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Fußball
Nachholbedarf in Sachen Regelwerk

Alfred Gebhardt, Vorsitzender Jugendausschuss im Fußballkreis Barnim
Alfred Gebhardt, Vorsitzender Jugendausschuss im Fußballkreis Barnim © Foto: MOZ/Christian Heinig
Steffen Kretschmer / 12.02.2020, 06:00 Uhr
Barnim (MOZ) "Bei der Fair-Play-Liga handelt es sich um eine innovative, leicht verständliche Form des Fußballspiels, deren Rahmenbedingungen einen kindgerechten Wettkampfspielbetrieb ermöglichen sollen." So wirbt der Deutsche Fußballbund (DFB) für eine Spielform, die Nachwuchskickern die "maximale Freiheit und Ruhe" geben soll, damit diese ungestört spielen und dabei Spaß haben können. Im Fußballkreis Oberhavel/Barnim funktioniert die Umsetzung dieser Spielform recht ordentlich. Komplett reibungslos verlaufen die Begegnungen dennoch nicht. "Die Partien sind weitaus entspannter, da die Kinder selbst entscheiden, ob es ein Foul war oder nicht", sagt Michael Reichert. Der Vorsitzende des Fußballkreises betont aber auch, "dass all das eben nur eine gute Sache ist, wenn sich alle daran halten".

Das Problem: Die vom DFB zitierte leicht verständliche Spielform haben bei weitem noch nicht alle Trainer, Betreuer und Spieler verinnerlicht. Deshalb wendet sich nun der Vorsitzende des Jugendausschusses, Alfred Gebhardt (Foto), an die Vereine. Er spricht von Unkenntnis, die in aller Regelmäßigkeit immer wieder dafür sorgt, dass es zu Diskussionen auf und neben den Spielfeldern kommt. "Es wird dann von draußen rein gerufen und man ist sich nicht einig. Dabei soll vor einem Spiel klar festgelegt werden, wer Chef im Ring ist und das Sagen hat."

Die Fair-Play-Liga wird ohne Schiedsrichter durchgeführt und betrifft den F-und G-Junioren-Bereich. "Ursprünglich war es ein Versuch. Mittlerweile ist das aber ein fester Bestandteil", sagt Michael Reichert, für den die immer wiederkehrenden Unbeherrschtheiten zwar "nicht schön", aber eben auch "nicht dramatisch" sind. Der Vorsitzende des Fußballkreises erklärt die oft fehlende Kenntnis des Regelwerkes  mit der immer wieder neuen Besetzung des Postens an der Seitenlinie im Nachwuchs. "Es gibt doch kaum noch Trainer, die das länger als zehn Jahre lang bei den Junioren machen. In jeder Saison gibt es 20 bis 30 Prozent neue Übungsleiter." So sei es wenig verwunderlich, dass sich die Unwissenheit bei Weitem nicht nur auf die Fair-Play-Liga beziehe. "Im Kleinfeldbereich hatten wir auch bei den D-Junioren zu Beginn der Spielzeit das Problem, dass die Trainer teilweise die Regeln nicht kennen", sagt Michael Reichert.

Für den 28. Februar haben die Verantwortlichen des Fußballkreises die Rückrundenveranstaltung des Nachwuchsbereiches angesetzt. Der Nachholbedarf in Sachen Regeln wird dann in Zepernick noch einmal explizit auf den Tisch kommen. "Dazu haben wir auch noch einmal die Klubs angeschrieben", sagt Alfred Gebhardt. Für die anstehende Rückrunde wünscht sich der Vorsitzende des Jugendausschusses, dass sich alle Beteiligten noch einmal mit den wichtigen Dingen vertraut machen. Ebenso sollen die Vereine unbedingt anzeigen, wenn es Probleme auf den Spielfeldern geben sollte. "Wir hören das sonst immer nur hintenherum. Wenn wir bisher Spielbeobachtungen gemacht haben, war immer alles in Ordnung."

Klare Vorgaben

Für alle F- und G-Junioren-Spielklassen sowie für die entsprechenden Turnierformen dieser Altersklassen gelten im Fußballkreis Oberhavel/Barnim folgende Richtlinien:

1. Spielfeldaufbau unter Einrichtung einer Eltern-Fan-Zone mit einem Abstand von mindestens fünf Metern zum Kleinfeld (gemäß Rahmen-Richtlinien für Kleinfeldspiele in der aktuellen Version 6.0). Wenn möglich, ist der Abstand auf bis zu 15 Meter zu erweitern.

2. Die Kinder entscheiden selbst und spielen ohne Schiedsrichter. Die Fußballregeln (Tor, Foul, Aus, Hand …) bleiben erhalten. Sollten sich die Kinder einmal nicht einigen können, obliegt die Entscheidung den beiden Trainern. Dies gilt wirklich nur für den Fall, dass die Kinder sich nicht einigen können.

3. Bei einem ausgeführten Abschlag über die Mittellinie achten die Trainer auf die Einhaltung der Regel, sollten die Kinder diese übersehen.

4. Beide Trainer begleiten das Spiel aus einer gemeinsamen Coachingzone. Sie verstehen sich als Vorbilder und geben nur die nötigsten Anweisungen. Die finale Einhaltung der Regeln obliegt ihnen, was jedoch nicht dazu führen darf, dass das Spiel komplett durch die Übungsleiter oder eine andere Person von außen geleitet wird.

5. Einhaltung und Umsetzung der Vorgaben des DFB/FLB und Wettspielanweisungen in Bezug zum "Fair-Play"!

Anmerkung des Kreises: "Beide Vereine, beziehungsweise Trainer und Übungsleiter, oder Betreuer, sollten sich jeweils vor dem Spiel einigen, wer bei möglichen strittigen Situationen oder bei Ratlosigkeit der Kinder die richtige Entscheidung trifft. Die Voraussetzung dafür ist, dass die jeweiligen Verantwortlichen an den Seitenlinien, beziehungsweise in der Coachingzone, das gültige und aktuelle Regelwerk beherrschen."

Die Rückrundenveranstaltung der Junioren steigt am 28. Februar in Zepernick. Beginn der Sitzung ist im Vereinsheim der gastgebenden SG Einheit um 18 Uhr. Die Verantwortlichen des Fußballkreises weisen darauf hin, dass es sich um eine Pflichtveranstaltung für den Nachwuchsbereich handelt. Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten werden die Vereine darum gebeten, jeweils nur einen Delegierten nach Zepernick zu entsenden. ⇥skr/Kreis

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