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Eberswalde
Barnimer sind am streitsüchtigsten

Im Barnim wird überdurchschnittlich viel gestritten. Symbolbild Justitia-Statue
Im Barnim wird überdurchschnittlich viel gestritten. Symbolbild Justitia-Statue © Foto: Sven Hoppe/dpa
Sven Klamann / 13.02.2020, 13:52 Uhr - Aktualisiert 13.02.2020, 14:14
Eberswalde (MOZ) Die Erhebung stammt vom Konzern Generali, der dafür die bundesweit 390 000 Rechtsfälle seines Rechtsschutzversicherers Advocard von 2018 ausgewertet hat. Demnach hat es im Barnim 27,8 Streitfälle pro 100 Einwohner gegeben – 0,6 Streitfälle pro 100 Einwohner weniger als 2016, dem Jahr, in dem die Statistik davor zum letzten Mal erstellt worden war.

Zur Einordnung: In der Uckermark ging es mit 22,87 Streitfällen pro 100 Einwohner deutlich friedlicher zu. Und auch in Märkisch-Oderland, das 25,34 Streitfälle pro 100 Einwohner zu bieten hatte, wurden die Differenzen seltener vor dem Kadi ausgetragen. Die Barnimer und die Märkisch-Oderländer lagen damit über, die Uckermärker unter dem bundesdeutschen Durchschnitt, der sich bei 24,7 Streitfällen pro 100 Einwohnern eingependelt hatte. Im Streitatlas wird bilanziert, dass Städter weit schneller Anwälte einschalten, als es auf dem flachen Land üblich ist.

Doch worüber haben sich die Barnimer am häufigsten gezofft? Auch diese Frage wird durch die Generali beantwortet. In 35,4 Prozent der Fälle waren im Landkreis private Konflikte der Anlass dafür, Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen. Verkehrsstreitigkeiten landeten mit 26,3 Prozent auf dem zweiten, Ärger mit Behörden und Verwaltungen mit 14,3 Prozent auf dem dritten Platz.

In 12,7 Prozent der Fälle ging es um Probleme mit Wohnen und Mieten. Und in 11,3 Prozent waren die Auseinandersetzungen arbeitsrechtlicher Natur.

Männer regen sich häufiger auf

In 61,6 Prozent der Fälle sind Männer vor Gericht gezogen, in 38,4 Prozent waren es Frauen. Am streitsüchtigsten waren die Barnimer im Alter von 46 bis 55 Jahren, die in 26,7 Prozent der Fälle beteiligt waren. Ihnen folgten die 36- bis 45-Jährigen mit 24,7 Prozent, die 26- bis 35-Jährigen mit 20,5 Prozent und die 56- bis 65-Jährigen mit 19,9 Prozent. Den 18- bis 25-Jährigen fehlt mit 2,2 Prozent vielleicht noch die Lebenserfahrung für Rechtsstreite. Und die über 66-Jährigen könnten mit 6,0 Prozent im Gegenteil schon zu lebenserfahren sein, auf ihr Recht zu pochen.

Im Barnim ist es in 71,8 Prozent der Fälle um einen Streitwert bis 2000 Euro gegangen. Am zweithäufigsten war mit 12,1 Prozent ein Streitwert bis 10 000 Euro. In 9,0 Prozent der Fälle  waren bis 4000 Euro strittig, in 5,2 Prozent der Fälle bis 50 000 Euro. Streitwerte bis 100 000 Euro oder gar bis einer Million Euro hatten mit jeweils 0,9 Prozent im Landkreis Seltenheitswert.

Gestritten wurde in 33,9 Prozent der Fälle sechs bis zwölf Monate und in 23,3 Prozent drei bis sechs Monate lang.

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