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American Football
Nicht nur etwas für starke Kerle

Dirk Schaal / 09.01.2020, 06:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Im Spiel wirken die American Footballer der Warriors schon martialisch, wenn sie mit lautem Gebrüll und aggressiver Gestik den Gegner einschüchtern wollen. Dass dahinter aber in hohem Umfang viel Training, sportlicher Ehrgeiz und auch taktische Raffinesse steckt, das wissen wohl nur die wenigsten.

Um aus der Ecke der stets draufhauenden Rabauken zu kommen, wollen sich die Eberswalder Footballer und ihre Sportart in nächster Zeit allen Interessierten stärker präsentieren. So auch beim offiziellen Saisonauftakt, bei dem auch alle nicht Footballer eingeladen waren, sich selbst an den Trainingsstationen auszuprobieren.

103 Mitglieder haben die Footballer, eine Abteilung des FV Stahl Finow.  Dabei können sie auf ein riesiges Ostbrandenburger und Berliner Einzugsgebiet zurückgreifen. Von der Uckermark bis Berlin, aus Wriezen, Bad Freienwalde und Bernau kommen die Spieler.

Rangers und Warriors vereint

Seit dem 1. Januar sind die beiden Eberswalder Football-Teams wieder vereint. Während sich die Warriors dem klassischen American Football (Tackle) widmen, spielen die 19 Rangers, die vorher zu Motor Eberswalde gehörten, Flag Football. Das ist die entschärfte Variante, bei der Körperkontakt nicht erlaubt ist. Stattdessen muss ein kleines Bändchen (Flag) aus dem Gürtel des Gegners gezogen werden, um ihn so zu stoppen. Dabei ist auch keine Schutzausrüstung notwendig. "Es gibt auch Spieler, die zweigleisig fahren und beide Arten Football spielen. Da müssen wir mal schauen, wie wir uns gegenseitig unterstützen können", sagte Jens Steinmüller, der Headcoch der Warriors.

Spieler auf allen Positionen brauchen die Warriors. So ein Team besteht aus weit über 30 Spielern. "Dabei sind nicht nur die körperlich sehr Stämmigen gefragt, sondern auch schnelle Leute, die sehr intelligent auf Spielsituationen reagieren können, brauchen wir", erklärte Jens Steinmüller.

Auch ein Sport für Frauen

"Ich habe das mal im Fernsehen gesehen und war gleich total begeistert", berichtete die Eberswalderin Fiene Bork. Besonders angetan haben es der 17-jährigen Abiturientin die Strategien und ausgefeilte Taktik, die für einen Erfolg notwendig sind. "Wenn ich kann, schaue ich es mir auch immer im Fernsehen an", verriet sie. So meldete sie sich bei den Rangers an, denn im Flag-Football dürfen im Gegensatz zu Tackle auch gemischte Mannschaften auflaufen. "Mein Traum ist es jedoch, mal in einer Frauenmannschaft im Tackle aufzulaufen. Aber da fehlen hier in Eberswalde die Möglichkeiten", bedauerte Fiene Bork. Headcoach Jens Steinmüller sagte ihr aber zu, wenn sie 15 Mädchen zum Training mitbringt, daraus eine schlagkräftige Warriors-Frauenmannschaft zu formen. Man darf also gespannt sein.

Gespannt sein darf man auch darauf, ob Flag-Football-Headcoach Mirko Leipelt die Deutsche Elite im September nach Eberswalde holen kann. "Wir gehören zu den zehn besten deutschen Teams und die spielen den Deutschland-Cup aus. Im vorigen Jahr mussten wir die Teilnahme absagen, da wir nicht alle Spieler pünktlich nach Frankfurt/Main hätten bekommen können. So war die Idee geboren, uns in diesem Jahr für die Austragung zu bewerben", erklärte er.

Für alle vier Teams (Tackle und Flag – jeweils zwei Mannschaften für Erwachsene und Nachwuchs) werden noch Spieler gesucht. Mehr Informationen zu Trainingszeiten und Kontaktmöglichkeiten sind unter www.eberswalder-warriors.de zu finden.

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