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Coronavirus
Corona sorgt für Besuchsverbot im Zoo Eberswalde

Viola Petersson / 25.03.2020, 05:00 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 12:11
Eberswalde (MOZ) Alles sei österlich geschmückt. Eier an den Sträuchern, Hasen als Deko. Allein: Es fehlt an Besuchern im Revier des Eberswalder Zoos. "Jetzt erfreuen wir uns daran", sagt Zoo-Chef Bernd Hensch. Sofern von Freude in Zeiten der Corona-Krise überhaupt die Rede sein kann.

Denn der Tierpark ist seit voriger Woche entsprechend der Verordnung des Landes Brandenburg geschlossen. Das habe er in den knapp 40 Jahren, die er in der Einrichtung tätig ist, noch nicht erlebt. "In all den Jahren gab es nicht einen Schließtag." Und auch seit 1929, dem Gründungsjahr des Wildparks, habe allein der Zweite Weltkrieg den Betrieb unterbrochen.

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Wie lange die aktuelle Sperrung andauert, sei überhaupt nicht vorhersehbar. Hensch, promovierter Biologe, rechnet mit dem Schlimmsten. Weshalb er nicht nur einen Plan B, sondern auch einen Plan C hat. "Ab Montag gilt ein neuer Dienstplan." Die Mannschaft der etwa 40 Mitarbeiter werde geteilt. Wechselseitige Schichten zweier schlagkräftiger Teams. Um im Fall einer Quarantäne handlungsfähig zu bleiben. "Wir haben, genauso wie Ärzte, eine Verantwortung gegenüber Lebewesen", betont er.#

Im Zoo Eberswalde gibt es einen Corona-Notfallplan

Zu den Vorbereitungen auf ein etwaiges Worst-Case-Szenario, also auf den schlimmsten Fall, gehört auch, dass die Kollegen gebeten werden, einen Koffer mit Kleidung, Waschtasche und Co. für zwei Wochen mitzubringen. So dass im äußersten Notfall die Mitarbeiter zwei Wochen im Zoo übernachten könnten. Dafür, so erklärt Hensch, stünden vier Häuser zur Verfügung. Darunter Zooschule und Verwaltungsgebäude. Auch haben alle Mitarbeiter Passierscheine erhalten, so dass sie bei Kontrollen Job und Arbeitsort nachweisen könnten.

Wirtschaftlich, das verhehlt der Chef nicht, sei die Schließung ein Fiasko. Hensch rechnet mit Ausfällen in Millionen-Höhe. Gleichwohl, dies habe der Bürgermeister Anfang der Woche noch einmal versichert, müsse der Eberswalder Zoo, in kommunaler Trägerschaft, nicht um seine Existenz fürchten.

Der Verband der brandenburgischen Tierparks hofft auf Ausnahmeregelung

Trotz aller Vorkehrungen: Noch haben Hensch und sein Team die Hoffnung, den Tierpark vielleicht doch wieder öffnen zu dürfen, nicht aufgegeben. Natürlich unter strengsten Sicherheitsauflagen. Der Verband der brandenburgischen Tierparks habe sich jüngst an den Ministerpräsidenten und die Gesundheitsministerin gewandt mit der Bitte, eine Ausnahmegenehmigung zu prüfen. "Gerade weil niemand weiß, wie lange das Kontaktverbot und die Beschränkungen gelten. Der Zoo wäre da ein Ventil", hebt der Direktor erneut hervor. Er böte insbesondere Familien die Chance, die Wohnung zu verlassen. Der Eberswalder Zoo sei ein Landschaftstierpark, mit 15 Hektar und insgesamt neun Spielplätzen groß genug, um den Sicherheitsabstand wahren zu können. Zudem würde man Ordner einsetzen.

Einstweilen aber konzentrieren sich Hensch und Kollegen auf Bär, Löwe, Affe und Co. Und auf den Nachwuchs, der sich naturgemäß im Frühjahr im Tierpark einstellt. Am Sonntag sei ein kleines Trampeltier geboren worden, verrät der Chef. "Seit 20 Jahren der erste Nachwuchs bei den Kamelen." Jungtiere gebe es auch bei den Kängurus.

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