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Sportfrei statt Sport frei im Barnim

Leere Spielfelder: So wie hier im Westendstadion wird es überall aussehen.
Leere Spielfelder: So wie hier im Westendstadion wird es überall aussehen. © Foto: Sebastian Schmidt/ Kreissportbund Barnim
Markus Pettelkau / 14.03.2020, 06:30 Uhr
Barnim (MOZ) Das Corona-Virus beeinflusst immer mehr Bereiche des täglichen Lebens, nun auch den Amateursport in der Region. Die Stadt Bernau hat alle Veranstaltungen in Räumen der Stadt untersagt, Eberswalde wird keine Events mit mehr als 30 Menschen durchführen. Allen privaten Organisatoren wird das ebenfalls empfohlen.

"Es geht um die Solidarität der Jungen und Kräftigen gegenüber den Risikogruppen und nicht um Freizeit und persönliche Vervollkommnung", erklärte Landrat Daniel Kurth bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Die Verbände und Vereine haben dieselben Schlüsse aus der derzeitigen Situation gezogen. Der Fußball-Landesverband wird die kommenden beiden Spieltage im gesamten Verbandsgebiet absetzen. Das hat der eingesetzte Krisenstab entschieden. Es werden auch keine Freundschafts- und Pokalspiele stattfinden. Der Handball-Verband Brandenburg hat dies ebenso entschieden. Mit sofortiger Wirkung wird der gesamte Spielbetrieb ausgesetzt. Beim Volleyball und Basketball ist ebenfalls alles lahmgelegt. Auch der Tischtennisverband Brandenburg setzt seinen Spielbetrieb aus. Vorläufig werden bis zum 19. April keine Wettbewerbe ausgetragen.

Der Kreissportbund Barnim hat nicht nur alle Veranstaltungen, wie z.B. die Talentiade abgesagt, auch die für den 20. März geplante Mitgliederversammlung wird verschoben. "Der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, alle gemeinschaftlichen Treffen abzusagen, schließt sich der Kreissportbund Barnim an. Wir empfehlen allen Vereinen ihre Veranstaltungen zu verschieben und den Trainings- und Wettkampfbetrieb bis auf Weiteres auszusetzen", so der Kreissportbund in einem Statement. Fast alle Vereine haben zudem ihre Hallen und Plätze gesperrt.

Einen solchen Einschnitt hat der deutsche Amateursport seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt. Es gab hin und wieder mal einzelne Spieltag-Ausfälle aufgrund schlechten Wetters, spezieller Vorkommnisse oder dergleichen, aber noch keine Situation wie zurzeit. Für die Vereine sei dies auf lange Sicht auch finanziell gefährlich, bestätigten mehrere Vereinssprecher gegenüber der MOZ.

Wirtschaftliche Problematik

"Das sind schon gravierende Beeinträchtigungen. Wir kalkulieren natürlich mit unseren Zuschauerzahlen. Gerade wenn Derbys anstehen erwarten wir natürlich mehr Leute. Die Situation gerade ist sowohl sportlich, wie auch wirtschaftlich problematisch. Aber die Gesundheit geht vor, alles andere kommt danach. Daher sind die Maßnahmen vollkommen richtig", so Rene Benser, Geschäftsführer des FSV Bernau.

Die Spiele sorgen für Zuschauer. Die Zuschauer sorgen auch über den Verzehr von Getränken und Essen für Einnahmen an Heimspiel-Wochenenden. Auch bei kleinen Vereinen. Wer die Gastronomie über interne Betreiber gestaltet, muss mit Einbußen rechnen. Je länger die Spielausfälle andauern, desto schlimmer wird die Situation. Und je größer der Verein, desto mehr Einbußen sind auch hier zu erwarten.

Wer mit externen Gastronomen arbeitet, wird ebenfalls Stirnfalten angesichts der Situation bekommen. Denn die Betreiber rechnen mit den Einnahmen, die sie bei Sportveranstaltungen erwirtschaften. Der Amateursport ist ein oft unterschätzter Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Das wird sich wahrscheinlich in den kommenden Wochen zeigen. Derzeit deutet alles darauf hin, dass frühestens ab Mitte April mit einer Gesamtentspannung zu rechnen ist. Die meisten Vereine hoffen auf eine frühere Entspannung der Lage.

Informationen des Ministeriums

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist über Tröpfchen.

Eine Corona-Infektion äußert sich durch grippeähnliche Symp-tome, wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Hals-kratzen, Kopf- und Gliederschmer-zen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Derzeit wird davon ausgegangen, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis Symptome auftreten.

Die Verhaltensweisen sind mit denen zum Schutz vor Grippeviren identisch: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, richtiges Husten und Niesen sowie Abstand zu Erkrankten halten. Auch Händeschütteln sollte unterlassen werden.

Wenn die Möglichkeit besteht, sollte auf Reisen verzichtet, öffentliche Verkehrsmittel gemieden und von zu Hause aus gearbeitet werden. Von einem Besuch einer Veranstaltung mit mehr als 1000 Menschen wird abgeraten.

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