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Eberswalder muss 25 Euro zahlen, weil er zwei leere Druckerpatronen in die Restmülltonne wirft.

Müllprobleme
Leere Druckerpatronen in Restmülltonne sorgen für Ärger

Verwarngeld: Grund waren Druckerpatronen in der Tonne
Verwarngeld: Grund waren Druckerpatronen in der Tonne © Foto: Rene Matschkowiak
Viola Petersson / 22.10.2019, 06:15 Uhr
Eberswalde (MOZ) Lutz Werner (Name geändert) ist umweltbewusstes Verhalten wichtig. Deshalb trennt er konsequent Müll. Nicht erst, seit praktisch die Klimakrise ausgerufen wurde. Werner sortiert schon seit vielen Jahren. Dazu gehört auch die separate Entsorgung von Druckerpatronen. Dafür, so weiß der Eberswalder, steht auf dem Recyclinghof in Ostende extra eine Tonne bereit.

Als er jedoch kürzlich zwei Kartuschen dort abgeben wollte, wies ihn die Mitarbeiterin der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft zurück. Es sei Mittwoch, die Anlage geschlossen. So die Ansage. Dabei habe die Kollegin noch einen gewerblichen Kunden abgefertigt, erinnert sich der Eberswalder. "Und im Übrigen steht die Tonne für die leeren Druckerpatronen ja gleich im Eingang, unmittelbar hinter dem Tor." Doch der Zugang sei ihm mit Verweis auf den Schließtag verwehrt worden. "Zugegebenermaßen habe ich nicht daran gedacht, dass Mittwoch ist", räumt Werner ein. Andererseits wollte er die Patronen auch nicht wieder mitnehmen. Stattdessen entsorgte er die Kartuschen in einer Mülltone vor dem Firmengebäude der BDG. Was ihm prompt eine Anzeige einbrachte. Wegen illegaler Abfallentsorgung.

In einer Anhörung im zuständigen Amt in der Kreisverwaltung habe er den Verstoß auch eingeräumt, so Werner, der sich weniger ob der Sanktion als vielmehr darüber ärgert, wie sein Vergehen, das zweifellos vermeidbar gewesen wäre, ein "riesiges Verwaltungsverfahren in Gang setzt". Am Ende erging ein Verwarngeld-Bescheid. Darin heißt es, Werner habe eine Ordnungswidrigkeit begangen. Bei den Druckerpatronen handele es sich um "Sonderabfall", der separat zu entsorgen ist. In "dafür zugelassenen Anlagen oder Einrichtungen".  Die Behörde verweist auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Weitere Wertstoffhöfe geplant

Werner hat das Verwarngeld von 25 Euro inzwischen bezahlt. Und: Er habe sein Verhalten geändert, sagt er. Die Zweifel an der Verhältnismäßigkeit bleiben. Gleichzeitig fragt er sich, warum der Recyclinghof überhaupt mittwochs zu ist. Ina Bassin von den Kreiswerken erklärt dazu: Die BDG betreibe aktuell zwei Recycling- und vier Wertstoffhöfe im Barnim. Die Öffnungszeiten der Höfe seien der Besucherfrequenz am jeweiligen Standort sowie "bestmöglich an die Nutzerbedürfnisse" angepasst. Der Recyclinghof in Bernau verzeichne "fast doppelt so viele Kunden" wie Eberswalde. Deshalb habe man dort die Öffnungszeiten erweitert. Die Errichtung weiterer Wertstoffhöfe sei geplant: in Schorfheide, Biesenthal, Panketal.

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