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Robin Hood begleitet vom Konzertflügel und Geschichten von Till Eulenspiegel als szenische Lesung gibt es diesen Herbst im Kloster Chorin.

Veranstaltung
Rächer und Schelme im Kloster Chorin

Marco Marschall / 11.09.2019, 06:30 Uhr
Chorin Das Chorinfest am Sonntag hat den  Sommer im Kloster abgerundet. 2000 Besucher wollten den 200 Golspelsängern lauschen. Und auch sonst lief die Saison äußerst zufriedenstellend. "Alle Veranstaltungen wurden sehr gut besucht", sagt Klosterleiterin Franziska Siedler. Die Zahl der Gäste habe gegenüber den Vorjahren zugenommen. Das liege zum einen an der verbesserten Parkplatzsituation, zum anderen auch an der wieder besseren Bahnverbindung.

Nach den Klassikkonzerten des Sommers wird es zur nächsten Veranstaltung ausnahmsweise nichts zu hören geben in den altehrwürdigen Mauern. Am Freitag steht die nächste Stille Stunde im Kloster an. Eine Veranstaltung, bei der in Kreuzgängen und Kirchenschiff die Möglichkeit zur inneren Einkehr und Meditation gegeben wird. Die Ausstellung hat dann geschlossen. Die Stille Stunde beginnt um 18.30 Uhr und ist für die Gäste kostenlos. Spenden sind gern gesehen. Jeder zweite Freitag im Monat gehört diesem besonderen Angebot, das immer besser angenommen wird. "Angefangen haben wir mit einem Gast. Jetzt sind wir bei 40", erklärt Franziska Siedler. Ein kleiner Stamm komme regelmäßig, aber es wären auch immer wieder neue Gesichter dabei.

Ein Graf am Flügel

Stephan Graf von Bothmer hingegen ist kein neues Gesicht im Kloster. Bereits im Sommer hatte er in einem komplett abdunkelbaren Raum des Refektoriums einen Stummfilm live am Flügel vertont. Am 21. September kehrt der Pianist zurück an die Heimstätte der Zisterzienser und wird erneut zum Bewegtbild die Tasten bedienen. Dieses Mal wird niemand geringeres als Robin Hood über die Leinwand flimmern. Der Rächer aus dem Sherwood Forest und Beschützer von Witwen und Waisen wird in der gezeigten Verfilmung aus dem Jahre 1922 von Douglas Fairbanks verkörpert. Die Szenerie des Streifens, so verrät die Ankündigung, ist aufs hyperaktive Spiel des Darstellers zugeschnitten, in dem dieser auf Tische und über den Burggraben springt. Robin Hood startet am 21. September um 16 Uhr im Kloster. Die Karten kosten 19, ermäßigt 17 Euro.

Der Stummfilm aus den 20er-Jahren ist gleichermaßen eine Erinnerung an diese Zeit im Kloster Chorin, wo damals viele Großveranstaltungen stattfanden, der Ort sogar mit Sonderzügen aus Berlin und Stettin angefahren wurde. Ab 1910 hatte es die großen Chorinfestspiele gegeben, zu denen bis zu 10 000 Leute kamen. Es sei, so Franziska Siedler, die Zeit gewesen, zu der Chorin noch sechs Gaststätten hatte.

Etwa die Hälfte, ca. 5000 Gäste, wurden jährlich zu den Kräuter- und Keramiktagen gezählt, die auch in diesem Herbst wieder im Kloster stattfinden. Die Veranstaltung ist in der Region gut etabliert und lockt am 5. und 6. Oktober auf das Areal. Für Besucher gelten die normalen Eintrittspreise von sechs, ermäßigt 3,50 Euro. Nur erleben sie zusätzlich zur Ausstellung in den Mauern einen Markt mit 20 Keramikern und weiteren Händlern mit Tee, Gartenkräutern oder Naturtextilien. Zum Verzehr gibt es an beiden Tagen ausschließlich Biogastronomie. Die Blumberger Mühle ist mit Natur- und Umweltpädagogen vertreten.

Thema der Keramiktage ist in diesem Jahr: der Teller. Das mag profan klingen, doch geht es darum, was die Keramiker daraus machen. Für die schönsten, kunstvollsten oder originellsten Objekte werden Preise verliehen. Einer von einer Fachjury, der andere durchs Publikum. Die Gewinner werden am 6. Oktober um 16 Uhr ausgezeichnet.

Mitten im Kirchenschiff

Für Unterhaltung sorgt am 5. Oktober Ambrah Myrrah. Das Duo aus Erzählerin Ana Rhukiz und der Wanderharfenspielerin Myriam Kammerländer will in der alten Sakristei Geschichten "Von tönernen Krügen, sprechenden Steinen und Scherben, die Glück bringen" vertonen.

Höhepunkt der Keramiktage wird am 6. Oktober eine musikalisch szenische Lesung. Ab 15 Uhr geht es darin im Kirchenschiff um Till Eulenspiegel. Die Gruppe Agathe Kimm um den Schauspieler Shorty Scheumann wartet mit einem Potpourri aus Musik und Geschichten um den berühmten Schelm auf. Mindestens eine davon soll aus Heiko Hesses Buch "Till Eulenspiegel zieht durch die Mark" stammen. Franziska Siedler verspricht eine besondere Atmosphäre. Anders als sonst üblich soll die Bühne diesmal in der Mitte des Kirchenschiffs stehen.

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