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Fast 14 000 Eberswalder gehören der Generation 60+ an. Knapp 50 von ihnen haben bei einer von der Akademie 2. Lebenhälfte organisierten Podiumsdiskussion die sieben Direktkandidaten für den Wahlkreis 13 näher kennengelernt.

Landtagswahl
Diskussion mit Blick aufs Kommunale

Voller Saal im Bürgerbildungszentrum: Die sieben Direktkandidaten für den Wahlkreis 13 stellen sich den Fragen der zumeist älteren Besucherinnen und Besucher der Podiumsdiskussion.
Voller Saal im Bürgerbildungszentrum: Die sieben Direktkandidaten für den Wahlkreis 13 stellen sich den Fragen der zumeist älteren Besucherinnen und Besucher der Podiumsdiskussion. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 21.08.2019, 15:38 Uhr
Eberswalde (MOZ) Wie groß wird der Erkenntnisgewinn nach zweieinhalb ausgefüllten Stunden im Bürgerbildungszentrum für die Teilnehmer gewesen sein? Zumindest hat sich Sabine Rakitin, die Redaktionsleiterin der Märkischen Oderzeitung in Bernau, als bestens vorbereitete Moderatorin bemüht, die Bewerber zu möglichst konkreten Aussagen zu bewegen. Dennoch dürfte es in der Natur der Sache gelegen haben, dass Sprechblasen nicht ausgeblieben sind. Im Podium hatten in alphabetischer Reihenfolge Ronny Fölsner (FDP), Danko Jur (CDU), Roman Kuffert (AfD), Hardy Lux (SPD), Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen), Sebastian Walter (Linke) und Sven Weller (BVB/Freie Wähler) Platz genommen.

Erfahrung bringen alle mit

Sie alle hoffen darauf, am 1. September im Wahlkreis 13, der die Stadt Eberswalde, die Gemeinde Schorfheide und das Amt Joachimsthal (Schorfheide) umfasst, per Erststimmen direkt in den Brandenburger Landtag einziehen zu können. Und haben in der wenig kontroversen Debatte den Versuch gestartet, mit ihren landes- oder kommunalpolitischen Erfahrungen zu punkten. Lux, Jur und Walter sind durchweg kommunalpolitische Schwergewichte und auch im aktuellen Eberswalder Stadtparlament vertreten. Vogel ist Fraktionsvorsitzender im Brandenburger Landtag, Weller ist bei den Kommunalwahlen im Mai in die Schorfheider Gemeindevertretung und in den Barnimer Kreistag eingezogen, Fölsner führt den Eberswalder und den Barnimer Ortsverband der Liberalen an. Und Kuffert sagt, dass er als sachkundiger Einwohner im Kulturausschuss der Stadtverordnetenversammlung Potsdam mitgearbeitet habe, bis er vor Kurzem nach Eberswalde gezogen sei.

Zu den wohl spannendsten Fragen gehörte die nach den ersten Aktivitäten der Kandidaten, falls sie es tatsächlich in den Landtag schaffen würden. Jur erklärte, sich sofort dafür stark machen zu wollen, dass in Eberswalde wieder ein Staatliches Schulamt eingerichtet wird. Walter betonte, er werde sich dafür einsetzen, dass der Tarifvertrag in der Pflege als allgemein verbindlich anerkennt und der Mindestlohn in dieser Branche auf 15 Euro pro Stunde erhöht werde. Weller kündigte an, dafür zu kämpfen, dass die Kommunalverfassung, die aktuell der Jugend ein verstärktes Mitspracherecht einräume, in diesem Punkt den Senioren Gleiches biete. Kuffert versprach, die Familienpolitik in den Mittelpunkt zu rücken. Vogel stellte in Aussicht, seinen Einsatz für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu forcieren. Fölsner sieht bei der Finanzausstattung der Kommunen den größten Nachholbedarf. Und Lux sah wegen der Herausforderungen der Zukunft nicht nur im Klimaschutz seine Aufgabe darin, für eine rot-rot-grüne Koalition zu werben.

Seniorengerechte Wohnideen

Dicht bei einander waren die Direktkandidaten, was die von Charlote Canditt, der Vorsitzenden des Eberswalder Seniorenbeirates, erhobene Forderung betraf, altersgerechte Wohnformen zu unterstützen. "Ich bin nicht scharf darauf, mit 80 Jahren in einer Wohngemeinschaft zu leben, die einem Internat gleicht, oder in ein Zweibettzimmer im Seniorenheim abgeschoben zu werden", sagte die Eberswalderin. Für alle Bewerber war klar, dass die Politik verpflichtet sei, auch den Älteren ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Grundsätzliche Differenzen gab es eher bei der Frage, wie eine Mieten-Explosion in Berlin verhindern werden könnte. Walter regte an, eine landeseigene Gesellschaft zu gründen, die den Bau von Sozialwohnungen vorantreibe. Vogel entgegnete, der bessere Weg wäre es, wenn das Land stärker die Kommunen fördere. Und Fölsner sagte, es müsse mehr gebaut werden.

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Katja Ziebarth 22.08.2019 - 09:56:47

Kuffert- Eberswalder?

In ihrem letzten Artikel wurde der AFD Kandidat Kuffert noch als Potsdamer vorgestellt, der sich bei einem Wahlerfolg einen Umzug nach Eberswalde vorstellen könnte ("Er könne sich aber durchaus vorstellen, sollte er das Direktmandat holen, nach Eberswalde zu ziehen, signalisierte er. " Zitat Artikel von Viola Petersson / 11.08.2019, 20:11 Uhr - Aktualisiert 12.08.2019, 10:44 ) Liegt hier vielleicht ein redaktioneller Fehler vor?

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