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Handball
Sensationelle Schlussphase

Acht Mal getroffen: Mario Manns war bei den Finowfurtern erfolgreichster Torschütze beim Auswärtsspiel in Angermünde.
Acht Mal getroffen: Mario Manns war bei den Finowfurtern erfolgreichster Torschütze beim Auswärtsspiel in Angermünde. © Foto: Dirk Schaal
Hartmut Miersch / 02.10.2019, 16:37 Uhr
Angermünde Was sich da beim 23:23 in Angermünde abspielte, gehört wohl auch in die Kategorie sensationell. Zehn Minuten vor dem Ende lagen die Gäste aus der Schorfheide noch mit 14:23 zurück, um dann mit einem anschließenden 9:0-Lauf das doch noch Unmögliche wahr zu machen. Selbst erfahrene Handballfans rangen nach Luft und Worten: "So etwas und dazu im Männerbereich habe ich noch nie erlebt, davon wird man auf beiden Seiten auch in zehn Jahren noch sprechen", meinte ein mitgereister Finowfurter.

Was war passiert? Seit beide Teams gemeinsam in der Landesliga spielen, konnte der FSV noch nie beim HCA punkten. Ähnlich verlief auch der Auftakt in dieser Partie. Auf 5:0 legten die Uckermärker vor und der Gast aus dem Barnim benötigte lange zehn Minuten, um zu seinem ersten Treffer zu gelangen. Aber auch dieser sorgte nicht für Selbstvertrauen und Zuversicht, denn Angermünde bestimmte Spiel und Gegner, führte wenig später 9:4 und 13:5. Finowfurt fand in Halbzeit eins nicht wirklich statt, Gegner war nicht der HCA, sondern das Spielgerät in Form von Ball. Ohne Klister und noch dazu mit einem sehr weichen und wenig Luft besitzenden Ball zeigte der FSV Schwächen im Passpiel, aber auch beim Torabschluss. Angermünde kam mit diesem Umstand wesentlich besser zurecht und führte zur Halbzeit mit 14:5.

Mit Wiederanpfiff deutete sich beim Gast zunächst keinerlei Besserung an. Auf 15:5 und 17:7 enteilten die Uckermärker, auf diese hilflose und teils überforderte Finowfurter Mannschaft hätten wohl nur noch die allerwenigsten einen Pfifferling gegeben. Auch zehn Minuten vor dem Ende beim 23:14 schien alles so zu sein wie immer: Finowfurt spielt in Angermünde und verliert, die Frage ist nur in welcher Höhe.

Die irre Aufholjagd beginnt

Aber und plötzlich kam alles ganz anders. FSV-Trainer Toni Renz griff tief in die Trickkiste, agierte nun – und völlig unüblich – gegen einen 6:0-Riegel mit zwei Kreisspielern. Das sorgte für reichlich Verwirrung beim HCA, schaffte aber auch Platz für Sperren und Lücken über die Außen. Ohne Patrick Kirschner und Johann Bergk war der Finowfurter Rückraum nahezu wirkungslos, so blieb nur der Angriff über den Kreis und die treffsicheren Außen. Und genau diese Taktik sollte aufgehen. Angermünde feierte schon den nahen Sieg, doch Finowfurt gab sich nicht auf und setzte zu einem Endspurt an, der seinesgleichen sucht. Spätestens als die Finowfurter aus einem 23:14 ein 23:20 gemacht hatten, begann in der Uckermark das große Zittern. Zu früh hatten die den Gegner abgeschrieben, der wuchs jetzt über sich hinaus und belehrte den HCA was Kampf und Leidenschaft bewirken können. Finowfurt war in seiner Euphorie und Aufholjagd nun nicht mehr zu bremsen. 13 Sekunden vor Schluß war so beim 23:23 der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich hergestellt. Kurz vor Ultimo kamen die Gäste sogar nochmals in Ballbesitz, der Ball war auch schon in Richtung leerem Angermünder Tor unterwegs, allerdings zwei Sekunden fehlten und Finowfurt hätte sogar noch gewonnen.

FSV-Trainer Toni Renz: "Ich glaube ein Sieg wäre dann doch des Guten zuviel gewesen. Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft. Diese hat sich nie aufgegeben und auch ohne zwei wichtige Leistungsträger bewiesen, wozu sie in der Lage ist. Aus diesem geschlossenen Team möchte ich niemanden hervorheben, denn dieser eine Punkt war ein gefühlter Sieg und der Star war die Mannschaft."

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