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Ab Sonnabend können Freizeitsportler, Profis und Kinder im Eberswalder Rofin-Park die Wände hochgehen.

Eröffnung
Jetzt wird gebouldert

Kraftakt am Felsblock: Paolo und Dirk erklimmen den Kletterfelsen in der Hallenmitte. Gebouldert wird ohne Seil, Stürze werden durch Matten abgefedert. Damit es nicht langweilig wird, werden die Griffe regelmäßig umgeschraubt.
Kraftakt am Felsblock: Paolo und Dirk erklimmen den Kletterfelsen in der Hallenmitte. Gebouldert wird ohne Seil, Stürze werden durch Matten abgefedert. Damit es nicht langweilig wird, werden die Griffe regelmäßig umgeschraubt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 14.08.2019, 08:30 Uhr - Aktualisiert 14.08.2019, 09:15
Eberswalde (MOZ) Ein Blick zurück: im April 2018 ist das frühere A-Werk im Rofin-Park vollgestellt. Utensilien der Diskothek, die vor Jahren dort betrieben wurde, lagern im Innenraum. Es ist staubig und dunkel. Der Plan Sven Ungers, der auch den Kletterwald Schorfheide betreibt, und seines Geschäftspartners York Krüger, an diesem Ort nur etwa ein Jahr später eine Boulderhalle auf zwei Etagen samt neuen Sanitärräumen und  Café eröffnen zu wollen, erscheint mehr als sportlich. Doch die MOZ-Besuche in den Folgemonaten zeigen: es geht voran. Licht dringt in die Halle als die neue Fensterfront installiert ist.

Im Frühjahr 2019 werden die Kletterwände gestellt. Die Werbung für die Boulderhalle ist längst angelaufen. Sie bekommt den Namen Bloc48 und eine Homepage mit Countdown. Ganz kann der Wunschtermin nicht eingehalten werden. "Die Verzögerung liegt nicht an uns", sagt Sven Unger vor einer Woche. Brandschutzabnahmen lassen auf sich warten. Nun aber kann er verkünden: die Eröffnung steht fest. Es wird der kommende Sonnabend um 10 Uhr.

Am Samstag öffnet im ehemaligen Awerk die Boulderhalle "bloc 48" ihre Pforten. Die Inhaber des Kletterwaldes Schorfheide haben im Eberswalder Rofinpark eine  Freizeiteinrichtung entstehen lassen, die sicher viele Fans finden wird.
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Boulderhalle eröffnet im ehemaligen Awerk

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Gäste in den Startlöchern

Freunde der Trendsportart konnten es angeblich kaum erwarten und hätten schon in den vergangenen Wochen vor der Tür gestanden. Im Norden Brandenburgs ist die Halle mit einer Kletterwandfläche von 1000 Quadratmetern, einer Mattenfläche von 600 Quadratmetern und der Möglichkeit auf zwei und über zwei Etagen die Wände hochzugehen, allein auf weiter Flur. Die nächste Konkurrenz befindet sich in Berlin, in nördlicher Richtung in Rostock. Schon jetzt zählt die neue Eberswalder Attraktion mehrere Hundert Follower bei Facebook und Instagram. 50 000 Besuche im Jahr sollen die Investition einer halben Million Euro wieder einspielen. Die Investitionsbank des Landes hat das Vorhaben gefördert.

Das wird geboten

Ab Sonnabend können sich alle nicht nur online, sondern auch live davon überzeugen, was im Rofin-Park entstanden ist. Ein helles Ambiente in weiß und türkis mit derzeit 4500 verschiedenfarbigen Klettergriffen, die – damit es Stammgästen nicht langweilig wird – in regelmäßigen Abständen umgeschraubt werden. "Pro Woche ein Bereich", erklärt Sven Unger. Nach acht Wochen wäre damit die komplette Wandfläche der Halle mit neuen Routen versehen. 1000 Griffe sollen noch hinzukommen. Auch deren Vielfalt soll noch größer werden.

Es gibt sechs Schwierigkeitsgrade und in der zweiten Etage eine Wettkampffläche für Profi-Boulderer sowie ein Campusboard, an dem Arm- und Handmuskulatur trainiert werden können, einen Bereich für Yoga und Stretching. Zentrales Element im unteren Hallenbereich ist der kantige Kletterfelsen. Es gibt eine Kletterhöhle und einen Kinderbereich.

Drei ausgebildete Trainer können Anfängern und fortgeschrittenen Boulderern  an die Seite gestellt werden. Kurse für Erwachsene und Kinder gehören zum Angebot. Schulklassen und Vereine – sie alle würde Unger künftig gern in der Halle 48 begrüßen. Und zwar wochentags von 12 bis 22 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr. Das Café, das bisher Snacks und Getränke bietet, hat parallel geöffnet und soll sein Angebot Stück für Stück erweitern. 15 Mitarbeiter gehören zum Team, das die Gäste betreut, darunter drei Festangestellte.

Weitere Infos: www.bloc48.de

Kommentar: Attraktives Puzzleteil

Es ist schon beeindruckend zu sehen, was innerhalb von nicht mal anderthalb Jahren aus der Industriehalle und dem späteren Tanztempel in Eberswalde gemacht wurde. Vor allem verglichen mit manch kommunalem Bauprojekt erscheint die rapide Fertigstellung der einzigen Boulderhalle im Norden Brandenburgs rekordverdächtig. Dabei war das Unterfangen alles andere als klein und sorgt nun für eine sinnvolle Nachnutzung von lange Zeit stillgelegter Bausubstanz.

Die Tatsache, dass in Eberswalde nun großflächig ohne Seil geklettert werden kann, wird vielleicht nicht jeden Couch-Potato sofort mit Begeisterung die Wände hochgehen lassen. Doch die Betreiber scheinen ihre Zielgruppe gut zu kennen und sind überzeugt, dass der Laden laufen wird. Tatsächlich kann die Halle eine große Bereicherung für das touristische Angebot der Stadt sein, ein attraktives Puzzleteil in der breiten Palette vom Zoo bis zur Bootsfahrt auf dem Finowkanal.

Vor allem die Einzigartigkeit im Norden Brandenburgs könnte die Kletterer aus dem Umland locken. Dafür ist es wichtig, dass beispielsweise in den Regionalzügen für die Attraktion geworben wird. Nicht auf kleinen Faltblättern, sondern großflächig.

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