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Urs-Michael Theus wird neuer Dirigent des Brandenburgischen Konzertorchesters. Holger Schella hat sich nach 25 Jahren verabschiedet.

Musik
Wechsel am Pult des Brandenburgischen Konzertorchesters

Viola Petersson / 21.08.2019, 08:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Mit dem Schwaneberger Sommerkonzert hat er jüngst seine Abschiedsvorstellung gegeben. Holger Schella, seit 1994 Intendant und Dirigent des Brandenburgischen Konzertorchesters, hat Eberswalde und den Klangkörper verlassen. Neuer künstlerischer Leiter wird Urs-Michael Theus.

Wie der Vorstand des Vereins Brandenburgisches Konzertorchester Eberswalde, der Träger des Klangkörpers ist, informiert, gehe Schella aus persönlichen bzw. gesundheitlichen Gründen. Über seine Entscheidung habe er die Musiker im Frühjahr unterrichtet. Offensichtlich habe sich die Personalie in der Szene so schnell herumgesprochen, dass die Eberswalder die Stelle des Dirigenten gar nicht erst ausschreiben mussten auf den einschlägigen Portalen für Musiker. "Sofort haben sich Interessenten bei uns gemeldet", berichtet Nicole Radtke, kaufmännische Leiterin des Klangkörpers. Drei Bewerber hätten sich schließlich im Hause vorgestellt, vorgesprochen und "Proben gemacht".

Am Ende sei es ein einstimmiges Votum gewesen. Vorstand wie auch Musiker, also Orchestermitglieder, haben sich für Urs-Michael Theus ausgesprochen. Der 60-jährige Theus werde ab Mitte September den Taktstock schwingen und damit die künstlerische Leitung übernehmen. Die Stelle eines Intendanten werde indes nicht mehr besetzt. "Das ist bei der Größe unseres Ensembles nicht nötig", sagt Radtke. Aktuell sind zehn Musiker fest angestellt. Bei großen Veranstaltungen greife der Verein auf "Stammkräfte" auf Honorarbasis zurück.

Trotz des Weggangs von Holger Schella, das Dirigentenpult sei nicht verwaist. Vorübergehend übernehme der Arrangeur und Schlagzeuger Gábor Bolyán, seit fast 20 Jahren im Orchester, die Leitung. Er leite aktuell auch die Proben. Der gebürtige Ungar sei schon mehrfach in die Bresche gesprungen. So habe er beispielsweise die Classic Pop Night in Chorin dirigiert. Und auch am Sonntag, wenn das Brandenburgische Konzertorchester Eberswalde bei "Offene Bühne der Kulturen" auf dem Marktplatz spielt, stehe Bolyán am Pult.

Neues Format für 2020 avisiert

Nachfolger Urs-Michael Theus war von 1998 bis 2013 Musikdirektor am Theater Lüneburg und Chefdirigent der Lüneburger Sinfoniker. Als Gastdirigent arbeitete der heute 60-Jährige bereits mit vielen Klangkörpern zusammen, unter anderem mit den Hamburger Symphonikern, dem Staatsorchester Braunschweig, der Halleschen Philharmonie, aber auch dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder). Von 2012 bis 2015 war er Generalmusikdirektor der Neuen Eutiner Festspiele. Tourneen und Gastspiele führten Theus auf internationale Konzertpodien u. a. nach Russland, Japan sowie in die USA. Seine musikalische Kompetenz sei sehr breit gefächert, sie erstrecke sich auf alle Genres und Stilepochen, so der Vorstand.

Er zitiert den neuen Mann am Pult mit den Worten: "Ich war klassisch neugierig, ich bin klassisch neugierig. Ich bin ein erlebbarer Ausdruck der Musik und der lebendigen Identität eines Orchesters. Mit und ohne Stab." Die Eberswalder dürfen also gespannt sein. Die erste Probe unter seiner Ägide ist für den 12. September angesetzt, verrät Radtke, die gleichzeitig ein neues Format für 2020 ankündigt: Klassik populär.

Die Wurzeln des Orchesters reichen bis ins Jahr 1945 zurück, als Max Reichelt mit dem Aufbau eines Klangkörpers begann. Die Wende markierte auch für das Orchester eine Zäsur. Land und Landkreis fördern heute zwar den Eberswalder Klangkörper, doch die finanziellen Spielräume sind äußerst gering. "Trotz einer hohen Veranstaltungsdichte", wie Radtke sagt. Pro Jahr sind es um die 150 bis 170 Auftritte.

Weitere Infos: "Offene Bühne der Kulturen" am Sonntag ab 11.30 Uhr auf dem Marktplatz mit Klassik Open Air

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