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Ohne Strom geht nichts
Wenn die Schorfheide brennt, kommt das THW

Viola Petersson / 10.12.2019, 06:30 Uhr - Aktualisiert 10.12.2019, 11:00
Groß Schönebeck (MOZ) Die Schorfheide brennt. Etliche Hektar Wald stehen in Flammen. Die Feuerwehren rücken an. Löschwasser? Kein Problem. Es gibt Tiefbrunnen im Forst. Aber: Die öffentliche Stromversorgung ist zusammengebrochen. Also muss das THW geordert werden, um eine Notstromversorgung aufzubauen. Das ist das Szenario.

Und genau diesen möglichen Ernstfall probten jetzt die Einsatzkräfte. Vier Mal habe es in diesem Jahr in der Schorfheide gebrannt, sagt Revierförster Ulf Wosnizek. Dank Frühwarnung hielten sich die Schäden in Grenzen. Die Lieberoser Heide oder Lübtheen zeigen jedoch, dass Feuerwehren und Hilfsorganisationen auf Großlagen vorbereitet sein müssen. Die Löschwasserversorgung, so Frank Bergk, stellvertretender Wehrleiter in Groß Schönebeck, sei bei der Brandbekämpfung nun mal das A und O. "Wir haben hier etliche Tiefbrunnen. Aus Zeiten der Staatsjagd", informiert Wosnizek die Männer vom Technischen Hilfswerk THW. 26 Brunnen mit einer Tiefe von 45 bis 70 Meter seien in den 1970er-Jahren durch den Militärforstbetrieb zur Bewässerung der Wildäcker gebaut worden. Im Volksmund auch "Hirschduschen" genannt. Um die Wildbestände für Honecker und Co. künstlich hochzuhalten. 22 dieser Brunnen gebe es noch, 13 davon seien inzwischen elektrisch saniert, so der Revierförster. Für den Brandschutz ein Glücksfall.

20 THW Kameraden der Ortsgruppe Eberswalde probten am Sonnabend den Waldbrand-Ernstfall in der Schorfheide. Es wurde die Versorgung der Tiefenbrunnen-Pumpen mit dem mobilen THW-Notstromaggregat getestet. Das erwies sich als komplizierter, als zunächst vermutet. Die Pumpen werden mit 400 Volt-Starkstrom betrieben.
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THW-Übung in der Schorfheide

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Fehlersuche im Wald

In der Abteilung 147 des Reviers unweit des Großen Lotzinsees ging gerade ein neuer Schaltschrank in Betrieb. Mit Strom aus dem öffentlichen Netz würden die Brunnen und die mindestens 40 Jahre alte Pumpen funktionieren, erklärt Wosnizek, der das Revier Schorfheide seit sieben Jahren leitet. Doch was, wenn die Versorgung unterbrochen ist oder der Strom aus Sicherheitsgründen abgestellt werden muss? Die Aufgabe für die Männer vom THW ist also klar.

Ruckzuck schließen sie ihr Notstromaggregat an. Zuvor sind jedoch ein paar Anpassungen in Sachen Drehfeld nötig.  Die Kräfte des Eberswalder Ortsverbandes unter Zugführer Daniel Kurth waren 2019 unter anderem in Berlin-Köpenick im Einsatz. Bei dem großen Stromausfall Anfang des Jahres. Sie haben Erfahrung. Und die nötige, moderne Technik. Ihr Notstromaggregat hat eine Leistung von 170 kVA. Damit, so erklärt Gruppenführer Daniel Förder, könne man etwa 30 Haushalte oder ein kleines Dorf versorgen. Routine also.

Minuten später schießt denn auch Wasser aus dem angeschlossenen Schlauch. Doch Sekunden später versiegt die Quelle sogleich. Ebbe. Kein Strom mehr. Die Fehlersuche beginnt. Die Kräfte öffnen die Brunnenstube, ein Kollege klettert hinab. Ein Isolationsfehler zwischen Schaltschrank und Brunnen oder Pumpe? Oder sind schlichtweg die uralten Pumpen und die moderne THW-Technik nicht kompatibel? Die Männer in den blauen Uniformen fachsimpeln. Vor Ort lässt sich das Problem allerdings nicht lösen. Heiko Walluschek, Mitstreiter beim THW und selbst beim Energiedienstleister e.dis tätig, verspricht Förster Ulf Wosnizek, Empfehlungen zur Überprüfung zu geben. Wenig später ist bereits der Elektriker unterwegs.

"Wir arbeiten dran", sagt Wosnizek am Montag. Auch wenn er auf einen anderen Ausgang der Übung gehofft hatte, der Einsatz hat sein Ziel nicht verfehlt. Im Gegenteil. Denn im Ernstfall säßen die Blauröcke, wenn die Schorfheide brennt, auf dem Trockenen. "Für 2020 war ohnehin eine Überprüfung der Brunnen geplant." Möglicherweise seien die Pumpen zu wechseln.

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