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Hallenfußball
600 Kilometer Anreise bis zum Hallenturnier

Zweikampf: Nicole Müller (SV Friedrichsthal, l.) und Anastasia Kolomiets (Kaliningrad)
Zweikampf: Nicole Müller (SV Friedrichsthal, l.) und Anastasia Kolomiets (Kaliningrad) © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 07.01.2020, 11:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Wo manche Mannschaften hierzulande über lange Anfahrtswege zu Meisterschaftsspielen oder Hallenturnieren stöhnen, da lachen sieben Russinnen drüber: "Von uns zu Hause sind es so etwa 600 Kilometer bis nach Eberswalde, aber wir kommen gern hier zum Hallenturnier", sagte Mannschaftskapitän Olga Bekreneva von Alpha 09 Kaliningrad.

Alles begann mit einem deutschen Trainer der Frauenmannschaft in Kaliningrad. Der hatte gute Verbindungen zu Jens-Uwe Ludwig, Trainer der Frauen von Lichtenberg 47. Über ein Gesuch bei Facebook bekamen er 2017 Wind vom Eberswalder Frauenturnier und so wurden Kontakte geknüpft. Eine tragende Rolle spielte dabei auch die Kaliningraderin Olga Kolomiets, die der Liebe wegen 2013 nach Deutschland zog. Natürlich waren die Eberswalderinnen Feuer und Flamme, als sie vom Turnierinteresse der Russinnen hörten. "Das war total spannend für uns. Wir wussten ja nicht wie das Frauenfußball-Niveau dort ist. Mittlerweile ist da schon eine Freundschaft draus geworden", erklärte Nancy Blume, die das Turnier einst ins Leben gerufen hat und bis heute die Fäden im Hintergrund zieht.

Drei Stunden an der Grenze

"Diesmal ging es recht flott, wir mussten nur drei Stunden an der Grenze warten", berichtete Olga Bekreneva. Dazu kommen noch etwa acht Stunden Fahrzeit in den privaten PKWs. Vor drei Jahren mussten die Kaliningrader knapp zehn Stunden auf Grenzdurchlass warten, kamen gerade noch pünktlich zum ersten Anstoß des Turniers. Trotz der holprigen Anreise beherrschten sie das Turnier klar.

Gespannt war man diesmal in Eberswalde, ob die internationalen Gäste wieder so das Geschehen bestimmen. Aber da bremste schon vor Beginn Olga Kolomiets die Erwartungen: "Es konnten nicht alle Spielerinnen mitkommen. Auch wird nicht mehr so häufig trainiert wie früher." Im regelmäßigen Spielbetrieb sind die Russinnen nicht mehr aktiv. Ihre beste Zeit hatten sie in der Saison 2009/10, als sie in der ersten russischen Liga der Frauen mitspielten.

Die 6. Auflage des Eberswalder Turniers bestimmten diesmal andere. Im Halbfinale mussten sich die Kaliningrader der TSG Fredersdorf-Vogelsdorf geschlagen geben. Dabei hatte Trainerin Manuela Schroff in der Vorrunde die Russinnen als klare Favoriten ausgemacht: "Die spielen so überragend, an ihnen führt kein Weg zum Turniersieg vorbei", irrte sie sich jedoch zu eigenen Gunsten. Im Finale musste sich die TSG dem VfB Gramzow geschlagen geben, die sehr schwer ins Turnier starteten. "Wir hatten keine Torhüterin, so musste unsere beste Stürmerin, Paula Schönborn,  ins Tor gehen. Da gab es anfänglich Abstimmungsprobleme", erklärte Gramzows Trainerin Diane Lange.

Im Spiel um Platz 3 unterlag die SpG Ladeburg/Eberswalder SC den Kaliningraderinnen 0:1. "Wir beginnen erst wieder mit dem Training. So richtig wussten wir vorher nicht, wo wir stehen", erzählte Nadine Planer. Mit Platz 4 im gut besetzten Teilnehmerfeld können sie dennoch zufrieden sein. Einkaufsbummel und Berlin-Besuch standen für die Kaliningrader Frauen noch an, und im nächsten Jahr sind sie wieder dabei.

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