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Das Kupferhaus "Sorgenfrei" in der Altenhofer Straße 2 verbirgt sich hinter dem zweiten Türchen des MOZ-Adventskalenders. Es gehört zu der einzigartigen Siedlung am Wasserturm Finow.

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Höhere Mächte in Eberswalde am Werk?

Weihnachtsengel: Karl Dietrich Laffin vom Verein "Finower Wasserturm und sein Umfeld" und Karen Oehler haben das Kupferhaus für den ersten Advent geschmückt.
Weihnachtsengel: Karl Dietrich Laffin vom Verein "Finower Wasserturm und sein Umfeld" und Karen Oehler haben das Kupferhaus für den ersten Advent geschmückt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Jörn Kerckhoff / 02.12.2019, 06:15 Uhr
Finow Noch ist der Kauf des Kupferhauses mit der Hausnummer 2 durch die Stadt Eberswalde nicht vollzogen. Und doch scheint es beinahe, als ob besondere Kräfte am Werk wären, die dabei helfen wollen, dem kleinen Häuschen, das Anfang der 30er Jahre von Walter Gropius entworfen wurde, den Weg in eine glanzvolle Zukunft zu bereiten.

Museum auf 36 Quadratmetern?

"Ich glaube eigentlich nicht an höhere Mächte, aber bei dem Kupferhaus passieren tatsächlich immer wieder Dinge, die einen überraschen und tatsächlich so wirken, als ob da jemand mithilft", erzählt Karen Oehler, die sich als Stadtverordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für einen Erwerb des Häuschens durch die Stadt stark macht. Der Hauptausschuss stimmte den Plänen zu, das denkmalgeschützte Kupferhaus für maximal 30­ 000 Euro zu erwerben und es dann dem Verein "Finower Wasserturm und sein Umfeld" zu verpachten. Dieser soll dann ein Sanierungs- und Nutzungskonzept erarbeiten, um das Haus mit seinen 36 Quadratmetern Wohnfläche der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Art Museum, das die Geschichte der Kupferhaussiedlung und des Bauhaus-Gründers Walter Gropius widerspiegelt, wäre denkbar, so Karen Oehler.

Und was hat es nun mit den besonderen Mächten auf sich? "Wir haben erst vor Kurzem im Keller die Originaltüren gefunden, die im Innern des Hauses gefehlt haben", erzählt Karen Oehler. Diese seien offenbar ausgehängt worden, als der Boden erneuert wurde. Anschließend hätten sie wohl nicht mehr gepasst, vermutet Oehler. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, werde die Denkmalschutzbehörde natürlich Auflagen bei der Sanierung machen. Und da sei es gut, wenn viele Originalteile noch vorhanden seien.

Und die Türen sind nicht das Einzige, was plötzlich auftauchte. "Vor etwa zwei Wochen lagen die Fensterläden auf der Terrasse, die bis dahin verschwunden waren. Wir haben keine Ahnung, wer die dort hingelegt hat, sie waren einfach da." Wie gesagt, eigentlich glaubt Karen Oehler nicht an höhere Mächte, aber das sei schon irgendwie speziell. "Das passt doch auch zu Weihnachten", freut sich die Initiatorin für die Sanierung dieses ganz besonderen Hauses.  Auf dem Dachboden seien außerdem Restbleche aus der Zeit der Erbauung des Kupferhauses gefunden worden. Diese könnten als Muster dienen, falls neue Bleche angefertigt werden müssten. Die originale Innenverkleidung – das Haus ist von Außen mit Kupfer- und von Innen mit Eisenblechen verkleidet – seien unter der nachträglich angebrachten Vertäfelung offenbar auch noch vorhanden.

Wasserhahn statt Dachschaden

Das Haus sei, trotz seiner 90 Jahre,  in einem besseren Zustand, als ursprünglich gedacht. Ein Wasserschaden im Haus sei nicht etwa durch ein Leck im Dach entstanden, wie ursprünglich vermutet, sondern durch einen tropfenden Wasserhahn. Das Haus Sorgenfrei sei das einzige der acht Kupferhäuser in der Siedlung in Finow, auf dem noch das Originaldach liege, so Oehler.

Studenten der Brandenburgisch-Technischen-Universität (BTU) Cottbus mit dem Fachgebiet Denkmalpflege sollen das Haus nun genau unter die Lupe nehmen, anschließend werde das Sanierungskonzept erstellt. Einen Zeitplan oder gar eine Vorhersage, wann das Kupferhaus mit unserer Kalendernummer 2 für die Öffentlichkeit zugänglich sein werde, gebe es noch nicht, räumt Karen Oehler ein. Sie selbst habe übrigens an der Bauhausuniversität in Weimar studiert und habe also wohl zu Gropius und den Kupferhäusern finden müssen.

Drei Weihnachtsfragen an Karen Oehler

Welches ist Ihr Lieblingsweihnachtslied? Oh, ich mag Coming home for Christmas von Chris Rea besonders gerne.

Was kommt bei Ihnen an Heiligabend zu Essen auf den Tisch? Das weiß ich noch gar nicht, da habe ich mir bislang keine Gedanken darüber gemacht. Einen Klassiker, wie Würstchen mit Kartoffelsalat, so wie viele andere Leuten das haben und dann eine Tradition ist, haben wir nicht. Ich muss mir noch überlegen, was wir an Heiligabend essen.

Wie schmücken Sie Ihren Weihnachtsbaum? Das ist dagegen immer gleich. Mit roten Schleifen und silbernen Kugeln und ohne Lametta.

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