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Vernachlässigte Fünfjährige
Überprüfung zu dem vernachlässigten Mädchen aus Eberswalde

Überprüfung zu dem vernachlässigten Mädchen aus Eberswalde ist noch nicht abgeschlossen.
Überprüfung zu dem vernachlässigten Mädchen aus Eberswalde ist noch nicht abgeschlossen. © Foto: Britta Pedersen/dpa
dpa / 13.02.2020, 20:12 Uhr
Eberswalde (dpa) Im Fall des vernachlässigten Mädchens aus Eberswalde dauert die Überprüfung durch das Brandenburger Jugendministerium noch an. Die Aufklärung des Sachverhalts wie auch die rechtliche Bewertung seien noch nicht abgeschlossen, sagte Ministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Jugendausschuss in Potsdam. Über das Mädchen und seine beiden ebenfalls minderjährigen Geschwister berichtete sie: "Den Kindern geht es den Umständen entsprechend." Alle drei seien untergebracht.

Das Ministerium - als Rechtsaufsicht der Jugendämter - hatte sein Prüfverfahren nach einer Stellungnahme des Barnimer Jugendamts eingeleitet. Danach habe sich ein Anfangsverdacht ergeben, dass Mitarbeiter dort "möglicherweise wichtige Schritte" zur Sicherung des Kindeswohls unterlassen hätten, begründete das Ministerium den Schritt. "Für uns ist wichtig zu prüfen, welche Maßnahmen das Jugendamt in diesem konkreten Fall ergriffen hat", sagte Ernst im Ausschuss.

Das Jugendamt des Kreises Barnim hatte das fünf Jahre alte Mädchen im vergangenen Dezember in Obhut genommen. Das Kind war laut einem Krankenhausbericht unterernährt, verhaltensauffällig und sprachgestört, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) berichtete. Die Behörde ermittelt wegen des Vorwurfs der Misshandlung von Schutzbefohlenen gegen unbekannt. Das Ergebnis einer rechtsmedizinischen Untersuchung des Mädchens steht nach Angaben eines Sprechers von Donnerstag nach wie vor aus.

Insgesamt vier Gefährdungsmeldungen zur Eberswalder Familie soll das Jugendamt zwischen Sommer 2017 und Frühjahr 2019 erhalten haben. Details dazu könne sie nicht sagen, betonte Ernst und verwies darauf, dass "strenge Sozialdatenschutzregeln" zu beachten seien. "Wir müssen natürlich auch die Interessen des betroffenen Kindes wahren, über das ja auch schon in einem nicht unerheblichen Ausmaß in der Öffentlichkeit berichtet wurde", sagte sie. Zuletzt war bekannt geworden, dass das Amtsgericht Eberswalde das Jugendamt zum Pfleger für das Kind bestellt hat.

Die Inobhutnahme der Fünfjährigen hatte eine Debatte über eine Meldepflicht für Jugendämter bei Verdachtsfällen ausgelöst. Die Aufgabe des Jugendamts hatte der Landrat des Kreises, Daniel Kurth (SPD), als schmale Gratwanderung bezeichnet. Man müsse schauen, ob aus diesem Fall generelle Schlussfolgerungen für die Arbeit der Jugendämter gezogen werden könnten, erklärte Ministerin Ernst. "Was wir aber begrüßen würden: wenn es seitens der Jugendämter einen Dialog über Standards, Handlungssicherheit, Richtlinien gibt – an so einem Prozess würden wir uns selbstverständlich beteiligen."

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