsse man unbedingt gegensteuern, so ein Fazit der Beteiligten. Immer öfter würden landwirtschaftsfremde Finanzinvestoren ortsansässige Agrarbetriebe verdrängen und entkoppeln die Landwirtschaft vom Dorf und von Verbrauchern. Aus Sicht der Linken solle Landwirtschaft wieder stärker Versorgerin mit regionaler Verarbeitung und Vermarktung sein. Die Wertschöpfung solle in die ländlichen Regionen zurückgeholt werden.

Man wolle sich im Ergebnis für mehr Förderung allerdings an den richtigen Stellen einsetzen, so die Politikerin Tackmann. Um dies zu erreichen, bedarf es unter anderem einer besseren Zusammenarbeit der Gremien von EU, Bund, Land und Kommunen, hob sie hervor. Die vorhandenen Strukturprobleme müssten erkannt und die Regionalvermarktung landwirtschaftlicher Produkte gefördert werden.

"Für die Landwirtschaft brauche es in jedem Fall eigenen Grund und Boden", erklärte Janusz Hradetzky.  Er selbst habe vor fünf Jahren mit 30 Hektar begonnen. Heute verfügt das junge Bauernpaar über 220 Hektar, auf dem 130 Rinder weiden, von denen 26 gemolken werden.

"Wir ziehen alle weiblichen und männlichen Kälber selbst auf", so Anja Hradetzky. Die naturnahe Milchviehhaltung mit ammengebundener Kälberaufzucht, behornten Tieren, Vollweide, einem Bullen in der Herde und Heu-Futter im Winter stehe dabei im Mittelpunkt.

Die Agrar-Dialogtour ist Teil der Veranstaltung "Landwirtschaft im Dialog – Wie weiter mit der Landwirtschaft in Brandenburg?", die im Februar von der Linken und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde stattfand.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG