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Seit 100 Jahren ist die Kreisvolkshochschule der Motor der Erwachsenenbildung im Barnim. Dies wird durch eine sehenswerte Ausstellung gewürdigt.

Jubiläum
Kreisvolkshochschule Barnim: Ein Jungbrunnen für die Gesellschaft wird 100

Geschichtsreise in Wort und Bild: Michael Sens, in Prenden lebender Kabarettist und Schauspieler, schaut sich im Glaszwischenbau des Paul-Wunderlich-Hauses die Ausstellung zu 100 Jahre Volkshochschule im Barnim an. Er unterrichtet selbst dort.
Geschichtsreise in Wort und Bild: Michael Sens, in Prenden lebender Kabarettist und Schauspieler, schaut sich im Glaszwischenbau des Paul-Wunderlich-Hauses die Ausstellung zu 100 Jahre Volkshochschule im Barnim an. Er unterrichtet selbst dort. © Foto: Sven Klamann/MOZ
Sven Klamann / 03.11.2019, 20:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Im aktuellen, mehr als 200 Seiten dicken Programmheft der Kreisvolkshochschule Barnim ist Vielfalt Trumpf. Da wird Kassenwarten und Schatzmeistern gemeinnütziger Vereine Grundwissen vermittelt. Da absolvieren Asylbewerber ihren Einbürgerungstest und da lernen Berufstätige, mit der Überforderung im Arbeitsalltag umzugehen. Es gibt Kurse, die "Der Charme des Nähens. Die Hose" heißen. Zur Auswahl gehören überdies ein Aufbaukurs für den Tango Argentino und ein Grundlagenkurs im Bogenbau.

Die Angebote der Kreisvolkshochschule mögen so abwechslungsreich und überraschend wie der Inhalt einer Wundertüte sein. Vor allem aber kommen sie bei den Barnimern bestens an. Und tragen Früchte. Das haben Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski und Bernaus stellvertretende Bürgermeisterin Michaela Waigand am Freitagabend in ihren Grußworten zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung deutlich gemacht, die bis zum 29. November im Glaszwischenbau des Paul-Wunderlich-Hauses zu sehen ist und danach bis Ende Januar in der Eberswalder Regionalstelle am Finow-Gymnasium gezeigt wird.

"Töchter der Demokratie"

Eberswaldes Stadtoberhaupt verwies darauf, dass die regionale Wirtschaft zu den Nutznießern der vom Landkreis Barnim getragenen Weiterbildungsoffensive gehöre, die Beschäftigte in vielerlei Hinsicht fit mache. Und die Bernauer Dezernentin lobte, dass die Volkshochschule dazu beitrage, die Lebensqualität zu steigern.

Für Christine Schäfer, die Leiterin der Einrichtung, in der im vorigen Jahr 200 Lehrkräfte und Dozenten in 502 Kursen 3846 Barnimer unterrichtet haben, sind die Kreisvolkshochschulen "Töchter der Demokratie". Dies gehe schon daraus hervor, dass sie vor 100 Jahren in der Weimarer Republik Verfassungsrang erlangt hätten. Ihr erster Auftrag sei es gewesen, ehemals kaiserliche Untertanen zu gebildeten, aufgeklärten und informierten Bürgern werden zu lassen. Als gute Töchter der Demokratie sähen sie sich auch in der Pflicht, ihre Eltern zu verteidigen. Das geschehe, indem sich in den Kursen Abend für Abend Teilnehmer treffen würden, die unterschiedlichste Lebensläufe und Hintergründe vorzuweisen hätten. "Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kommen zusammen, lernen gemeinsam und voneinander", betonte Christine Schäfer.

Fusion erfolgte 1993

Die eigentliche Einführung in die Ausstellung, die auf neun Tafeln mit Texten und Fotos sowie in drei Ordnern voller Dokumente die Geschichte der Kreisvolkshochschule auf den Punkt bringt, übernahmen der Potsdamer Historiker Johannes Leicht, der die Schau kuratiert hatte, und der Schauspieler und Kabarettist Michael Sens, der in Prenden zu Hause ist und an der Kreisvolkshochschule Körpersprache, Rhetorik und stimmliche Präsenz lehrt. In einer szenischen Lesung trug das Duo etliche Episoden aus dem Volkshochschul-Alltag von damals vor, die für Gelächter im Publikum sorgten.

Die Kreisvolkshochschule Barnim unterhält Regionalstellen an der Jahnstraße 45 in Bernau und an der Fritz-Weineck-Straße 36 in Eberswalde. 1993 waren die bis dahin eigenständigen Bildungseinrichtungen der Altkreise fusioniert. Das erste gemeinsame Programmheft erschien 2005. Am stärksten nachgefragt sind die Sprachkurse, gefolgt von Gesundheitsangeboten und Lehrgängen zur beruflichen Qualifikation.

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